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Tess Graysmark
„Goddamnit, Jake!“, entfuhr es Tess laut. Sie kam sich vor als würde sie sich hier mit einer Wand unterhalten. Egal wie sehr sie Jake sagte, dass Troy sich geändert hatte , er schien nichts davon hören oder wahr haben zu wollen. Das man dem Soldaten nicht aus dem Weg gehen konnte, war ihr klar. Einen Streit zu provozieren, fand sie aber genauso falsch und genau darauf würde es hinauslaufen, wenn er der Meinung war, dass man mit Troy noch normal reden konnte. „Didn't you listen to one word that I just said?“, verlangte sie zu wissen, doch erwartete sie nicht wirklich eine Antwort. Jake's verständnisvolle Art hatte sie immer geschätzt, aber in dieser Lage fand sie es gänzlich unangebracht. „Troy isn't a reasonable person anymore. Don't try to talk him in or out of something. It's useless. He will not listen!“
Schwer seufzte die junge Frau. Er hatte ja schon eingelenkt und trotzdem meckerte sie ihn immer noch an. Sie wusste selbst wie unfair sie sich verhielt, atmete deshalb tief durch und versuchte wieder klar denken zu können. Sich jetzt auch noch mit Jake zu zerstreiten, brachte sie auch nicht weiter. Leicht zuckte sie mit den Schultern. Auf seine Frage wusste sie keine Antwort. „I don't know..“, antwortete sie ruhiger. „I thought for a long time that I should have stopped him from joining the army and I did try. I really did but even then he didn't listen. You know how stubborn he has always been.“ Bei der Erinnerung erschien ein kurzes, trauriges Lächeln auf ihren Lippen. Troy auf diese Art zu verlieren war viel schlimmer als die Nachricht zu erhalten, dass er im Krieg gefallen war. Zumindest fühlte es sich so an. „The change was slow but inevitable. Maybe it was always in him. I did a lot of research to understand what happened to him and sometimes all that people need is one bad day.. one moment and they are not the same anymore. There's nothing either of us could have done. Maybe.. maybe if he talked to us but all he did was fight and argue. We tried all we could, Jake.“, versuchte sie ihn zu beruhigen, denn dass er sich Vorwürfe machte, konnte sie sehen. „It's time to let him go. Not only for me but for you as well. I won't watch how he drags you down with him, is that clear? I have realized what happened a while ago and accpeting it was hard. I won't blame you if you need time but don't ask me to support your crazy idea of talking to him. What do you think will he do if he hears that I will stay with you? He won't do something to himself but maybe to someone else. To you.“, sprach sie eindringlich auf ihn ein. „Yes, I believe that's how far gone he is and I will not let this happen. Not in this life.“ Immerzu hatte Jake sie beschützt. Jetzt musste sie ihn beschützen, denn seinen alten Freund ziehen zu lassen schien ihm schwerer zu fallen als man es vermutete oder ihm selbst bewusst war.

Sam kannte ihre Familie gut genug um zu wissen, dass es sich nicht um einen normalen Rat handelte. Sie stand Cage so nah, dass sie regelrecht fühlen konnte, dass es hier nicht um normale Probleme ging. Dafür musste sie ihm auch gar nicht ins Gesicht sehen. „I've seen this face on my father only once in my life before.“, sagte sie. Lange Zeit war es nun schon er, aber an diesen Tag und seinen ratlosen Gesichtsausdruck, der versuchte Hoffnung aufrecht zu halten, erinnerte sie sich noch ganz klar, denn damals war es der wohl schlimmste Tag in ihrem Leben gewesen. „He came home from the hospital and didn't know how to tell me and Cage that our mother had died. It was only in that moment that I saw it and never again afterwards. Until today.“ Das war ihr Beweis genug, das etwas viel größeres vor sich ging. Selbst wenn Eli versuchte sie und Clara zu beruhigen. Sie wusste es zu schätzen, würde sich aber über die Wahrheit viel mehr freuen. Davon auszugehen, dass er mehr wissen musste, war nicht gerade gerecht, aber sie wusste nunmal auch, dass weder ihr Vater noch ihr Bruder ihr die Wahrheit erzählen würden.
„Something is going on and you know what it is, don't you, Eli?“, richtete sie das Wort wieder an den älteren Mann. „Everyone just decided not to tell us women again.“ Missmutig hatte Sam gar nicht sein wollen, doch war es mit den beiden immer das gleiche. „We do not need protection, we need to know the truth.“ Manchmal war die Wahrheit hart, ja, aber sie ertrug es lieber und war dafür auf das vorbereitet, was kommen würde.
Malcolm wollte gar nicht versuchen abzustreiten, dass die Situation alles andere als gut aussah. Auch wenn sein Sohn vielleicht insgeheim darauf gehofft hatte das sein Vater eine einfache, gute Lösung hatte. Aber die gab es für diese Lage nicht. Wenn nichtmal das Militär für eine Epidemie dieses Ausmaßes gewappnet war, bezweifelte der Tierarzt das es irgendwer sonst auf der Erde war. In Gedanken nickte er, während er Cage zuhörte. Niemanden mehr reinzulassen war keine schöne Option, aber vielleicht die einzige und wenn er ganz ehrlich war, es sah nicht danach aus als ob es noch sehr viele Menschen gab, die diese Zone erreichen könnten. Schon auf dem Weg hierher waren sie kaum einem Auto begegnet. „The outside world has gotten very silent, Cage. I doubt there will be a lot left that come here for shelter.“, seufzte er mit bedauernd. Für ihre Situation war es besser, aber der Gedanke an die vielen Toten, hatte einen bitteren Beigeschmack. „Whoever comes here can still camp outside and get whatever we can spare. Until the end ofthe year we could set up some kind of production for supplies.. it's not impossible.“ Mit der Medizin sah es da anders aus, aber Malcolm wollte einen Schritt nach dem nächsten machen. Essen und Trinken war erstmal viel wichtiger, denn ohne Nahrung würden sie ganz sicher irgendwann sterben und sich aus Gier womöglich sogar selbst auslöschen.
Nachdenklich zog er die Augenbrauen zusammen als er einen Soldat aus Richtung des Waldes auf sie zuhetzen sah. Selbst ohne militärische Erfahrung konnte man sehen das er keine guten Neuigkeiten mitbrachte. Ängstliche Soldaten waren niemals ein gutes Zeichen. Schwer schnaufend gab der Soldat bei ihnen an. „Apes.. there are.. fucking apes.. outside the fence.“, presste der Soldat unter schweren Atmungen heraus. „Apes?“, wiederholte Malcolm. Er hatte von einem Ausbruch aus den Zoos gehört als der Virus los ging. Viele Tiere waren dabei geflohen und hatten sich ein neues Zuhause in der Natur gesucht. „They were talking.“, setzte er nochmal nach. Jetzt konnte Malcolm die Verwunderung aus seinem Gesicht nicht mehr fernhalten, sah jedoch zu Cage. Es war nicht sein Platz eine Entscheidung zu treffen und die Authorität seines Sohnes wollte er ebenso wenig untergraben.

Für alle Beteiligten war es gerade wohl besser, dass Michael nicht wusste, was Healey tatsächlich dachte. Er war nicht naiv genug um zu glauben das sie nicht wieder hartnäckig sein würde, wenn er ihr nicht erlaubte ihren Bruder mitzunehmen, wollte sich jetzt diese Diskussion aber erstmal sparen. Mit einem Geständnis von Roman, sah die ganze Situation vielleicht ja gleich ganz anders aus. „Patience is not your strength, is it?“, neckte der Polizist die Blonde, was Mike dazu veranlasste ihre Hand etwas fester zu umschließen. „You had us waiting long enough.“, meinte er dazu nur und musste sich zügeln, nicht gleich wieder zu provozierend zu klingen. Die ganze Zeit hatte der Anwalt Verständnis gehabt für die Tragödie, die passiert war, aber nachdem was er gerade im Nebenzimmer beobachten musste, war auch seine Geduld erschöpft. „Follow me.“ Mit einem Nicken bedeutete Michael den beiden, ihm zu folgen. Der Weg führte sie raus aus dem kalten Kellergewölbe und nach oben an die frische Luft. Der Morgen war noch früh, aber die meisten waren schon auf den Beinen. Egal ob es Kinder waren, die spielten oder Erwachsene die sich eine Arbeit gesucht hatten. Manche ältere Herrschaften waren dabei zu beobachten wie sie Schach oder Karten spielten, denn es grenzte sowieso schon an ein Wunder, dass sie es bis hierher geschafft hatten. Niemand halste ihnen da noch Arbeit auf. Er führte die beiden über den Hof bis zu dem alten Krankenhaus, in dem Roman auf weiteres festhielt. Dort angekommen war das Zimmer kaum zu übersehen, da man sogar Wachen davor positioniert hatte. „Any incidents?“, fragte Michael die Wachen. Beide schüttelte den Kopf. „The girl is in their to bring him his food. Everything was quiet all night, sir.“, antwortete einer von ihnen. Kurz nickte er zur Bestätigung bevor er die Tür öffnete und Mike und Healey hinein ließ.
Zu seiner Verwunderung fand man Roman aber nicht im Bett liegend und mit den ledernen Manschetten gefesselt vor, sondern auf dem Bett sitzend. Dabei rieb er sich die Handgelenke, die durch das harte Leder in der Nacht ganz wundgescheuert waren. Nur ein kleiner Schmerz, der ihn im Grunde kaum störte. Jedoch nervte es ihn, dass man ihn wie ein Tier festgebunden hatte und das nur wegen einer einfachen Schusswunde. „Why isn't he tied down?“, fragte Michael sofort streng die Latina, die für sein Essen zuständig war. „I do not need to be tied down.“, erwiderte Roman eigenständig und klang unfassbar müde und angestrengt. Eigentlich ging es ihm schon sehr viel besser, aber Healey war jetzt hier und noch hatte er die Hoffnung, nicht ganz aufgeflogen zu sein. Langsam stand er jetzt auch von dem Bett auf und sah zu seiner Schwester. „Have they hurt you?“, fragte er sie. „We are all good, Roman.. don't worry.“, gab Mike gleich Entwarnung, der aber auch noch keine Ahnung von dem hatte, was Healey zuvor von Michael erfahren hatte.

Troy schnaubte leicht als Ella sich aus seinem Griff befreite und sich wieder anzog. Er hatte damit rechnen sollen. Eine kleinere Schwärmerei war für viele nicht genug Grund tatsächlich einen Mord zu begehen. Also musste er es wohl doch wieder selbst machen und das bevor Cage die beiden als irgendwie wichtig empfand. Vielleicht konnte er sie auch einfach gegen ihn lenken und sie würden sich von selbst eines Tages vernichten. Es war nun nicht das erste Mal, dass jemand in krank nannte. Tess tat es ständig und schon da hatte es ihn nicht interessiert. Sie alle konnten das größere Ganze einfach nicht sehen. Er würde es ihnen beibringen, ob sie wollten oder nicht.
Die Arme verschränkte er nun vor der Brust und lehnte sich mit dem Rücken an die Küchentheke während er beobachtete wie Ella sich wieder anzog. „It's not a joke.“, sagte er ehrlich. „Haven't you ever heard about doing something for the greater good? It happens in war all the time. Once you've learned the lesson that sometimes you have to do cruel things to save others, you're a changed person.. You better learn that lesson fast, Ella.“, riet er mit einem Schmunzeln auf den Lippen. „You see.. Tess and Jake are a threat to the zone. Can't you see that? They have already betrayed me for their own interests. They're selfish and selfish people will bring the safety, that this facility tries to offer down. Treacherous blood runs in their veins. I'm not even saying that they're doing it on purpose but it is who they are.. one day people like them will destroy what we're trying to build and neither Cage or anyone else is willing to do what is necessary to save everyone who deserves it.“ Zum Ende hin wurde Troy nun immer lauter, da er sich so sehr darüber in Rage redete, dass Ella es für so unsinnig hielt, was er ihr erzählte. Dabei meinte er das alles ernst und glaubte an das, was er da sagte. Natürlich spielte auch zum Teil seine Ärgernis über den Verrat seiner Freunde eine Rolle, aber im Großen und Ganzen lag die Zone ihm einfach nur sehr am Herzen und er wollte die Menschen schützen, die es seiner Meinung nach verdient hatten.
Tief atmete der Soldat durch um sich selbst wieder ein wenig zu beruhigen. „Do you want them to destroy the new world that we're building? This is the time to create a better place and people that don't value truth and honor have no place here.“

Caesar behielt seinen Blick auf den Soldaten. Trotzdem nahm er die Unruhe der Affen hinter sich wahr und wie sie begannen sich zurückzuziehen. Das war auch gut so, denn gegen Feuerwaffen waren sie nicht gewappnet. Noch nicht zumindest. Nie hatte er diesen Weg einschlagen wollen, doch vielleicht ließen die Menschen ihm keine andere Wahl. Sollten sie sich dazu entscheiden anzugreifen, mussten sie sich verteidigen, das war ganz klar. Langsam nickte der Anführer der Affen auf Kobas eindringliche Handzeichen. Ja, sie mussten gehen, doch wollte er auch nicht, dass der Junge, dessen Mut er als bewundernswert empfand, ins Kreuzfeuer geriet. Darum wartete er einen Moment ab bis Bill sich aus seiner Starre befreit hatte. „Th.. they w.. want.. pe.. peace.. le.. let.. th..em go..“, bat er nochmal die Soldaten, die immerhin schonmal ihre Waffen gesenkt hatten. Dabei ging er ein paar Schritte zu den Menschen hinüber, damit sie sich nur kurz mehr auf ihn konzentrierten als auf die Affen hinter sich und der Plan schien zu funktionieren. Einer der Soldaten, griff sofort Bills Arm als dieser in Reichweite war um ihn ganz auf die Seite der Menschen und somit in Sicherheit zu ziehen.
In diesem Moment gab Caesar den Affen ein Handzeichen auf die Bäume zu fliehen und sich von dortaus wieder zurück zum Lager zu begeben. Die übrigen Affen folgten sofort dem Befehl. Nur Caesar blieb bis auch der letzte Affen die schütztenden Blätter der Bäume erreicht hatten. Einen kurzen Blick warf er nochmal dem Menschenjungen zu, bevor selbst mit einem großen Satz auf einem Baumstamm sprang und sich mit seinen kräftigen Armen nach oben schwang. „Back to camp.“, deutete er Koba. „We need to discuss with the others.“ Alle anderen des kleinen Beraterstabes waren noch im Lager. Den Vorfall verschweigen wollte Caesar gar nicht, aber die anderen mussten darauf vorbereitet werden.
Bill dagegen war auf dem Boden zurückgeblieben und sah den Affen nur mit offenem Mund hinterher. Was er gerade erlebt hatte war kein Vergleich zu dem, was er sonst immer im Zoo gesehen hatte und er konnte es schon jetzt kaum noch abwarten es seinem Vater zu erzählen.

Das Knarzen der Äste unter seinen Füßen waren neben dem Gezwitscher von Vögeln die einzigen Geräusche, die die Stille des Waldes unterbrachen. Ray selbst hatte die meiste Zeit des Weges, den sie seit dem Morgen zurückgelegt hatten, geschwiegen. Angesichts der Vorkommnisse der letzten Wochen war es aber wohl kein Wunder, dass man sich mehr zurück zog und mit seinen Gedanken lieber alleine sein wollte. Ihm erschien es noch immer wie ein schlechter Traum in dem er in eines seiner blöden Videospiele gezogen worden war. Die Geschichten seines Bruders, die er früher teilweise für sehr unglaubhaft gehalten hatte, machten nun viel mehr Sinn und er wünschte sich, dass dem nicht so war. Einen Rückweg aus der Epidemie sah er aber nicht und sprach dabei aus Erfahrung. Noch war er nur Student in dem Fach der Biochemie, doch wusste er genug um zu wissen, dass es kein normaler Virus war und ein Heilmittel eher unwahrscheinlich. Seine Hoffnung auf Besserung war nach dieser Erkenntnis also rasch auf null gesunken. Dazu kam der Verlust seines fast gesamten Freundeskreises. Die Evakuation auf dem Collegegelände war tragisch gescheitert und in nur wenigen Tagen hatte sich jeder eher um sich selbst gekümmert als auf andere zu achten. Doch auch das konnte Ray kaum verübeln, denn er hatte genauso reagiert wie alle anderen und versucht das zu schützen was ihm lieb war. Den Kontakt zu seiner Familie hatte er seither gänzlich verloren. Ohne Strom auch keine Überraschung und so wie er die Situation einschätzte, würde er auch niemanden mehr von ihnen wiedersehen. Zu dem jetzigen Zeitpunkt gab es nur noch ihn, Sofia und Cal. Ein alter Kriegsveteran, der die beiden Studenten vor ein paar Wochen in einer Stadt aufgelesen hatte. Dabei hatte er ihnen geholfen ein paar der Untoten loszuwerden und sie in die Sicherheit seines Bunkers gelassen. Seither lebten sie dort mit ihm. Zu Beginng war es nur eine Zweckgemeinschaft gewesen, doch mittlerweile hatte sich daraus wohl auch sowas wie Freundschaft entwickelt. Zumindest fühlte es sich so für Ray an und solange er es so empfand, war es ihm egal wie die anderen es sahen, solange er nicht alleine sein musste. Er war sich sicher, dass die Stille in seinem Kopf ihn sonst irgendwann in den Wahnsinn trieb.
Der Junge nahm das Fernglas runter, durch welches er eben noch gesehen hatte und strichs ich das struppelige Haar aus dem Gesicht. In den letzten Wochen war es einfach viel zu lang geworden. „Looks like bad weather is coming.“, teilte er Sofia mit. Obwohl Cal einen ganzen Bunker voller Vorräte hatte, mit dem sie sicher ein paar Jahre überleben konnten, wenn er richtig geschätzt hatte, waren er und Sofia heute morgen aufgebrochen um nach mehr zu suchen. In Situationen wie diesen war mehr eben mehr, so lautete Cal's Devise und da er sie aufgenommen hatte, war es für Ray selbstverständlich mitzuhelfen während der Alte den Bunker beschützte. „Maybe we should head back.“, schlug er vor sprang von dem alten Baumstumpf, von dem aus er Ausschau gehalten hatte. Die Ausbeute des heutigen Tages war mau gewesen und sich jetzt noch im Regen was einzufangen, hielt Ray für keine sonderlich gute Idee, denn Medizin war selbst für sie Mangelware.
Jake Landlow
"What do you want me to do, Tess? I'm trying to find a god damn solution for all of this! This is what I always do" sagte er zum Ende hin immer verzweifelter. Er wusste, dass es wahrscheinlich keine gute Idee war mit Troy zu reden, schon gar nicht wenn er keine Gegenargumente hatte, zu dem was auch immer in dem Kopf seines besten Freundes vor sich ging. Ihn zu ignorieren war aber auch keine Option, denn der Soldat war sicher niemand, der sich einfach so ignorieren ließ.
"One bad day and he throws everything away that you guys had? That our friendship meant to him? I don't understand, Tess. I can't .. Even if I wanted to just let go off him, I can't just do it. I knew his family, all the friends, everything that mattered to him for more than half of his life. You know me, Tess .. I'm not a person to let go off something without trying to solve the problem" versuchte er es wesentlich versöhnlicher. Sie brauchte sich bei all dem ja gar nicht beteiligen. Jake würde das alles alleine mit Troy regeln, die Brünette müsste nicht mehr in seine Nähe, wenn er ihr solche Angst bereitete. Aber Jake musste es einfach selbst erleben. Er musste selbst mit eigenen Augen sehen wie schlimm sein Freund geworden war.
Kurz seufzte er, ging dann aber endlich zu Tess und überbrückte den Abstand zwischen den beiden, welcher während ihres Streits die ganze Zeit vorhanden war. "You don't have to do anything, Tess" sagte er sanft. Dabei legte er ihr eine Hand an die Wange und lächelte sogar ein wenig. "I know that he scares you and the thought of him being like this .. hell it scares me too. But I need to try, just once. If he goes crazy on me, I promise I won't ever do it again. But you don't have to talk to him anymore. And he won't hear it from you, that you'll stay with me. You don't have to go near him again, okay? But I need to see it with my own eyes to understand .. Maybe I sound crazy too, but he is my best friend, Tess. I need to see to believe that he's lost for good. Please try to understand me .. I know it's hard and you may think I'm an idiot but I have to do it."

"Sam" bat Clara die Blonde ruhig, damit sie Eli nicht weiter in eine Ecke drängte von der sie überhaupt nicht wussten, ob er wirklich etwas wusste oder nicht. Genau genommen hatten sie tatsächlich keine Ahnung von irgendetwas hier in der Zone. Cage war ihre einzige offizielle Informationsquelle und wenn Sam Recht behielt, würden die zwei von dem ganz sicher nicht besonders viel erfahren. Ob Eli aber wirklich etwas wusste war fraglich. Sie konnte sich nicht vorstellen, dass ein einfacher Händler in der Zone etwas darüber wusste, was das Militär hier fabrizierte. "Please, Sam, it is not because no one wants to tell you" sagte Eli und versuchte dabei versöhnlich zu klingen. "I know my parts and only because my son is working with the local doctor in charge. I was asked not to tell anyone and I gave my word not to do so. You must understand that."
"You know your parts? Does that mean they're talking about the same thing you know or is there more?"
"There could be more .. when Sam is right, and she probably is because she knows her family best, then there is more to the story. Something the general likes to keep in private" vermutete der Ältere. "But maybe if you ask him, not comand him, he might tell you what's going on? I'm sure he appreciates every help, Sam." Auch wenn Eli sein Bestes gab sich irgendwie mit den jungen Frauen gut zu stellen, sah er deutlich, wie wenig es nur funktionierte. Auch Clara schien nun überhaupt nicht mehr davon überzeugt zu sein, dass alles in Ordnung war. "Maybe they sort it out" wandte sie sich nun an Sam und verschränkte überlegend die Arme vor der Brust. "They would tell you, if they do, right? And if they don't tell us, we'll find out anyway" beschloss sie.
"I know, I know" seufzte Cage müde und rieb sich mit einer Hand über die Stirn. Dennoch und obwohl nur noch wenige Menschen den Weg hier her finden würden, musste er sie vor den Toren lassen. Er wusste wie ungesund das Denken war, er könne sie alle retten. Aber es war fest in seinem Kopf verankert. Deshalb nahm er auch die Sicherheit der Zone so ernst und reagierte streng, wenn Situationen eintraten wie am Vorabend mit Roman. "You and mum always have been so positive" schmunzelte der Soldat fast schon etwas traurig. Denn Malcolm hatte Hoffnung darin, dass sie es bis zum Ende des Jahres schaffen konnten. Cage dagegen hatte nur all das Negative gesehen was mit dem Abbrechen der Vorratslieferungen kam. "I wish she was here .. for Sam, you know?" schob er hinter her, damit es nicht so wirkte, als wenn auch er gut auch einen mütterlichen Rat gebrauchen konnte. Sein Vater war alles für ihn, vor allem aber ein Vorbild. Jedoch vermisste er seine Mutter mindestens genau so sehr wie seine Schwester es tat.
Der Soldat, der so abgehetzt auf sie zu gelaufen kam, unterbrach aber seine Gedanken und sofort war er wieder der General, den seine Männer kannten und respektierten. Er richtete sich auf, überragte den Soldaten sofort in Größe und Breite und hatte einen ernsten Blick aufgesetzt. "They .. were talking?" fragte er schließlich ungläubig nach. "Apes were talking to you?" grinste er jetzt sogar schon fast etwas belustigt. "I told you not to smoke when you're on guard" mahnte er jetzt aber streng. "I swear, general, none of us smoked! The apes were real! You have to believe me, Sir" bat er ihn eindringlich. "The boy! The one who stutters, ehh .. the boy working with Doctor Porter -"
"Bill?"
"Yeah right, Bill! He was there too. A boy his age surely doesn't smoke, right? You can ask him" sagte er aufgebracht weil Cage ihm einfach nicht glauben wollte. "Talking apes" schnaubte Cage. "I don't want Eli or the girls to follow us, understand? They're inside."
"Yes, Sir" sagte der Soldat salutierend. "Dad, you come with me. You're good with animals" meinte er auch wenn er sprechende Affen immer noch für einen Witz hielt. Jedoch setzte er sich gleich in Bewegung, was Clara im Haus nicht entging. "They're leaving? What is going on?" fragte diese nun Eli, der aber genau so ratlos aussah wie sie es war. "I have no idea."

In ihrem Job war Healey tatsächlich sehr geduldig und mitfühlend. Das hier war aber eine Ausnahmesituation, sie standen dauerhaft unter Strom und sie hatte absolut keine Ahnung wo ihr Bruder sich befand. Das sie da also ungeduldig wurde, so fand sie, war überhaupt kein Wunder. Anders als Mike erwiderte sie aber auf Michaels kleinen Kommentar hin nichts. Sie befürchtete noch irgendwann wegen ihm die Fassung zu verlieren und ihm an die Gurgel zu gehen, so angespannt war sie.
Kaum das sie sich also in Bewegung gesetzt hatten, stieg ihre Anspannung noch um ein Vielfaches. Am Ende des Tages war ihr Körper sicher so müde, dass sie zu nichts mehr in der Lage sein würde. Nicht weil sie sich körperlich so angestrengt hatte, sondern weil das ganze Adrenalin, wenn es erst einmal verschwunden war, eine furchtbare Müdigkeit hinterlassen würde. Erst einmal schirmte sie aber mit ihrer freien Hand ihr Gesicht ab, als die drei das Kellergewölbe verließen. Zwar war dort unten auch Licht, aber wesentlich dunkler und künstliches Licht war nichts im Vergleich zu der Sonne, die ihr jetzt in den Augen brannte. Ihren Blick, als ihre Augen sich an die Helligkeit gewöhnt hatten, ließ sie über ihre Umgebung schweifen. Ein wenig beruhigte es sie, wie die Kinder spielten und sie sah wie viele weitere Menschen sich in der Zone befanden. Waren sie in der Stadt doch so ziemlich die letzten Überlebenden gewesen, machte es hier überhaupt nicht mehr den Anschein, als würde die Menschheit in Gefahr schweben.
Im Krankenhaus angekommen und kaum, dass sich die Tür zu Romans Zimmer geöffnet hatte, versuchte sich die Blonde gleich an Michael vorbei zu zwängen, was ihr aber erst möglich war, als dieser den Raum betreten hatte. "And he said he needed to pee" fügte Alex Romans Aussage hinzu, was erklärte wieso sie ihn überhaupt von seinen Fesseln gelöst hatte. "I'm here to bring the food, not to watch him pissing himself" sagte die junge Frau, wobei sie stur die Arme vor der Brust verschränkte. Vor der Tür waren Soldaten, genau wie in der ganzen Zone. Roman wäre hier schon nicht rausgekommen, dem war sie sich sicher. Und wie eine Gefahr für die Menschheit kam ihr der Blonde auch nicht wirklich vor. Healey beobachtete das kleine Hin und Her für einen Moment, bevor sie einfach an Michael vorbei ging und die Arme um ihren Bruder schlang. "Don't scare me like this again" bat sie ihn flüsternd und spielte auf die Schusswunde an. Dann sah sie aber zu ihm auf, löste sich dabei nur ein wenig von ihrem Bruder. "But we need to talk, Roman .." sagte sie, sah dann aber zu Alex. "Alone."
Diese hob gleich verteidigend die Hände. "Believe me, I'm happy about every free time I can get" gab sie Entwarnung und nahm das Tablett mit dem Essen, welches sie zuvor einfach auf dem Bett abgestellt hatte, um es jetzt sicher auf den Nachttisch zu stellen, damit Roman später noch etwas essen konnte. "But let me know when you get out of here, handsome" zwinkerte sie noch Roman zu, bevor sie sich an Mike und Michael vorbeidrängte und hinter sich die Tür schloss. Healey schüttelte darüber nur den Kopf, wandte sich aber nun wieder an ihren Bruder. "Please be honest with me" bat sie ihn. "Is he telling the truth" meinte sie und deutete auf Michael. "And don't tell me you don't know what I'm talking about, Roman."

"We are not at war, Troy" warf Ella gleich ein. Zwar kämpften sie hier alle ums Überleben und gegen einen Virus, aber ganz sicher war das kein Krieg. Es war eine Krankheit, die überstanden werden konnte. Dem war sie sich vollkommen sicher. Das er aber so überzeugt davon war, dass man Jake und Tess umbringen musste, machte der Brünetten Angst. Und das so sehr, dass man es ihr ansehen konnte. Die Arme schlang sie sich um ihre Mitte um sich ein wenig kleiner zu machen. Als Troy auch noch begann sie regelrecht anzuschreien, zuckte sie zusammen und musste den Blick von dem Soldaten abwenden.
Bei all ihrer Schwärmerei für Troy war ihr diese Seite von ihm irgendwie komplett entgangen. Vielleicht war es aber auch nur das Denken eines Soldaten, das sie nicht verstand. Oder vielleicht war sie noch nicht so weit, alles was sie kannte aufzugeben und sich der, wie er sagte, neuen Welt anzupassen. Sie brauchte einen Moment um sich wieder ein wenig zu fangen. Das ganze hier war in eine vollkommen andere Richtung verlaufen, die sie so nicht hatte kommen sehen. "Troy" sagte sie nun vorsichtig, wagte sich aber noch nicht näher an ihn heran zu treten. "I understand how you must feel like." Wahrscheinlich war das alles nur ein Anflug von Wut über Tess und Jake von denen er wohl ganz deutlich vermutete, dass sie ihn gemeinsam betrogen hatten. Zumindest hoffte sie einfach, dass er solche Dinge nur aus seiner Wut heraus sagte.
"Being betrayed .. You don't deserve that" fuhr sie fort und wagte sich doch nun wieder zu ihm zu gehen. Immer noch war sie vorsichtig, da Troys kleine Rede ihr doch Angst eingejagt hatte. Tief atmete sie ein und wieder aus, fasste sich dann jedoch ein Herz und legte eine Hand an seinen Arm. "But they are just two people who came here for shelter. I don't think they are a threat to the zone, Troy .. I can help you to make them leave, this is no problem at all. But killing them? This is just mad .. You don't wanna do this. You're just hurt, I get that. We're all getting a bit driven away when we're angry" versuchte es Ella schließlich versöhnlicher. "Come on, Troy" schmunzelte sie. "I make you forget about them and Tess will regret that she ever left your side."

Als die Affen den Rücktritt antraten, überlegten die Soldaten für einen Moment sie aufzuhalten. Sie hoben sogar noch einmal ihre Gewehre, beschlossen aber schließlich, dass es wohl besser war keine Panik in der Zone auszulösen. Die Affen verschwanden und das war wohl die Hauptsache. Unnützes Blutvergießen musste da nicht sein. "Come on, boy" wiesen sie stattdessen Bill an ihnen zu folgen und wandten sich von dem Zaun ab, kaum dass Ceasar und seine Affen nicht mehr zu sehen waren.
Koba blickte noch einmal zurück, als er die erste Baumkrone erreicht hatte. Mittlerweile war sein grau-schwarzes Fell an seiner Hand in Blut getränkt und hinterließ seine Spuren an der Baumrinde. Es brannte so sehr, dass Koba die Zähne fletschte, während er die Menschen dabei beobachtete wie auch sie sich zurückzogen. Erst dann wurde er auf seinen Anführer aufmerksam und nickte mürrisch. Auf dem Weg in ihr Lager fiel Koba ein wenig zurück, da er seine Hand nicht voll aufsetzen konnte und dem entsprechend alles nur dreibeinig machen konnte. Das ärgerte ihn nur noch mehr und wirkte einmal im Lager angekommen, noch viel griesgrämiger als er es sowie so schon immer tat.
Sofort eilten die anderen Affen zu der kleinen Gruppe, die mit Caesar unterwegs gewesen war. Ganz vorne voran Rocket und Luca, die sofort zu ihrem Anführer vor preschten. Denn keinem war der verletzte Koba entgangen, weshalb gleich ein wenig Unruhe herrschte. "What happened?" deutete Rocket aufgebracht. Normalerweise war er es der mit Caesar auf Erkundungstouren ging, nicht etwa Koba oder gar Maurice. Das jetzt auch noch etwas passiert war, bewies auch wieder mal, warum er normalerweise mitging. Auch Bryn trat langsam nach vorne und wollte sich Kobas Hand genauer ansehen, doch dieser schlug mit einem aggressiven Geschrei in seine Richtung, was den jungen Schimpansen gleich zurückweichen ließ.
"Humans?" fragte Rocket angestrengt, da er einer der Affen war, die nicht besonders viel sprechen konnten. Einige Wörter hatte er gelernt, aber bei weitem sprach er nicht so gut wie Caesar oder auch Koba, der selbst nicht besonders gut sprechen konnte. Und schon gar nicht konnte er ganze Sätze formulieren. "Humans?" fragte er erneut und deute auf Koba.


Seit sie den Campus verlassen hatten, wachte Sofia jeden Morgen mit einem dröhnenden Kopf auf und schlief abends mit einem flauen Gefühl im Magen wieder ein. Solch einen dauerhaften Stress kannte ihr Körper sonst nur vor irgendwelchen wichtigen Projektarbeiten oder anderen Dingen, die irgendwie mit ihrem Studium zu tun hatten. Und meist hielt dieser auch nur für zwei, drei Tage an. Mittlerweile hatte ihr Körper aber die Grenze der stetigen Müdigkeit bei weitem überschritten und sie fühlte sich nur noch wie zerkaut und wieder ausgespuckt. Die meiste Zeit vermied Sofia es einfach in irgendwelche Spiegel zu sehen, sie konnte also nur ahnen wie furchtbar ihre Augen aussehen mussten weil sie so schlecht schlief. Aber Ray ging es da wohl ganz ähnlich.
Nachdem die Evakuierung am Campus so fürchterlich schief gegangen war und jeder um sie herum binnen nur weniger Tage starb, waren die beiden einfach nicht mehr die selben. Menschen und gerade Freunde oder Familie sterben zu sehen veränderte einen eben. Beide waren sie vorher eigentlich immer gut gelaunt gewesen und vor allem Sofia gehörte wohl zu den Leuten, denen man ein lautes Organ nachsagte. Seit sie aber zusammen unterwegs waren, wurden sie beide ruhiger. Viel konzentrierter auf ihre Umgebung und vor allem darauf bedacht den jeweils anderen lebend zur nächst besten Unterkunft zu bekommen. Denn die zwei waren die letzten ihres Freundeskreises und somit alleine. Bis zu dem Zeitpunkt an dem Cal die beiden aufgegabelt hatte. Er war auf seine Weise ein wenig verdreht, schien aber wesentlich besser mit allem klar zu kommen, als die beiden jungen Erwachsenen, was wohl an seiner Kriegserfahrung liegen musste. Und ehrlich gesagt war Sofia froh drum ihn an ihrer Seite zu haben. Es ließ sich einen gleich ein wenig sicherer fühlen, wenn man jemanden bei sich hatte, der ernsthafte Erfahrungen damit hatte Leute zu beschützen.
An diesem Morgen waren Mitch und sie aufgebrochen um neue Vorräte aufzutreiben. Nicht unbedingt notwenig, aber es brachte die beiden vor allem auf andere Gedanken. Etwas zu tun zu haben, lenkte ab und tat gut. Mitch war nicht wirklich der Gesprächigste und deshalb hielt auch Sofia sich etwas zurück. Als sie Halt machten um sich erstens etwas auszuruhen und zweitens sich einen Überblick über die Umgebung zu verschaffen, hatte sich die junge Latina an den Rand des Baumstumpfes gesetzt, auf welchen Mitch gestiegen war damit er etwas höher stand als normal. "You know what I'm missing?" fragte sie nun mit einem Schmunzeln auf den Lippen. Dabei griff sie nach seiner Hand um sich an dieser hoch zu ziehen. "When it's really rainy and just bad weather" fuhr sie fort, wobei sie sich an seinem Arm einhing. "I miss to just lay in my bed and to cuddle all up, drinking tea and doing nothing but to binge watch some Netflix" beendete sie ihren kleinen Ausflug in die Vergangenheit und legte ihren Kopf an Mitchs Schulter. "In case it's really gonna rain today -" Dabei ließ Sofia aber von seinem Arm ab, hielt nur seine Hand für einen kurzen Augenblick länger, bis der Abstand der beiden zu groß war um sie länger zu halten und schulterte wieder ihren Rucksack, den sie für die Pause abgelegt hatte. "- and that Cal has nothing more for us to do of course. How about I make us some tea and we do this together? I mean .. cuddling up of course. Netflix is not really an option anymore" scherzte sie etwas bitter. Nicht, dass sie das Schauen von Filmen oder Serien vermisste, mehr nur das Gefühl es einfach tun zu können wann immer sie wollte fehlte ihr ein wenig. "We really could need a few hours just not thinking of .. all of this. Maybe we can even watch the rain from the bunker" überlegte sie und drehte sich schließlich wieder zu ihm um. Es war sicher nicht eine ihrer besten Ideen, aber immerhin hätten sie dann mal ein wenig Ablenkung, zumindest für eine kurze Zeit. "What do you think?"
Tess Graysmark
Hätte man Tess einfach nur von Troys Veränderung erzählt, ohne das sie es selbst mit ihren Augen gesehen hatte, wäre sie vermutlich genau so schwer gläubig gewesen, wie Jake es jetzt war. Darum wurde ihr Blick jetzt weicher und verständnisvoller. Viel geschlafen hatte sie in den letzten Tagen nicht und all die nervenaufreibenden Geschehnisse, setzte ihr zusätzlich zu. Kaum das Jake seine Hand an ihre Wange gelegt hatte, wurde sie aber ruhiger. „I'm scared for you, Jake.“, gab die Dunkelhaarige ehrlich zu. Eine Hand legte sie dabei an sein Handgelenk. Troy war so unberechenbar geworden, dass es ihr Sorge bereitete, Jake in dessen Nähe zu wissen und dann auch noch um so ein heikles Thema zu besprechen. „Just promise to be careful. I understand that it's hard to believe and seeing it for yourself will maybe make it easier for you to let go but please look out for yourself. This problem can't be solved. I wouldn't know how.“, seufzte sie. Nächtelang hatte sie schon wach gelegen oder sich auf die Suche nach einem Therapeuten begeben. Alles erfolglos. In einer Quarantäne-Zone konnten sie solche Hilfe auch sicherlich vergessen.
Sie nahm Jakes Hand von ihrem Gesicht, behielt sie aber weiterhin in ihrer Hand. Wieder war da das gleiche Gefühl wie bei der Tankstelle. Die Nähe zu ihm beruhigte sie und schon seit längere Zeit ertappte sie sich immer wieder dabei, wie sie absichtlich nach dieser suchte. Ganz Unrecht hatte Troy also vielleicht gar nicht, was ihr ein unfassbar schlechtes Gewissen machte. „But how are you feeling with everything that happened?“, wechselte sie nun das Thema, damit sie beide wenigstens auf etwas andere Gedanken kamen. Dass ihr Vater jetzt als lebender Untoter in ihrem alten Zuhause gefangen war, war allgegenwärtig in ihrem Kopf. Bisher hatte sie es erfolgreich geschafft nicht zu viel darüber nachzudenken, denn dann würde sie ganz sicherlich komplett den Verstand verlieren. „And how is Sarah?“ Gestern noch hatte es um ihre Gesundheit nicht besonders gut gestanden, doch hatte sie vor wenigen Minuten schon einen viel besseren Eindruck auf sie gemacht.

Genau da lag ja leider das Problem. Weder ihr Vater noch Cage würden Sam irgendetwas erzählen, wenn sie es nicht für notwendig hielten oder davon ausgingen,d ass es für sie nicht schadete. „I'm the little sister. They always keep everything from me.“, seufzte sie frustriert, hielt aber in ihrer kleinen Schimpftriade inne als sie ein weitere Soldat die Szene betrat und sich mit ihrem Bruder unterhielt. Hören konnte sie kein Wort, dennoch schwieg sie damit sie nichts wichtiges verpasste.
Draußen verfiel Malcolm dagegen in Gedanken. Sprechende Affen. Gehört hatte er davon bisher noch nie, aber das Affen außerordentlich intelligent waren, war nicht von der Hand zu weißen. Affen waren nicht unbedingt sein Spezialgebiet, doch kannte er sie tatsächlich um einiges besser als sein Sohn und dessen Leute. Darum nickte er auch gleich als es darum ging ihn zu begleiten. „Apes are very intelligent animals. It's not unlikely that they have learned things from humans.“, bemerkte er, da Cage das, was sein Soldat erzählte als Unsinn abtat. Womöglich hatten sie nur einen laut von sich gegeben, der sich wie ein Wort aus ihrer Sprache anhörte und in ihrer Angst hatten die Soldaten es gleich als gesprochenes Wort verstanden, was nicht zu abwegig war. „Where is the boy now?“, wollte Malcolm von dem Soldat wissen, der sie zurück zu der Stelle führte, an denen man die Affen gesehen hatte.
Sehr weit kamen sie aber nicht, da Sam ungeachtet von den anderen den kleinen Laden verlassen hatte um ihnen zu folgen. Einfach abzuwarten bis sie wieder kamen, sah sie gar nicht an. Ganz klar handelte es sich hier um ein Problem und sie würde vor Sorge sterben, wenn ihre Familie jetzt einfach verschwand ohne ihr ein Wort zu sagen. „Where are you going?“, wollte sie wissen und holte zu ihnen auf. Malcolm war schon stehen geblieben als er die Stimme der Blonden hinter sich gehört hatte. Die Besorgnis in ihrem Gesicht erinnerte ihn stark an seine verstorbene Frau, die genauso immer die Stirn in verärgerte Faltern gelegt hatte, wenn sie glaubte das er ihr etwas verheimlichte. Wie auch Cage vermisste er sie sehr. „We just take a look at something. We'll be back before dark, I promise.“, wollte er sie beruhigen, doch Sam verschränkte nur die Arme vor der Brut. Herausfordernd sah sie zu Cage. „Where are you two going?“, wiederholte sie die Frage nochmal. „You can't keep secrets from me. Not now!“ Sie wollte ja gar nicht unbedingt mitkommen, aber sie musste einfach wissen wohin sie gingen und ob sie sich sorgen musste. Nichts zu wissen, war für sie viel schlimmer als die Wahrheit, denn dann malte sie sich viel grausamere Dinge aus.

Roman war erleichtert seine Schwester zu sehen. Von allen Menschen war sie der wichtigste in seinem Leben. Am Morgen aufzuwachen und nicht zu wissen wo sie war, hatte ihn fast wahnsinnig gemacht. Einen Arm, den anderen konnte er aufgrund der Schusswunde noch nicht wirklich gut heben, legte er um Healey und drückte sie etwas an sich. Seine Freude verwandelte sich aber bald in Misstrauen als sie ihn bat die Wahrheit zu sagen. Zuerst wanderte sein Blick zu Michael, dessen Gesichtsausdruck ihm genug verriet um zu wissen, worauf Healey anspielte. Irgendwie hatte dieser Kleinstadt-Polizist herausgefunden, wer er wirklich war und was er tat. Ganz so leichtes Spiel würde er ihm aber nicht machen. Sein Leben lang schon belog er seine Schwester und immer hatte sie ihm geglaubt. Dies würde sie auch jetzt wieder tun. Er löste sich von ihr und sah sie jetzt wieder an. „The gun?“, fragte er unschuldig und verwirrt wirrend nach. „Citizens of america are allowed to have a gun, Healey.. I didn't do anything wrong. You know the neighborhood I live in. It's safer with a gun there and it is my right.“, erklärte er und tat ganz einfach so als wäre dies das einzige auf was sie anspielen könnte. Niemand konnte ihn verhaften, nur weil er eine Waffe besaß. Jeder in diesem Land durfte es und das alleine machte ihn noch nicht zum Terroristen.
„It's not about the gun, idiot.“, blaffte Michael ihn an, dem diese Spielchen genug waren. Er hatte schon damit gerechnet, dass Roman versuchen würde sich wieder rauszureden. Niemand gab einfach so eine Straftat zu, ganz zu schweigen von Terroranschlägen. Es sei denn sie waren psychisch besonders instabil, aber von Roman wusste er, dass er gut trainiert war und as mental sowie körperlich. Seinen Schwachpunkt hatte er gerade erst gefunden als er seine Schwester gesehen hatte. Das die beiden sich Nahe standen, war kaum zu übersehen. „I didn't do anything, I have no idea what you're both are talking about.“, stellte Roman sich weiter dumm und hatte dabei ein verunsichertes Lächeln auf den Lippen. Mikes Verwirrung war im Gegensatz dazu nicht gespielt. Zwar hatte er gesehen was im Verhörzimmer passiert war, doch gehört hatte er nichts und auf dem Weg hierher hatte es keinen einzigen unbeobachteten Moment gegeben, in dem Healey ihm berichten hätte können, was vorgefallen war. „Healey, what's going on?“, fragte der junge Anwalt nun auch. „Roman is allowed to have a gun, I didn't shoot anyone. I don't see the problem.“, bat er seine Freundin um Aufklärung. Was auch immer sie erfahren hatte, war aufwühlend gewesen, aber das man Roman als Terrorist bezeichnete, war jenseits seiner Vorstellungskraft.

Einen Moment lang blieb Troy nur ruhig stehen als Ella sich ihm näherte und auf ihn einredete. Danach schien er ein Stück in sich sichzusammen zu sacken. Müde rieb er sich dabei mit einer Hand über die Augen. Sie redete genauso auf ihn ein wie alle anderen. Warum er etwas anderes erwartet hatte, wusste er selbst nicht. Weiter mit ihr zu diskutieren war sinnlos, da sie es ja doch nicht einsah und seinen Vortrag für Hirngespinste sah anstatt als unausweichliche Wahrheit. „Maybe you're right.“, seufzte der Soldat leise. Nicht, weil er es tatsächlich dachte, sondern weil diese Diskussion nirgendwo hinführte. Ella war noch nicht bereit das zu tun, was getan werden musste, damit die Zone geschützt war. Er würde es also jetzt in seine eigenen Hände nehmen müssen. Jake und Tess aus der Zone zu jagen war gar keine schlechte Idee. Alleine würden sie dort draußen nicht lange durchhalten. Entweder wurden sie gefressen oder starben am Virus. Welche dieser beiden Optionen eintrat, war egal. Hauptsache sie waren danach fort.
„It's just.. they are the people I trusted most and all they did was screwing me behind my back while I risked my life for their safety.“ Dieser Teil seiner Wut war wahr. Es ärgerte ihn, dass seine Freunde seiner wertvollen Arbeit so wenig Respekt zeigten. Darum mussten sie eben gehen. Auf die eine oder andere Weise. „You have no idea what that feels like, Ella. Trusting them with the zone or anything else is a hard thing to do for me now. If you ask me, we should let good people into the zone. Create a new and better world. Not filled with liars like them.“, wiederholte er die Grundidee seiner Gedanken nochmal, da er sie einfach nicht abstellen konnte. Diesmal klang er aber schon viel versöhnlicher als noch zuvor. Nur aus dem Grund, weil Ella es nicht nachvollziehen konnte und sie würde gehen, wenn er ihr weiter Angst machte. Er konnte jeden Verbündeten brauchen. Vorallem wenn es jemand unter den Bürgern war. Soldaten hatte er auf seiner Seite genug, denn viele wollten ihre Familien beschützen und waren dafür gewillt so ziemlich alles zu tun was notwendig war. Irgendwann würde sie das auch noch lernen, dessen war er sich ganz sicher. Manche Leute brauchten einfach einen kräftigeren Schubs als andere. „I'm sorry for yelling at you.“

Dicht gefolgt von Rocket und Luca betrat auch Blue Eyes die Szene. Caesar's Sohn war eher ein zurückhaltender Affe und tat dies so auch jetzt. Er trat lediglich neben die Erwachsenen um zu seinem Vater sehen zu können. Sein Blick war dabei verunsichert und fragend. Er war erst wenige Monate alt und der Kontakt zu Menschen war ihm gänzlich fremd. Im Gegenteil zu all den älteren Affen, die alle auf die ein oder andere Art Begegnungen mit ihnen gehabt hatten.
„A child left their camp.“, deutete Caesar auf Rockets Fragen hin. Alle hier waren nun beunruhigt. Nicht nur, weil sie Menschen begegnet waren. Einer von ihnen war verletzt worden. Gerade die Familien mit Kindern sorgten sich nun, was für ihn nur noch mehr hieß, dass er Ruhe bewahren musste. Solange er Ruhe bewahrte, so hoffte der Anführer, würden es auch die anderen tun und auf sein Urteil vertrauen. Immerhin kannte er die Menschen mit am Besten. Die guten wie auch die schlechten Seiten. „They got scared.“, versuchte er die Situation herunterzuspielen und im Grunde, war auch nichts anderes wirklich geschehen. Genauso wie die Affen Angst um ihr Junges gehabt hatte, war es so auch den Menschen ergangen. Blue Eyes entwich ein aufgeregtes Schnauben, was schon fast wie ein besorgtes Wimmern klang. Die Worte seines Vaters wusste der junge Affe nicht wirklich zu deuten. „Danger?“, fragte er daher, nutzte aber die Zeichensprache dafür. Sprechen fiel ihm genauso schwer wie die meisten anderen und ein kurzes Wort reichte in diesem Fall sowieso aus um an die Antwort für seine Frage zu kommen. Mit nachdenklicher Miene ließ Caesar sich auf einem Stein nieder. „I don't think so.“, deutete er der Gruppe vor ihm. „We will keep an eye on them.“ Vorschnell handeln war jetzt nicht das Richtige, auch wenn das Koba sicher nicht schmecken würde. Aufgrund seiner Verletzung konnte er es ihm aber nicht mal wirklich übel nehmen, dass er so dachte.
Luca hatte nun die ganze Zeit über geschwiegen. Sein Blick ging kurz zu Koba, der keinen Affen an sich heranließ um seine Wunde zu versorgen. Dummer Bonobo, dachte sich der Gorilla. Verwundet war er keine Hilfe mehr.

Ray versuchte die meiste Zeit so wenig wie möglich an die Vergangenheit zu denken. Es schien ihm wie ein komplett anderes Leben. Eine andere Welt sogar. Bei Sofias Beschreibung eines typischen Freitagabends für ihn, musste er dennoch ein wenig schmunzeln. Als wäre es erst gestern gewesen, erinnerte er sich noch daran wie er so gut wie jedes Wochenende, denn für Parties waren sein bester Freund Isaac und er einfach nicht cool genug, auf dem gemeinsamen Zimmer verbracht hatte mit Videospielen oder Netflix. Obwohl diese Erinnerung jetzt mit viel Dunkelheit überschattet wurde, da Isaac nicht mehr unter ihnen weilte, dachte er daran gerne zurück. Damals schien ihm die Welt schon furchtbar kompliziert mit Klausuren, Mädchen und dem alltäglichen Wahnsinn. Heute wünschte er sich diese Zeit sehnlichst zurück. Vorallem aber wünschte er sich seinen Freund zurück. Sie hatten das Collegegelände schon fast verlassen gehabt als dieser krank wurde. Ray hatte darauf bestanden zu bleiben bis es ihm besser ging oder zumindest in seinen letzten Stunden zu bleiben, was sich als Fehler herausgestellt hatte. Denn Isaac starb nicht einfach nur, er wurde wahnsinnig und hatte sie angegriffen. Bei dem Gedanken an den daraus entstanden Kampf und wie er ihm ein Messer in die Brust gejagt hatte, ballte er seine Hand zur Faust. Es war ein Unfall gewesen. Er hatte sich nur verteidigt und dennoch gab er sich die Schuld. Auch diese Erinnerung kam jetzt wieder, doch hielt er Sofia zuliebe sein Schmunzeln aufrecht. Sie sollte sich nicht noch mehr Sorgen.
„Sounds great.“, stimmte er ihr deshalb zu. Einen Henkel seines Rucksacks nahm er ab um das Fernglas wieder zu verstauen. „And we could watch one of those military introduction videos of Cal. Found some of them in the storage room the other day and I swear to you, he watches them every night.“ Amüsiert musste Ray grinsen. Er mochte den alten Soldaten sehr. Manchmal war er ein wenig schroff, doch bei allem was er erlebt hatte, war das wohl auch kein Wunder, dachte er sich. In den Wochen hatte er einiges von ihm gelernt. Sogar eine Waffe trug er hinten in seinem Hosenbund mit sich herum. Ganz zielsicher war er noch nicht, aber konnte sie immerhin laden und abfeuern. Cal hielt das für mehr Sicherheit als ohne zu gehen, selbst wenn er sein Ziel nicht immer traf.
Den Rucksack schulterte er jetzt wieder komplett und streckte sich danach kurz. „Let's go.. last one at the bunker cooks dinner.“ Leicht boxte er sie auf die Schulter und setzte schließlich seinen Weg fort.
Jake Landlow
"I promise" sagte Jake nun mit einer viel sanfteren Stimme als zuvor. Wenn Troy wirklich so schlimm war, wie er ihn sich gerade vorstellte, dann würde es es ganz sicher rechtzeitig merken, wenn das Gespräch aus den Fugen geraten würde. Er könnte es abbrechen oder gar in eine andere Richtung leiten um seinen Freund wieder etwas zu beruhigen oder ihm zumindest etwas Zeit verschaffen, damit Jake sich zurückziehen konnte. Eins von beiden würde ganz sicher klappen. Auch Troy musste noch an irgendetwas ihrer langjährigen Freundschaft festhalten. Es musste einfach so sein. Einen Versuch war es auf jeden Fall wert.
"I've got to live to see another day, haven't I?" stellte er wohl die einzige Frage, die ihm gerade in den Sinn gekommen war. "I'm just glad that you and Sarah are alright. She's still having a little headache I guess. But we're waiting for a doctor to check on us any minute. You should stay too .. I mean you we weren't checked on yesterday anymore so didn't you I guess. Maybe it wouldn't be too bad to make sure you're okay. Especially after what happened .." seufzte er. Jake wollte jetzt weder Tess' Vater ansprechen, noch Cassie durch welche auch er und Sarah ganz besonders stark in Berührung mit dem Virus gekommen waren. "We'll be okay, Tess" sagte er noch einmal. Es fühlte sich einfach an, als müsste er es öfter wiederholen, damit sie beide daran glauben konnten. Die Hoffnung darauf durfte einfach nicht erlischen. Weiter kam er aber gar nicht, als Liza zusammen mit Sarah auch schon den Raum betrat. Dieses Mal machte er sich gar nicht mehr die Mühe sich von Tess zu entfernen, sondern sah lediglich zu den beiden Frauen. "Oh a third patient? I didn't know -"
"It was a little spontaneously."
"I see" schmunzelte Liza verständnisvoll und steckte sich eine verirrte Haarsträhne, die sich aus ihrem Pferdeschwanz gelöst hatte, zurück hinters Ohr. Danach sah sie kurz auf ihr Klemmbrett, bevor sie die drei wieder ansah. "My name is Doctor Liza Porter. I'm leading the medical station in the zone and check on everyone that comes here myself. It's just a little check up to make sure none of you got infected or has any other injury, like your head" sagte sie und wandte sich an Sarah. "That's why I'd like to start with you first, if that's okay?"

Man merkte Cage sofort an, dass es der Respekt seinem Vater gegenüber war, dass er sich nicht auch noch über diesen und dessen schlauen Kommentar über Affen lustig gemacht hatte. Sprechende Tiere kannte er nur Papageien und vielleicht auch noch eine hochbegabte Krähe, irgendwo aus dem Internet von der er aber genau so glaubte, dass das Video einfach nur bearbeitet wurde. Seine Männer mussten sich verhört haben. Vor allem Affen konnten nicht sprechen. Das würde Cage blind unterschreiben. Wie auch? Zwar waren gerade die Arten der Menschenaffen den eigentlichen Menschen wohl am ähnlichsten und Cage würde überhaupt nicht bestreiten, dass sie vielleicht wirklich von den Primaten abstammen, aber dennoch waren sie nicht so weit entwickelt wie der Mensch, nicht ahnend, dass die Affen genau diese kleine Barriere in ihrem Hirn dank des Mittels, das für die Menschen wie ein Virus wirkte, überbrückt hatten. "I bet it's not talking" erwiderte Cage trotzdem seinem Vater. Wahrscheinlich haben die Affen am Zaun seine Männer einfach nur angebrüllt, aus einem Instinkt der Verteidigung heraus. Denn ganz sicher würden sie Männer mit Waffen als eine Gefahr erkennen, das glaubte er schon. Es musste sich einfach angehört haben wie ein Wort und deshalb waren jetzt alle so aufgebracht. "There is a small hole in the fence where -"
"A hole? You're telling me the boy only had contact with an ape because there is a fucking hole in the fence? You know that this could have killed him right?" Doch weiter kam Cage überhaupt nicht mehr, da Sam und die anderen natürlich mitbekommen hatten, dass sie sich einfach auf den Weg gemacht hatten. "Sam, wait" hörte Cage noch von der jungen Britin, bevor auch er sich umdrehte und nun in zwei fragende Gesichter und ein Verärgertes blickte. "There is a hole in the fence, Sam" griff er nun den Punkt wieder auf, der ihn gerade noch so verärgert hatte. "I wanted to check on it before anyone else does. And I want to put dad in a leading position, now that you guys are here. It's his first lesson and everything" tat er das ganze mehr als eine Kleinigkeit ab. "Still a hole in the fence means too dangerous for you and Clara. Stay with Eli, okay? We'll be back in no time and then we talk. About everything that is going on in your head" schmunzelte er nun, weil er sich denken konnte wie viele Fragen Sam in ihrem Kopf haben musste. "And I send dad back in case it's getting too dangerous, okay? But you need to sit this one out for once."
"You two looked pretty worried earlier" merkte Clara schulterzuckend an, bevor auch sie die Arme vor der Brust verschränkte, nur wesentlich friedvoller als Sam es tat. "That's because right now we're kinda having a apocalypse situation. I only talked to my dad about some things."
"That we weren't supposed to know?"
"That you will get to know soon enough, darling" fing Cage nun mit Kosenamen an, die schon fast begannen etwas zynisch zu klingen. Das merkte auch die junge Brünette und deshalb erntete der Soldat gleich mal einen finsteren Blick. "Sorry, Sam, but I think he's lying to us" stellte sie provozierend eine These auf. "Listen, Queen Ma'am" setzte Cage an und ging nun auf Clara zu. Gefährlich nahe blieb er vor ihr stehen. Angst sollte es ihr keine machen, aber zumindest zeigen, dass sie weit unter ihm stand. "You guys stay here, we will check on the fence. And if you don't stop being all posh, I will stop treating you like family and you will get the normal tent-sleeping-treatment like everyone else here. Are we clear?"
"Come on girls" sagte Eli nun besänftigend und trat zwischen die beiden Frauen um ihnen so jeweils eine Hand an die Schulter zu legen. "Let's get back in." Clara sah noch einmal zu Malcolm. Die zwei hatten kein wirklich inniges Verhältnis, aber sie hoffte sich zumindest von ihm später etwas mehr zu erfahren, sagte aber nichts weiter sondern ließ sich von Eli Richtung Laden führen.

Als Roman nur die Waffe ansprach sah man Healeys Gesicht deutlich an, wie sehr sie das ganze nicht nur verwirrte sondern auch mittnahm. "Roman, please" bat sie ihn noch einmal. Nur um ganz sicher zu gehen, da sie ihm jetzt schon viel mehr glaubte als Michael, der zuvor ihren Verlobten noch mit einer Waffe bedroht hatte. Sie musste nur noch einmal sicher gehen. Wenn es um ihren Bruder ging, war die junge Blondine einfach viel zu anfällig. Egal in was für Schwierigkeiten er bislang steckte, zumindest von denen, von denen sie wusste, Healey hatte Roman immer geholfen und vor allem ihm immer verziehen, wenn die zwei sich deshalb mal gestritten hatten. Eine Hand ließ sie an Romans Seite liegen, drehte sich aber schließlich zu Mike um. Keiner ihrer beiden Begleiter schien überhaupt eine Ahnung zu haben auf was sie hinaus wollte.
"It's not about the gun, Mike" sagte sie mit brüchiger Stimme, weil sie sich von zuvor noch nicht ganz erholt hatte und die kleinste Kleinigkeit einfach reichte, um sie wieder emotional werden zu lassen. "Arnold Edwards" warf sie einfach Romans Alias in den Raum. "I was told that Roman would use this alias to commit crimes, horrible ones." Ihre Nase wurde ganz rot, genau wie ihre Augen, die deutlich glasig waren. Die Erinnerung an die Bilder der Tatorte, die Michael ihr gezeigt hatte waren alleine schon furchtbar gewesen. Aber das ihr Bruder das getan haben sollte war so eine grauenhafte Vorstellung, dass es Healey das Herz brach. "He showed me pictures, Mike .." machte sie deutlich, dass sie wusste wovon sie sprach. Danach wandte sie sich wieder zu Roman um. "He showed me what they think you did, Roman ... I don't believe you could do this but I need to hear it from you" bat sie ihren Bruder nun und wirkte jetzt sichtlich verzweifelt. Unter keinen Umständen wollte sie glauben, dass Roman auch nur irgendetwas damit zu tun hatte. Allerdings hatte sie auch das Bild von ihm gesehen und ihn deutlich darauf erkannt. Der Blonde war für sie einfach zu erkennen. Immerhin war er ihr Bruder und sie kannte sein Gesicht inn und auswendig, selbst so vermummt würde sie ihn wohl immer erkennen, genau wie sie sich vor ihm nicht verstecken konnte. "There was a photo of you .. why was there a photo of you, Roman? Just tell me I don't have to worry and this is all a big mistake. Please tell me the truth."

Ella sah Troy mit einem verständnisvollen Blick an. Langsam ließ sie ihre Hände von seinem Arm an seine Seiten gleiten. Es musste furchtbar lächerlich aussehen, da er so viel größer war als sie. Aber wenn Ella sich so hintergangen fühlte, und das hatte sie schon wegen wesentlich kleineren und harmloseren Dingen getan, hatte sie es gerne wenn irgendjemand, den sie mochte, sich um sie kümmerte. Sie wusste nicht so wirklich, ob es Troy das gleiche Gefühl der der Geborgenheit gab, so wie es bei ihr stets half. Der Versuch war es aber wert. "I know, I know" sagte sie mit sanfter Stimme. Ella bemühte sich wirklich um Troy. Denn auch wenn er es nun glauben wollte oder nicht, er lag ihr wirklich am Herzen. Eigentlich kannten sie sich genau genommen nicht einmal besonders gut, aber er hatte schon von Anfang an ein Stein bei ihr im Brett. Ihn so zu sehen, machte sie selbst fast etwas traurig. "I get how important this all is for you .. Don't be sorry, Troy, I understand. I guess I would get off my rockets as well if someone treated me like shit even when I did everything to please them" fuhr sie verständnisvoll fort.
Da der Soldat so ruhig wurde und wirklich getroffen von Tess' und Jakes Verhalten zu sein schien, glaubte Ella tatsächlich, dass er vorher einfach nur wütend war und er deshalb überhaupt so eine Idee mit dem Mord bekommen hatte. Immer noch war es ihr unheimlich, denn auch in Wut sowas zu sagen lag wirklich schwer im Magen. Aber immerhin hatte es für sie jetzt einen Sinn und war nur noch halb so schlimm. "The general will see this, I'm sure. He throws them out in no time when we just tell him. I mean .. even if he doesn't see it .. I'll make sure he does" versprach sie mit einem Lächeln, das deutlich zeigte wie sehr sie auf Troys Seite stand. "I just lie if I have to .. Tess attacked me because she was jealous" zuckte Ella nun mit den Schultern. "And after you tried to handle the situation, Jake came after you. The general has a zero violence policy and you're one of his men. He trusts you and when you tell him that you just didn't know what came over your friends and that you think they would do it again, he'll believe you, Troy. We can get rid off them after all. All we have to do is a little acting" schlug die Dunkelhaarige nun vor. Mit ihren Händen umfasste sie nun sanft eines seiner Handgelenke und führte seine Hand so an ihr Schlüsselbein. "All it needs is to make it look real, Troy. Jake and Tess will regret betraying you. Think about it."

Bryn bleib nach einem Moment der Überlegung doch hartnäckig und schaffte es mit einem Schnauben Koba endlich dazu zu bringen ihm seine Hand zu zeigen. Dieser fletschte zwar noch immer die Zähne, ließ es aber jetzt über sich ergehen. Erst dann wandte er seinen Blick der Situation zwischen Caesar, den anderen Beratern und dessen Sohn zu. Sein Gesicht verzog sich immer mehr. Natürlich tat der Schimpanse es wieder so ab, als hatten die Menschen nur Angst. Wahrscheinlich würde er sie auch noch in Schutz nehmen, wenn sie erst einmal in ihrem Camp waren. Dazu würde der Bonobo es aber niemals kommen lassen. Keiner würde hier her kommen und ihnen schaden, solange er am leben war.
Verärgert schnaubte er, damit er die Aufmerksamkeit der anderen bekam. "They attacked me" deutete er mit seiner freien Hand. "They .. have ... guns" sagte er schwer, denn auch ihm fiel es nicht so leicht überhaupt zu sprechen. "They would've attacked apes if you did not stop them" deutete er nun wieder Caesar, was Rockets Blick gleich zurück auf seinen Freund und Anführer fallen ließ. Seinem Gesicht konnte man deutlich ansehen, dass er alles andere als begeistert von diesen Neuigkeiten war. Es ging ihm nicht einmal so sehr darum, dass die Menschen Waffen hatten. Das wussten sie auch so. Menschen waren ängstlich und jedes Mal wenn sie Angst bekamen, rüsteten sie sich aus. Aber das Caesar in Gefahr gewesen war und sowohl Luca als auch er selbst hier oben im Camp gesessen haben, ärgerte ihn. Wenn Caesar etwas passieren würde und er wäre nicht da gewesen um es zu verhindern, würde Rocket sich niemals verzeihen. Alleine schon wegen Blue Eyes. Der Junge sollte nicht ohne Vater aufwachsen müssen, nur weil die Menschen Angst vor etwas hatten, dass sie nicht verstanden. "Caesar?" deutete Rocket unsicher darüber, ob sein Freund sich sicher war, dass die Menschen wirklich keine Gefahr für die Affen darstellten.
Koba entzog Bryn seine Hand und hinkte zu den anderen herüber. Dabei schenkte er vor allem Luca einen finsteren Blick, der ihn schon die ganze Zeit nicht aus den Augen gelassen hatte. "I will take apes and secure the forest" deutete er nun viel friedfertiger, damit Caesar ihm nicht widersprach. "In case humans followed" deutete er weiter. "I will not do anything but report it to you immediately" sagte er versöhnlich, wartete aber gar nicht mehr auf eine Genehmigung, sondern wandte sich sofort den anderen Affen zu und schnaubte. Eine handvoll Affen trat aus der Menge hervor. Sie wirkten nicht so, als würden sie sich schlecht dafür fühlen nicht auf Caesars Antwort zu warten, sondern folgten Koba gleich in das Dickicht und waren hinter dem nächsten Baum verschwunden. Maurice hatte das ganze schweigend beobachtet. "He is angry" deutete er Caesar, während er noch auf die Stelle sah an der Koba zuvor stand, bevor er zu seinem alten Freund sah. "Too angry."

"You know what a girl wants to hear" schnaubte Sofia amüsiert, als Ray meinte, sie könnten auch welche von den alten Militärvideos von Cal schauen. Ob der Alte sie aber tatsächlich rausrücken würde, war da nochmal ein anderes Thema. Vielleicht wenn Ray als Begründung sagen würde, dass er sich weiterbilden wollte, aber Sofias Dackelblick half dabei wohl eher weniger. Auch wenn sie sich stets Mühe gab die beiden ein wenig weich zu klopfen. Cals Erfahrung mit solchen Kriegs ähnlichen Situationen waren zwar hilfreich, setzten sowohl ihn als auch Ray permanent unter Strom.
Schnell holte sie auf, überholte ihren Begleiter sogar, ging nun aber rückwärts um ihn ansehen zu können. "You know I'd never let you cook even if I'd win" grinste sie. "My abuela would curse me out of her grave if I'd let the man cook. Latina pride and everything and I'd hate to be haunted by her ghost" scherzte sie, damit keiner der beiden mit seinen Gedanken zu weit in die Vergangenheit abschweifte, auch wenn es ohne ihr Wissen bei Ray schon längst passiert war. Über ihre Großmutter zu sprechen war dabei weniger schmerzvoll. Sie war bereits zwei Jahre vor dem Ausbruch ruhig in ihrem Bett eingeschlafen und nicht mehr aufgewacht. Ein friedlicher Tod, den man sich in dieser Zeit wohl nur noch wünschen konnte, aber ihn wahrscheinlich nicht am Ende bekam.
Doch dann stoppte sie, als die Blätter der Bäume über ihnen anfingen zu rascheln und auf sie herunter regneten. Noch war es windstill, auch wenn ein Sturm bevor stand, deshalb konnte es keinen natürlichen Grund dafür geben, dafür das die Bäume plötzlich Blätter verloren. Dazu kamen andere Geräusche, die Sofia nicht einzuordnen vermochte. Ihr Blick ging nach oben, dabei suchte sie aber Rays Nähe. "Ray ..?" fragte sie unsicher. Egal was es war, es machte ihr deutlich Angst. Nicht nur Menschen oder vom Virus befallene Infizierte waren gefährlich geworden. Sie waren hier immerhin mitten im Wald in Amerika. Gefährliche Wildtiere waren hier wohl nicht ungewöhnlich. Aber so sehr sie es auch versuchte, es wollte ihr einfach nichts einfallen, dass sich so durch die Bäume bewegte.
Sofia hatte Ray noch nicht ganz erreicht, als plötzlich ein riesiges grau-schwarzes Wesen zwischen ihnen auf dem Boden landete, den Dunkelhaarigen dabei zu Boden stieß und nun die junge Frau hasserfüllt ansah. Es war ein Affe, dessen Gesicht so vernarbt und entstellt war, dass es Sofia sicher in ihren Träumen heimsuchen würde. Entsetzt starrte sie das Tier an, unfähig sich vom Fleck zu bewegen. Erst als Koba sie aus voller Kehle anbrüllte und sie mit beiden Händen kräftig vor die Brust stieß, stürzte auch sie auf den harten Waldboden. Der Bonobo hatte so eine Kraft, dass Sofia sich voller Schmerzen auf dem Boden zusammen rollte. Schwer holte sie dabei Luft, da der Stoß gegen ihre Brust dafür gesorgt hatte, dass ihr jegliche Luft aus dem Körper gepresst wurde. Koba dagegen war so wütend, dass es ihm egal war das weder Ray noch Sofia etwas für seine Verletzung konnten. Er hasste die Menschen und die zwei kamen ihm einfach gerade recht um seine Wut an ihnen auszulassen. Und nicht nur das, sie waren einfach zu nah an ihrem Lager. Die handvoll Affen, die ihm auf seinen kleinen Tripp gefolgt waren, verharrten dabei in den Baumwipfeln, nur damit sie im Notfall eingreifen konnten.
Der Bonobo nahm sich nun einen faustgroßen Stein. Er wollte sie zwar leiden, aber durch seine Verletzung würde ihm einer dafür vollkommen ausreichen. Ray würde ihm reichen, Sofia brauchte er nicht. Und deshalb ging er zu der am Boden liegenden Frau und stieß sie mit seinem Fuß an damit sie sich auf den Rücken rollen musste. So fixierte er sie schließlich, in dem er den Fuß auf ihre Brust stellte und sein ganzes Gewicht darauf verlagerte. "Ray" rief die junge Latina während sie verzweifelt versuchte sich von Koba zu befreien, als dieser mit dem Stein ausholte.

AJ war die ersten paar Tage damit beschäftigt gewesen so gut in der Zone auszuhelfen wie er nur konnte. Die meisten der Soldaten waren jung, zum Großteil sogar viel jünger als er. Sie kamen gerade erst aus ihrer Ausbildung und nur wenige hatten je ein richtiges Kriegsgebiet gesehen. Der General machte seine Arbeit gut, aber auch er war nur ein einzelner Mann. Zwar wollte Cage nicht, dass AJ sich in die ganze Sache mit einhängt, aber eine wirkliche Wahl blieb ihm damit nicht. Viel zu lange hatte AJ seinen Beruf nicht ausüben können, weil seine Einheit in einen Hinterhalt im Irak geraten war und er dabei angeschossen wurde. Viele seiner Männer hatten an diesem Tag das Leben verloren und er wäre beinahe einer von ihnen gewesen. Nachdem wurden die Überlebenden zwangsbeurlaubt mit der Aussage, man müsse sich von diesen Strapazen erholen oder die Wunden auskurrieren. AJs Schusswunde war nun schon seit mehr als einem halben Jahr auskurriert. Zumindest war es das, was er seiner Familie und seinem Vorgesetzten ständig erzählte. Aber um ehrlich zu sein, war sie nur äußerlich gut verheilt. Seine Schulter fühlte sich nämlich permanent so an, als würde sie jeden Moment auseinander reißen. Aber nichts desto trotz tat er alles um den Leuten hier zu helfen.
Am Anfang hielt auch der Kontakt zu seiner eigenen Familie, bei der zu Beginn noch alles gut gewesen war und sie nur noch auf seine Eltern warten wollten bevor sie sich zur Zone aufmachten. AJ hatte die Zeit ausgerechnet die sie hier her gebraucht hätten und machte mit Beth einen Tag des Treffpunkts aus, doch diesen hielten sie und ihr gemeinsamer Sohn Aiden nicht ein und mittlerweile war auch der Funkkontakt abgebrochen, weshalb er niemanden mehr erreichen konnte. Der Soldat machte sich gar nicht die Mühe mit Cage zu reden, damit er später einfach in die Zone zurückkehren konnte. Er würde seine Familie her bringen, kostete es was es wollte.
Sein erster Anhaltspunkt war das gemeinsame Haus. Auf dem Weg dorthin hatte er einen alten Pickup Truck kurzgeschlossen, denn zu Fuß hätte es einfach viel zu lange gedauert.
"Beth?" rief AJ, kaum das er die Tür geöffnet und in dem kleinen Flur stand, von dem aus man direkt ins Wohnzimmer sehen oder die Stufen rauf in die nächste Etage gehen konnte. "Aiden? Anyone?" rief er weiter unt entschied sich die Stufen rauf zu hasten. Aber niemand antwortete. AJ sah sich um, in der Hoffnung irgendetwas zu finden, dass ihm bei der Suche nach seiner Familie helfen würde. Beth und er waren lange genug verheiratet gewesen. Für sie war es ganz normal geworden mit jemandem aus dem Militär zusammen zu sein, man lernte sowas einfach mit der Zeit. Ganz sicher hatte sie ihm also irgendwo eine Notiz hinterlassen, dem war er sich sicher. Oben war jedoch nichts. Er nahm sich ein paar der Sachen, die zurückgelassen wurden und eilte die Stufen wieder herunter. Die Sachen ließ er dabei einfach achtlos auf den Boden am Ende der Treppe fallen, bevor er in die Küche ging. Und da war sie, die Nachricht die er gesucht hatte, getarnt als eine einfache Liebesbotschaft, die an den Kühlschrank zu all den anderen Bildchen, Einkaufslisten und Terminen gepinnt wurde. Er riss sie sofort von der Schranktür, nahm sich aus der Abstellkammer noch seinen Rucksack und etwas von den Resten, die in der Küche noch übrig war und stopfte sie in die Tasche. Auch die Sachen aus dem Flur folgten gleich bevor er sich in dem Wagen wiederfand. Den Zettel hielt AJ in der Hand, um immer wieder während der Fahrt darauf sehen zu können, damit ihm kein Detail entging. Eigentlich stand auf dem kleinen Zettel nicht sehr viel, aber er redete sich einfach ein, dass eine versteckte Botschaft ihm schon helfen würde seine Familie wieder zu finden. Schließlich hielt er an. Auf den Straßen wimmelte es von Untoten, jedoch war es die Straße die zu dem Highway führte von dem aus man zur Zone gelangte. Sie mussten also hier her gekommen sein.
AJ scannte mit den Augen die Häuser. Bei manchen standen die Türen weit offen, bei anderen waren Scheiben eingeschlagen. Die beiden waren clever. Wenn sie hier untergekommen waren, dann hätten sie sich sicher gut verschanzt. Und da sah er es. Eins der Häuser, dessen Fenster ganz und die Tür geschlossen war, schien von innen heraus vollkommen verdunkelt worden zu sein. Um ehrlich zu sein stand die Wahrscheinlichkeit, dass ausgerechnet Aiden und Beth in diesem Haus untergekommen waren, so gering das AJ zu verzweifeln drohte. Er stand weit genug weg. Also nahm er den Rucksack, schulterte diesen und aktivierte die Alarmanlage des Wagens. Eine andere Möglichkeit hatte es für ihn einfach nicht gegeben um sich einen Weg durch die Zombiehorde zu bahnen. Zwar hatte er seine Pistole dabei, aber bei weitem hatte er nicht genug Kugeln für sie alle. Und kaum das er die Aufmerksamkeit auf sich gezogen hatte, stieß er die Tür auf und lief zwischen zwei der Häuser um dort abzutauchen. Sofort strömten die Untoten zu dem Wagen und hatten nur noch Augen für diesen. Sofort eilte AJ zu der Hintertür des Hauses, das er ins Auge gefasst hatte. Er hämmerte gegen die Tür. "Beth?" fragte er halb rufend, halb flüsternd, damit sich keiner der Untoten hier her verirrte. "Open up, come on" flehte er in der Hoffnung seine Familie würde sich tatsächlich in dem Haus befinden.
Tess Graysmark
Jakes Mantra immer wieder zu sagen, dass alles wieder in Ordnung kommen würde, war etwas, dass Tess sich angewöhnen würde. Sie mussten es sich einfach nur selbst glauben machen, dann würde es sicherlich auch so kommen. Das musste es einfach. „Of course we'll be.“, stimmte sie ihm deshalb mit einem kleinen Lächeln zu. Solange sie nur zusammenhielten, würde alles wieder besser werden. Daran glaubte sie. Ganz egal wie schwer die Situation mit Troy auch noch werden würde. Auch sie blieb bei ihm stehen als die beiden Frauen das Krankenzimmer betraten. Sarah hatte während des Gesprächs auf einem Stuhl direkt vor dem Zimmer gewartet. Sie hätte eh nicht gewusst wohin sie sonst hätte gehen sollen und nachdem man sie so spät gestern noch aufgenommen hatte, wollte sie keinen Ärger verursachen, in dem sie irgendwo hinging, wo sie nichts verloren hatte. Mit der Zeit bekamen sie und die anderen bestimmt einen Platz zugeteilt. In ihrem Job wusste sie wie wichtig es war auf Regeln zu achten. Es war ein lächerlicher vergleich, aber solange sich die Kinder in der Schule an Abmachungen hielten, funktionierte auch alles einwandfrei. Ähnlich war es wohl auch hier. Da hatte sie nicht vor ein Störfaktor zu sein. Das ihr Bruder und Tess sich wieder vertragen zu haben schienen, beruhigt die Dunkelhaarige. Selten hatte sie ihn so gequält gesehen wie vor wenigen Minuten und obwohl er auch jetzt noch Sorgen in seinen Augen hatte, wirkte er zumindest etwas entspannter.
„Yeah, it's fine.“, bestätigte Sarah das Angebot der Ärztin Liza, dass man sich zuerst um sie kümmern würde. Gestern hatte man sich nur kurz ihre Verletzung angesehen um sicherzugehen das sie keine Gehirnerschütterung hatte, aber alles weitere hatte man auf den nächsten Tag verschoben und um ehrlich zu sein, jetzt machte es sie nervös. Wenn sie an den Vortag dachte, war doch wirklich viel Blut von Cassie auf sie gekommen. Es war nicht unwahrscheinlich, dass sie sich infiziert hatte. Vielleicht waren es aber auch ihre Erinnerungen, die ihr einen Streich spielten und das Blut verdoppelten. Alles war so schnell gegangen, sie wusste kaum noch wie eines zum anderen geführt hatte. „My head feels a lot better than yesterday but I'm still a little.. I don't know.. not really feeling like myself yet.“, gab sie ein kurzes Update ihrer Gefühlslage während sie sich auf eines der Betten setzte. Sarah war sich ziemlich sicher, dass dieses Gefühl nichts gesundheitliches war sondern jedigliche ihre Psyche, die noch nicht verarbeitet hatte, was geschehen war.
Tess strich in einem unbemerkten Moment Jake nocheinmal über den Arm bevor auch sie sich setzte. Ihre Glieder waren schwer und sie vermutete, dass sie sich nach einer ordentlichen Mütze Schlaf ohne Angst viel besser fühlen würde.

Zu hören was passiert war, aber nicht mitgehen zu dürfe, beruhigte Sam nicht im geringsten. So wie Cage es darstellte, ging es definitiv um etwas gefährliches und sie machte sich nunmal Sorgen. Die beiden Männer waren alles was sie noch hatte und das letzte bisschen, was ihr Sicherheit gab. Mit forschenden Blicken musterte sie ihren Bruder, selbst als er Clara so anging, denn in ihren Augen hatte die junge Frau Recht. Man verschwieg ihnen ganz sicher etwas. „Just look out for yourself, okay?“, bat Sam die Männer dann jedoch nur noch. Sie bemerkte ja selbst, dass sie sich wie eine Zicke aufführte in den letzten Stunden und solange ihre Familie das Wort hielt und ihr am Abend alles berichtete, musste sie sich damit abfinden. Vorerst. Malcolm nickte stolz, denn er hatte schon zuvor gewusst, dass seine Tochter die richtige Entscheidung treffen würde. „Of course we will. And we'll be back before you even know it, Sam. Try to get some rest in the meantime, mh?“, schlug er ihr vor. „Both of you.“ Das auch Clara aufgebracht war, war zu verständlich, war die Situation für sie doch noch schwerer als für die anderen. Niemanden hier kannte sie so wirklich und er und seine Familie waren die einzigen Bezugspersonen, die sie gerade hatten. Cage mochte dafür nur wenig Verständnis aufbringen können, aber er würde es seinem Sohn schon noch nahebringen.
„Maybe we'll find another way to make ourselves useful.“, überlegte Sam lächelnd, doch ganz zufrieden wirkte sie dennoch nicht. Sie fühlte sich in die Zeit zurückversetzte in der ihre Mutter gestorben war. Damals hatte sie nur wenig verstanden, aber sie hatte sehen können, dass es ihrem Vater nicht gut ging und hatte deshalb ohne zu fragen oder ohne etwas zu sagen Dinge hingenommen und geholfen. Obwohl sie damals noch so klein gewesen war. Gerade war wieder ein Zeitpunkt wo es nur darum ging, es ihm und auch Cage nicht noch schwerer zu machen. Das Versprechen ihres Bruders hatte sie besänftigt, denn so wartete Antworten auf sie am Abend. „You're innovative, you'll find something to do.“, sprach Malcolm ihr gut zu bevor er sich mit den anderen Soldaten auf den Weg machte. Wenn es doch nur ein Loch wäre, hätte er Sam und Clara sogar mitgenommen. Die Affen aber waren es, die ihn davon abhielten. Seine Tochter kannte sich ebenfalls mit Tieren aus, aber in diesem Fall wussten sie nicht was sie erwartete und so hielt er es so erstmal für besser. Nochmal lächelte er den beiden Frauen gut zu bevor er sich mit Cage endlich auf den Weg machte um sich das alles anzusehen. „A leading position, mh?“, richtete er das Wort schmunzelnd an Cage um das Thema nochmal aufzugreifen, welches er gerade angesprochen hatte. Als Soldat sah Malcolm sich absolut nicht und war gespannt, was sein Sohn da plante.
Sam folgte nun auch endlich den anderen, war aber ruhiger als noch zuvor. Die Sorge abschalten war unmöglich und gerade jetzt, dachte sie nur noch mehr über alles nach. Gleihczeitig wollte sie es aber auch Eli nicht schwer machen und hatte deshalb eingelenkt. Ein Problem wollte sie für niemanden sein. „Cage is an ass sometimes.. don't take it personally.“, bat sie Clara auf dem Weg zum Laden, denn wer ihren Bruder nicht kannte, verstand ihn manchmal falsch. „He's good but doesn't like to show it. Especially in the company of women.“, schmunzelte sie. „Guess that's kind of a man thing.“

Das Gefühl ertappt worden zu sein schluckte Roman herunter. Darin war er mittlerweile gut geworden. Nichts brachte ihn mehr so wirklich aus der Fassung. Selbst dann nicht, wenn man ihm so sehr auf die Schliche kam. Zum Glück war es aber nur Healey, die er ganz einfach von sich überzeugen konnte. Mike war etwas anderes, denn dieser hatte ihn nun genau mit seinem Blick fixiert. Ihm etwas vorzumachen, war ein anderes Kaliber, aber auch kein Grund sich Sorgen zu machen. „Healey.. I have no idea. I.. I have never heard that name before, I swear.“, beteuerte er innigst. Ein Seufzen entwich ihm. „Think about it. Are you really sure, Roman?“, verlangte Mike eindringlich zu wissen. Natürlich wollte Healey ihm glauben. Er konnte das nur zu gut verstehen, aber aus seiner Haut konnte er eben nicht raus. So sehr er Roman auch mochte, es gab viele Fragen in seinem Leben, die bisher unbeantwortet waren und für die er stets nur eine vage Erklärung abgab. „Are you saying I'm lying? He is just trying to frame me for something to make your life even more miserable for what he thinks you have done!“, platzte es aus dem Blonden heraus und deutete dabei auf Michael, der sich bis zu diesem Zeitpunkt nur geschwiegen hatte. Dem Polizisten würde es ganz wunderbar in den Kram passen, wenn er Mike das zurück zahlen konnte, was er getan hatte und hier schien er den perfekten Sündenbock gefunden zu haben. Er jedoch schnaubte nur überheblich.
„That would fit right into your perfect little plan, wouldn't it?“, wagte Michael den Versuch Roman zu provozieren, denn er war sich ganz sicher, den richtigen Mann zu haben. Roman sank ein Stück zurück, sodass er wieder an der Kante des Bettes lehnte. Mit dem treusten Augen, die er hatte, sah er wieder seine Schwester an. „Please.. who do you believe? Someone who has a reason to hate you or your brother? You know I could never harm anyone, Healey.“, flehte er sie nun schon fast an damit sie ihm glaubte. Diese Rolle zu spielen gefiel ihm nicht, doch war es noch lange nicht an der Zeit für sie die Wahrheit zu erfahren. Eines Tages würde alles auf den Tisch gelegt werden, doch war dieser Tag nicht heute. „This is ridiculous..“, murmelte Michael zu sich selbst. Er hatte Healey den eindeutigen Beweis vorgelegt, doch so wie sich alles vor seinen Augen abspielte, würde sie ihrem Bruder glauben schenken, anstatt der Wahrheit. „You cannot keep me here for something you have no prove here.“, wandte Roman sich nochmal an den Polizisten, den er nicht zum ersten Mal in seinem Leben sah. „We'll see about that. I won't let a murderer run around free.“, machte Michael ihm gleich deutlich. Damit riskierte er einen neuen Streit mit Healey und Michael, doch war ihm dies völlig gleich. Menschenleben standen auf dem Spiel und er hatte sich einmal geschworen leben zu beschützen. Genau dies hatte er jetzt vor.

Troy ließ sich alles, was Ella sagte, genau durch den Kopf gehen. Womöglich war ihr Plan sogar die viel bessere Idee. Es war einfach. Ohne Ärger und ein Tod dort draußen, in der Welt der Untoten, schrecklicher als alles was er ihnen antun konnte. Als er begonnen hatte diese Gedanken zu haben, hatten sie ihn erschrocken. Jake und Tess waren für lange Zeit ein wichtiger Teil seines Lebens gewesen. Er war sogar davon ausgegangen, dass sie für immer das leben miteinander teilen würden. Nun musste er aber einsehen, wie naiv er gewesen war. Ein Betrug wie dieser, brauchte eine gerechte Strafe und er würde dafür sorgen, dass sie sie bekamen und gleichzeitig die Zone schützen.
Immer wieder nickte er. „You are a clever little thing.“, lobte Troy Ella, denn Cage davon zu überzeugen, dass jemand Ärger bedeutete, war wirklich nicht schwer. Das kleinste Vergehen führte zum Rauswurf. „Maybe the acting won't even be necessary. Tess has a temper and Jake has grown fond of her.. he'll try to protect her. Now all they need is a little push.“, grinste er. Warum denn ein Theater inszinieren, wenn sie die beiden auch dazu bringen konnten ihre Rollen richtig wahr zu nehmen? Niemand konnte ihnen dann auch nur nachsagen, dass sie logen und ihn würde man nicht rausschmeißen. Die meisten Soldaten waren absolut unbrauchbar. Ein Haufen von Idioten. Cage war also angewiesen auf jemanden wie ihn, der wusste was er tat und würde es nicht wagen ihn zu verlieren, dessen war er sich ganz sicher.
„It's good to have you on my side, Ella.“, fuhr er einfühlsamer fort und strich dabei leicht über die Haut an ihrem Schlüsselbein. „You are the only one I can trust at the moment.“ Dies war nichtmal ganz ungelogen. Sie war ihm so verfallen, dass sie ihn nie hintergehen würde. Damit würde sie nur riskieren seine Gunst zu verlieren. Um diesen Gedanken bei ihr noch etwas zu festigen, kam er ihr ein Stück näher bis sie seinen Atem schon auf der Haut spüren konnte. Nur für einen kurzen, kaum merklichen Moment legte er seine Lippen auf die ihren, bevor er sich wieder ein Stück von ihr entfernte. „We will make a good team. You and I.“, lächelte er nun sogar und schien mit der gesamten Situation schon viel zufriedener zu sein als noch vor wenigen Minuten. In ihm brodelte es noch immer, doch musste Ella davon gar nichts wissen. Sie spielte einfach ihre Rolle und alles andere, musste sie ganz ihm überlassen.

Selbst wenn Caesar es gewollt hätte, hätte er gar keine Chance mehr gehabt Koba aufzuhalten. Den Wald zu überwachen war notwendig, so viel musste er zugeben. Nur weil er den Affen keinen Befehl gab anzugreifen, hieß dies nicht, dass die Menschen genauso friedfertig handeln würden. Vorsicht war besser als Nachsicht. Außerdem gab es Koba die Möglichkeit etwas zu tun und ließ ihn sich hoffentlich sicherer fühlen als zuvor damit. Also ließ der Anführer ihn ausnahmsweise ziehen, obwohl er keine Zustimmung gegeben hatte. Es war ungewöhnlich, allerdings kannte er seine Vergangenheit gut genug um nun nicht streng genug zu ihm zu sein. Ein Fehler, wie sich später herausstellen würde.
„Koba only knows pain from humans.“, deutet Ceasar dem Urang-Utan. „He has never seen their good side. He needs time to learn.“ In diesem Fall war er zuversichtlich. Auch andere Affen hatten keine guten Erfahrungen mit den Menschen gemacht, folgten nun aber seinem Beispiel und gaben den Menschen eine Chance, die sie seiner Meinung nach verdienten.
Mit einem angestrengten Schnauben setzte der Schimpanse sich auf einen Stein in der Nähe. Seit langer Zeit hatten sie jetzt in Frieden und hatten sich ein gutes Leben aufgebaut. Eine Zukunft. Niemand hier war gewillt dies zu riskieren. Auch Caesar nicht, obwohl es für die Affen, die Koba gefolgt hatten, vielleicht den Anschein machte.
Sein Sohn war hin und hergerissen zwischen allem was passierte. Blue Eyes kannte die Menschen nicht und ähnlich wie sie, fürchtete er, was sie nicht kannten. „What if they attack?“, fragte er. Seine Augen waren dabei mit schwerer Sorge gefüllt. „When they attack.. we will fight.“, versprach er, denn kampflos aufgeben war nichts, was in seinem Blut steckte. „Protect apes.“ Der Stamm vertraute ihm und für nichts in der Welt wollte er dieses Vertrauen missbrauchen. Die Affen galt es zu beschützen und dies würde er tun, wenn es notwendig wurde, doch einen Krieg anzufangen, stand nicht in seinem Sinne. Ein Krieg zog immer Tod nach sich und das auf jeder der kämpfenden Seiten. Solange es eine Möglichkeit gab einen friedlichen Weg zu gehen, würde er dieses stets wählen.
„What do you want us to do?“, deutete Luca fragend. Nur herumzusitzen würde ihn jetzt unruhig werden lassen. Wie auch Rocket nagte es an ihm, dass er bei dem Angriff nicht in Caesars Nähe gewesen war sondern hier im Camp. Zum Glück war nichts geschehen, aber in der jetzigen Situation konnte sich das zu jeder Sekunde ändern. „Rocket.. Luca..“, sprach Caesar nachdem er einen kurzen Moment nachgedacht hatte. „Follow.. Koba.“ Er sollte dem Bonobo vertrauen, doch Maurice hatte Recht. Wut konnte blind machen und ihm war es lieber, wenn jemand ein Auge auf ihn hatte. Nur für den Fall, dass der Schmerz der Vergangenheit von ihm Besitz ergriff. „Don't let him see you.“, deutete er noch bittend, denn Koba sollte nicht das Gefühl bekommen, dass er ihm nicht mehr vertraute. Rocket und Luca mitzuschicken, tat er nicht nur um Koba von etwas abzuhalten, sondern auch um ihn zu schützen, selbst wenn der Affe es sicherlich anders aufnehmen würde.

„Fine. You cook. I'd poison us anyway.“, schmunzelte Ray, denn Kochen gehörte nun wirklich nicht zu seinen Stärken. Während der Zeit am College hatte er sich von Pizza und Fertiggerichten ernährt während er nur davon träumte mal wieder etwas frisch gekochtes seiner Mutter zu essen. Mütter kochten doch immer noch am Besten und daher hatte er es gar nicht erst versucht irgendwie zu lernen auch nur halbwegs so gut kochen zu können. Alles was Sofia aber auf den Tisch brachte, war fantastisch. Sogar aus Cal's alten Konserven schaffte sie es irgendwie noch etwas appetitlisches zu schaffen und wie sie das hinbekam, blieb ihm für immer ein Rätsel. Egal wie oft er zuschaute, lernen tat er es ja doch nicht.
Die ausgelassene Stimmung verschwand augenblicklich als unheimliche Geräusche die Ruhe des Waldes störten. Zuerst glaubte Ray es handele sich lediglich um den Wind, der die Blätter der Bäume rascheln musste, aber dem war nicht so. Ein mulmiges Gefühl entstand in seiner Bauchgegend. „Stay close to me.“, bat er Sofia und gerade in dem Moment in dem er ihre Hand greifen wollte, fiel etwas aus den Bäumen herab. Erst nachdem er hart auf der Erde aufgeschlagen war und seinen Blick aufrichtete, konnte er auch sehen was es war. Mit großen Augen sah er den Affen an, der jetzt auch Sofia auf den Boden schubste. Beim besten Willen konnte Ray nicht sagen um welche Affenart es sich handelte. Das entstellte Gesicht des Tieres lenkte ihn von dieser Frage sowieso ab. Genauso wie die Art des Affens. Es schien ihm nicht willkürlich zu sein sondern fast so als hätte er einen Verstand. Womit er nicht sagen wollte, dass Affen dumme Tiere waren. Ganz im Gegenteil. Jedes Tier handelte aus Instinkt aber dieser hier war anders.
All diese Gedanken schossen ihm innerhalb weniger Sekunden durch den Kopf, denn viel Zeit hatte er nicht, wenn er Sofia helfen wollte. Nachdem er also den ersten Schock überwunden hatte und es schaffte den Schmerz in seiner Schulter, auf die er unsanft gestürtzt war, auszuschalten, rappelte der junge Student sich endlich wieder auf. Seine Knie fühlten sich so weich an, dass er nicht glaubte sie würden ihn für besonders lange noch tragen können. Er dachte gar nicht wirklich darüber nach als er die Waffe in seinem Hosenbund herauszog, entsicherte und auf den Affen richtete. Die Pistole gerade zu halten, fiel ihm ungemein schwer. Cal hatte ihm gezeigt wie man mit einer Waffe umging, jedoch hatte er nur auf Bierdosen geschossen. Leere Bierdosen. Ein Affe, der ihm in seiner Größe fast glich, war da nochmal was ganz anderes. Dementsprechend stark zitterten nun seine Hände. Jedoch ging es hier um Sofia und es kam auf gar keinen Fall in Frage, dass er noch einen Freund verlor. „Hey..“, fasste er seinen Mut zusammen, sprach jedoch noch viel zu leise. „HEY!“, rief er schließlich um die Aufmerksamkeit des Tiers auf sich zu ziehen. Vielleicht konnte er ihn ja noch verjagen bevor er gezwungen war den Abzug zu drücken. „Look at me!“ Sein Bruder war in solchen Situationen fast täglich in seinem Beruf und Ray fragte sich immer mehr, woher er diesen Mut nahm, denn ihm kam es vor als würde er jeden Moment einen Herzinfarkt erleiden.

Seit Tagen saß Beth nun schon mit ihrem Sohn Aiden und dessen Freundin Bianca in einem fremden Haus fest, umzingelt von Untoten, die versuchen würden sie zu töten sobald sie nur einen Fuß vor die Tür setzen. Jeder Vorhang war also fest verschlossen, die Türen und Fenster verriegelt. Das ein oder andere hatte sie von ihrem Mann in all den Jahren doch gelernt. Sie musste ehrlich zugeben, dass sie kein großer Fan seiner Arbeit war. Aus dem einfachen Grund das er so selten Zuhause war und er doch einiges von Aiden verpasste, auch wenn es außer Frage stand, dass AJ sich bemühte und dies rechnete sie ihm hoch an. Dennoch konnte sie nicht verleugnen, dass sie nicht nur dankbar gewesen war das er den Hinterhalt im Irak überlebt hatte sondern auch dafür, dass er dadurch nach Hause kam und eine ganze Weile blieb. Aus Respekt der Männer gegenüber, die nicht so viel Glück gehabt hatten, hatte sie es nie ausgesprochen sondern lieber die Zeit mit AJ genossen. Genauso wie Aiden es tat. Der Junge war krank vor Sorge gewesen und selbst als sein Vater nach Hause gekommen war, hatte er immer wieder nachgefragt und gebohrt ob er sich auch sicher war, dass alles in Ordnung war. Auch er war aber froh Zeit mit seinem Vater zu haben, dass konnte sie deutlich sehen. Diese unbekümmerte Zeit war aber nur von kurzer Dauer. Die Welt wurde krank. Kränker als je zuvor. Die Städte wurden evakuiert und Schutzzonen errichtet. Genau in diese hatten es Beth und Aiden aber nicht mehr geschafft. Jegliche Kommunikation war unterbrochen und sie waren auf sich gestellt. So gut sie konnten versuchte sie sich an alles zu erinnern, was AJ jemals erzählt hatte oder ihr als Rat gegeben hatte, sollte sie jemals in eine Notsituation kommen. Sogar die Waffe aus dem Safe im Schlafzimmer hatte sie mitgenommen, musste aber zugeben, dass sie damit nicht besonders gut umgehen konnte. Einige Male, ganz am Anfang ihrer Beziehung mit AJ hatte sie ihn zum Schießstand begleitet, doch lag dieses viele Jahre zurück. Das änderte aber nichts daran, dass sie sich damit besser fühlte und mehr in der Lage auf ihren Sohn aufzupassen. Denn wen hatte er sonst noch? Ihr Mann war irgendwo in dieser gefährlichen Welt verschwunden und es kam keine Möglichkeit ihn zu kontaktieren. Sie wusste auch, dass sie davon ausgehen musste, dass er womöglich nicht mehr lebte. Genauso wie er das gleiche von ihr und Aiden denken konnte. Kein besonders beruhigender Gedanke, aber Beth hatte versucht sich damit abzufinden so gut sie konnte. Aiden gegenüber hatte sie es nie angesprochen. Der Junge glaubte immernoch das sein Vater dort draußen war und nach ihnen suchte. Die Hoffnung wollte sie ihm nicht nehmen und es half auch ihr nicht ganz vom Schlimmsten auszugehen.
Die Brünette saß zusammen mit den beiden Kindern in dem geräumigen Wohnzimmer, welches sie als Schlafplatz umgeräumt hatten. Zusammenbleiben war der Schlüssel und sie alle fühlten sich besser, wenn sie nicht alleine waren. Beth hatte Karten vor sich ausgebreitet und versuchte einen sicheren Weg aus der Stadt zu finden während Aiden sich auf der Couch lang gestreckt hatte und beim lesen eingeschlafen war. Die Alarmanlage des Autos ließ beide schlagartig aufschrecken. Seit Tagen war alles was sie hörten das Schlurfen der Untoten. Ansonsten herrschte Stille. Aiden war sogleich aufgesprungen und hastete zum Fenster. Einen Spalt zog er den Vorhang zur Seite um nach draußen spähen zu können. „Aiden, get away from the window!“, wies Beth ihn sofort streng an. Wirklich strikt war sie in ihrer Erziehung nie gewesen, denn bei einem so gutherzigen Sohn war es fast nie notwendig. Seit der Epidemie war alles anders. „But mum, there's someone out there! Maybe he needs help!“, versuchte er seine Mutter auf das aufmerksam zu machen, was er gesehen hatte. Von der Entfernung war es schwer gewesen genau auszumachen wer es war, aber er hatte ganz klar einen Mann gesehen, der die Untoten weglockte. „Aiden!“, wiederholte Beth nochmal. „Now!“
Murrend ließ der Junge den Vorhang wieder los und entfernte sich vom Fenster. Nur kurze Zeit später hämmerte es an der Tür. „That sounded like..“, begann Aiden, der glaubte die Stimme seines Vaters zu erkennen. Viel wahrscheinlicher aber war es, dass sein Kopf ihm einen Streich spielte. Aber woher sonst sollte dieser Mann die Namen kennen? „That's impossible.“, murmelte Beth leise zu sich selbst. „Stay here. Both of you.“, bat sie Aiden und Bianca, denn womöglich täuschten sie sich beide und wer auch immer vor der Tür stand, konnte eine Gefahr sein. Auch für sie hatte es nach AJ geklungen. So leise es auch gewesen war, aber sie würde seine Stimme einfach überall erkennen. „But mum..“
Beth hörte schon gar nicht mehr hin sondern verließ das Wohnzimmer, nahm dabei die Pistole von der Kommode und ging zur Hintertür, welches ein kleines Fenster besaß. Kaum das sie den Flur betreten hatte, konnte sie ihn schon sehen. Sofort stürzte sie zur Tür, legte die Waffe gleich beiseite und machte sich dabei all die Verriegelungen der Tür zu lösen nur um diese aufzureißen und ihn in Sicherheit zu lassen. „It's really you..“, stieß sie erleichtert aus nachdem sie die Tür hinter ihm wieder geschlossen und Zeit hatte ihn einen Moment zu mustern. Fast schon hatte sie die Hoffnung aufgegeben ihn nochmal lebend zu sehen. Ohne zu zögern überbrückte sie die Distanz zwischen ihnen und schlang ihre Arme um seinen Nacken. Die ganze Zeit hatte sie sich fürchterliche Sorgen um ihn gemacht, doch nun fiel einiges an Last endlich von ihr ab.
Jake Landlow
Um ehrlich zu sein war Jake froh über das Eintreffen der Ärztin. Wenn sie das Okay nach der Untersuchung bekamen, konnten sie endlich an die frische Luft und die hatte er bitter nötig. Zwar waren mittlerweile dicke Quellwolken am Himmel aufgetaucht und wenn man genau hinhörte, hörte man auch schon den seichten Nieselregen, aber Jake konnte es kaum erwarten einen Fuß nach draußen zu setzen. Auf engem Raum mit Tess zu streiten, hatte viel von ihm abverlangt. Vor allem weil die zwei normalerweise nie miteinander stritten. Die Brünette würde ihm sicher zustimmen, dass ein kurzer Spaziergang um das Haus, sicher gerade die beste Lösung war. Weit weg von Troy natürlich. Denn ohne einen Plan konnte er sich seinem besten Freund beim besten Willen nicht nähern. Noch nicht.
Er folgte also erst einmal Tess zu dem Bett und ließ sich neben ihr auf diesem nieder. Sie würden einfach nach und nach den Platz mit Sarah tauschen, damit Liza nicht hin und her laufen musste. Diese breitete nun neben Sarah ihre komplette Tasche aus. Von Spritzen und Ampullen, über verschiedene Medikamente bis hin zu kleinen Skalpellen und Scheren war alles dabei. "This is absolutely normal" gab Liza mit einem verständnisvollen Lächeln zurück. Man hatte sie bereits davon informiert, was Sarah geschehen war und was sie getan hatte um sich zu verteidigen. Zumindest hatte Jake grob die Geschichte an die Soldaten weitergegeben, woraufhin sie ja überhaupt erst eingesperrt worden waren. Da sie nämlich die gleiche Sorge wie Sarah selbst hatten, und zwar das sie sich infiziert hatte, ging man der Devise "Vorsicht ist besser als Nachsicht" nach. "I heard what happened to you. It takes some time till everything .. vanishes into some kind of .. being okay at least" versuchte Liza zu erklären auch wenn sie gleich aus dem Augenwinkel bemerkte, dass es für Jake fast etwas absurd zu sein scheinen musste, da es sich immerhin um seine Freundin handelte, die Sarah angegriffen hatte. "I will give you something for the night, it will help you sleep until everything's a little more settled" versprach sie schon mal im Voraus. Danach begann sie die Untersuchung. Mit einer kleinen Taschenlampe prüfte sie die Reaktion ihrer Pupillen, sie nahm Temperatur und überprüfte die Haut auf sonstige Merkmale, die ihnen durch den Virus bereits bekannt waren. Die Wunde an Sarahs Kopf versorgte sie mit einem flüssigen Antibiotikum und einem neuen Verband. Nicht besonders hübsch, aber so konnte das Medikament besser wirken. "Don't worry, you won't have to wear this for the next couple of days. I only want to make sure the antibiotics can work properly. You can take it off by the end of the day" erklärte Liza, bevor sie eine der Kanülen auf eine der Spritzen schraubte. "The good thing is, you're not infected. If you were, we'd already see signs of it" fuhr sie fort. "But still I'd like to make a blood screen of you, Sarah. Just in case of course."

Während Malcolm versuchte die ganze Situation mit seiner stets so besonnenen Stimme zu beruhigen und zumindest Sam damit ansteckte, wirkten Cage und Clara nun viel mehr so, als sollten sie sich in Zukunft eventuell ein wenig aus dem Weg gehen. Cage mochte sich noch so sehr aufspielen, aber die junge Britin und auch seine Schwester waren nicht dumm. Sie rochen den Braten und das man ihnen dennoch eiskalt ins Gesicht log, machte die Brünette einfach wütend. Wie sollten die beiden helfen, wenn sie jetzt schon außen vor gelassen wurden? Und wenn Cage glaubte, dass er Clara so einschüchtern konnte, hatte er sich ganz stark geschnitten. Als er sich von ihr abwandte, verschränkte sie die Arme vor der Brust und musterte den Soldaten mit einem prüfenden Blick. Aber sie wollte auch Malcolm das Leben nicht schwerer machen, als es sowie so bereits war. "Sam's right, just be careful" stimmte sie der Blonden neben sich zu, sprach dabei aber deutlich zu dem älteren der Männer, was nur ein abfälliges Schnauben von Cage hervorrief. Als die Soldaten sich dann aber zusammen mit Malcolm auf den Weg machten und Eli die Frauen auch dazu drängte wieder umzukehren, machte Clara es dem Mann leichter und ging von alleine ein Stück voraus. Die Arme ließ sie noch immer vor der Brust verschränkt. Nicht weil sie besonders wütend war, sondern mehr weil sie darüber grübelte, was die Männer ihnen vielleicht verschwiegen. "Oh well, it seemed kinda personal" widersprach sie schließlich Sam, als diese zu ihnen aufschloss. Jedoch folgte dem gleich ein Schmunzeln, damit sie nicht rüber kam wie eine Zicke, denn das war wirklich nicht der Plan gewesen. "But no worries, I understand him though. He's only protecting you" meinte sie und sah kurz zu der Blonden, bevor sie stehen blieb. "What is it?" fragte Eli nun überrascht, als auch er neben der Britin zum Stehen kam.
"Please don't get me wrong but waiting in your store until they come back isn't really something I like to do now" meinte Clara und senkte nun endlich wieder ihre Arme. "Isn't there something we could do in the meantime? I already feel like I've been taken care of way too much. I'd just like to pay it back, if you know what I mean."
"I get it, it's okay" lächelte Eli verständnisvoll. "There is a man named Tyron Johnson, he's one of the leading soldiers under your brother's watch" ließ er die Frauen wissen und sah dabei kurz zu Sam. "He's responsible for every possible job this zone has to offer. He knows where workers are needed and tries to make this zone work as efficient as possible. You could ask him if he's got something to do for you if you like" schlug er schließlich vor. "But you should let him know that you both kinda belong with the General. Believe me, it would be better" fügte er noch schnell hinzu. "Or you could stay and help with the new supplies that came in this morning. I still have to unpack all the bags and get everything in store. And you'd know immediately when the General returns."
Während dessen war Cage ganz froh darum gewesen sich aus der Situation zurück ziehen zu können. Vielleicht hatte er gerade etwas überreagiert, sowas gab er aber nur äußerst selten zu. Die ganze Sache rund um die Zone nagte einfach ungemein an seinen Nerven. Er war viel schneller gereizt als sonst und im Normalfall wäre er Clara sicher auch nicht so angegangen. Aber es reichte schon, wenn er seinen Vater nun mehr in Gefahr brachte, als er eigentlich vor hatte. Mit Malcolm an seiner Seite, fühlte sich der Blonde aber einfach irgendwie sicherer. Ein anderes Thema, das er so nur vor seinem Vater zugeben würde, auch wenn es wohl vollkommen verständlich war, dass auch eine so starke Persönlichkeit wie Cage es war, mal jemanden zum reden brauchte.
"Yeah .. I mean, if you want" ruderte der Soldat aber nun etwas zurück. Denn er hatte seinen Vater ja überhaupt nicht gefragt, ob er so etwas wollte. Er konnte sich gut vorstellen, dass es für Malcolm angenehmer war eher aus dem Hintergrund zu agieren. Aber gleichzeitig würde es die Menschen sicher beruhigen, falls es zum äußersten Notfall käme, wenn sie jemanden wie seinen Vater hätten, zu dem sie aufsehen konnten. "I just thought maybe you could be the voice of the people or something, you know? We have like a small council here with me, the leading doctor, her husband and a few of my men but we don't really have someone who knows what really goes on in the people's heads. You'd be perfect for this job, dad" schmunzelte er zu seinem Vater herüber auf dem Weg zu dem besagten Zaunstück. "And I kinda need a substitution ... just in case of course" sagte er leiser, weil er nicht wirklich vor Malcolm darüber sprechen wollte, dass es in einer Zeit wie dieser gut sein konnte, dass er selbst vor seinem Vater starb. "I trust you more than I could ever trust anyone else, dad. So maybe you just think about it and we get this damn ape problem solved first" lenkte Cage aber schnell wieder vom Thema ab, als die anderen beiden Soldaten und Bill in Sichtweite kamen.
"Talking apes?" war das Erste was er die beiden Männer fragte, da ihm das ganze immer noch nicht ganz koscha erschien. "You're shitting me, right?" fuhr er fort, sah dabei aber zu dem Zaun, an dem es tatsächlich ein kleines Loch gab. Gerade mal so groß, dass der kleine Bill mit Mühe hindurchklettern konnte, wenn er denn wollte.

Das nun alle durcheinander redeten und jeder vom anderen verlangte die Wahrheit zu sagen, verursachte ein unangenehmes Brummen in Healeys Kopf. Mit beiden Händen rieb sie sich über das Gesicht und verharrte einen Moment so. Es half ihr einfach beim Denken. Sie musste sich in den Sinn rufen, was ihr Jurastudium ihr beigebracht hatte, was Mike ihr beigebracht hatte. Wie standen die Beweise? Gab es einen Grund davon auszugehen, dass Roman log oder konnte es sein das Michael durch seinen Hass auf Mike einfach überreagierte und zu viele Dinge in vermeidliche Beweise hineininterpretierte? Nicht ohne Grund war es Anwälten oder auch Polizisten und der Gleichen nicht gestattet an Fällen teilzunehmen, bei denen es um ein Familienmitglied oder engen Freund ging. Man war stets voreingenommen, egal wie stark die Beweise der Gegenseite waren. Und auch jetzt schaffte Healey es nicht klar zu denken. Roman war ihr Bruder. Ihres Erachtens nach hatte er sie vorher noch nie belogen, warum also jetzt? Und er schien mindestens genau so überrascht von den Anschuldigungen zu sein, wie es seine Schwester und ihr Verlobter waren. Vielleicht hatte Michael doch den Falschen? Sie wollte dem Polizisten gar nichts unterstellen. Er tat nur seine Arbeit und wenn er da wirklich an einem Terroristen dran war, hoffte sie das er ihn fassen würde, wenn er nicht schon längst vom Virus dahin gerafft wurde. Aber Roman konnte das einfach nicht sein.
Schließlich seufzte die Blonde schwer, als sie die Hände wieder herunter nahm und ihren Bruder ansah. Nur für einen Moment sah sie über ihre Schulter zu Mike. Von Michael durfte sie sich nicht beeinflussen lassen. Aber die Meinung ihres Verlobten war ihr dagegen stets wichtig. Dieser schien aber nur genau so verwirrt und unsicher zu sein wie sie selbst. Bei dem Blick zurück zu Roman, war es wie ein Stich in ihr Herz. Fast schon sah er ein wenig elendig aus, wie er da saß und um das Normalste der Welt beinahe schon flehte und Healey tat sich so schwer damit es ihm einfach zu geben. Sonst vertraute sie dem Blonden immer und das blind. Aber durch die Bilder die sie gesehen hatte, war auch sie verwirrt und ihr Hirn versuchte alles menschenmögliche, um die Dinge richtig zu ordnen.
"I believe you, Roman" sagte sie schließlich mit einem schwachen Lächeln, weil sie ihn überhaupt solange hatte warten lassen. Sanft nahm sie dabei sein Gesicht zwischen ihre Hände und küsste die Stirn ihres Bruders, bevor sie von ihm abließ und sich den anderen beiden wieder zuwandte. "Listen" sprach sie nun zu Michael. "I know you're only doing your job and I really appreciate it. Even after you threatened Mike" betonte sie ganz klar und spielte auf den Vorfall der letzten Nacht an. "But you're wrong here. Roman is the wrong guy!" Es dauerte ein wenig, da sie vorher so aufgelöst gewesen war, zurück zu ihrer alten Stärke zu finden. Aber sie hatte das Gefühl das sie dabei auf dem richtigen Weg war. "And I understand that it must be hard for you to believe so I offer you, again, that we're gonna wait until my brother is back on his feet and then we leave the zone immediately. You won't have to deal with us anymore and I can make sure neither my brother nor my fiancée gets shot by you because you're having a bad day again. It's that simple, Michael. Just agree to it."

"People like to underestimate me" schmunzelte Ella, als Troy sie lobte. Den Gedanken daran jemanden umzubringen, damit konnte sich die Brünette nicht anfreunden. Um ehrlich zu sein wusste sie nicht einmal, ob sie jemals dazu in der Lage sein würde, egal wie sehr ihr Leben davon abhing. Und sie war sich immer noch sicher, dass der Soldat einfach nur furchtbar gekränkt war. Das er wirklich vorhatte seine Freundin und seinen besten Freund auf so brutale Weise aus dem Weg zu räumen, hielt sie für sehr abwägig. Nicht aber die Tatsache, dass es ihm wirklich besser gehen würde, wenn sie es schaffen würden, dass Tess und Jake einfach die Zone wieder verließen. Nur deshalb war sie überhaupt auf so eine Idee gekommen. Und ohne einen Grund würde Cage die beiden sicher nicht einfach wieder vor die Tür setzen. Das Troy eine Vorgeschichte mit den beiden hatte, würde nur wenig helfen. Sehr viel hatte Ella noch nicht mit dem General zu tun gehabt, aber sie war sich sicher, dass er seinem Soldaten eher sagen würde, dass er für so einen Kindergarten keine Zeit hatte, wenn die beiden einfach so darum bitten würden, die anderen beiden wieder aus der Zone zu schicken. Die beiden also durch eine gezielte Provokation aus der Zone zu schaffen war nicht wirklich die feine englische Art, aber eine andere Möglichkeit sah Ella nicht. Jeder war froh, wenn er es erst einmal in einen sicheren Hafen geschafft hatte. Wohl kaum würden Tess und Jake freiwillig wieder gehen, wenn man sie also einfach darum bitten würde.
So wie Troy gerade ihr zugehört hatte, schenkte sie nun ihm und seinen kleinen Änderungen an dem Plan ihr Gehör. Sie hatte die ein oder andere Idee, was Tess eventuell dazu bringen könnte die Fassung zu verlieren. Aber eigentlich kannte sie die Brünette überhaupt nicht. Troy wusste da ganz sicher Dinge, die dazu führen würden, dass dies passieren und Jake einschreiten würde, um Tess zu beschützen.
Ella hätte dem Soldaten gerne ihre Ideen mitgeteilt, wurde aber schließlich von seinen sanften Berührungen vollkommen abgelenkt. Gänsehaut bildete sich rund um die Stell, über die Troy an ihrem Schlüsselbein strich. Vielleicht war sie zu naiv. Vielleicht sollte sie ihm nicht so blind vertrauen und ihm bei seinen Machenschaften helfen. Aber Ella war so sehr verknallt, dass es sie einfach ein wenig blind machte. Sowas kam schließlich nicht sehr oft vor und sie wollte ihn einfach nur von sich überzeugen. Ab und zu tat man da einfach Dinge, die man am Ende vielleicht bereute. Das war aber das letzte woran Ella in diesem Moment dachte.
Der Kuss warf sie schließlich vollkommen aus der Bahn. Für einen Moment länger, als der Kuss überhaupt andauerte, ließ sie die Augen geschlossen. So fühlte sich das ganze einfach ein wenig langwiriger an. Ob Troy sie ausnutzte? Sehr wahrscheinlich, aber das war ihr in diesem Moment fast ein wenig egal. Er würde schon noch einsehen, dass sie von vorne herein die perfekte Wahl für ihn gewesen war. Aber immerhin war sie ihrem Ziel nun schon ein kleines Stückchen weiter. "I'd never betray you, Troy. You can trust me" sagte sie aufrichtig, in der Hoffnung er würde sich nicht allzuweit von ihr entfernen. Seine Nähe verursachte einfach ein angenehmes Kribeln auf ihrer Haut welches sie gerne noch etwas länger spüren wollte, wenn er schon nicht anderweitig auf sie einging. "Just tell me what I need to do."

Von Maurice kam ein einstimmiges Schnauben. Er war mittlerweile zu alt um großartig zu diskutieren und außerdem viel zu friedfertig, seit sie es geschafft hatten ihre Freiheit zu erlangen. Er selbst kam aus einer nicht artgerechten Haltung. Er kannte die Schattenseiten der Menschen nur zu gut. Aber anders als Koba, konnte Maurice vergessen. Nicht unbedingt verzeihen, aber es für ihn war es wie ein alter Streit, den er beiseite legen konnte. Solange beide Arten friedlich miteinander lebten, brauchte sich keiner bedroht zu fühlen. Die Affen wollte nichts anderes als Freiheit. Die Menschen verstanden es nicht, hatten Angst vor ihnen. Und Maurice verstand es. Gerade Menschenaffen galten schon immer als besonders clever aber dem entsprechend auch als besonders gefährlich, weil sie sich verteidigten, wenn sie sich bedroht fühlten. Menschen taten das gleiche. Es war ein wenig komplizierter, aber der alte Urang-Utan sah keine wirklichen Unterschiede zwischen den beiden Spezien. Er hoffte das Caesar Recht behalten und Koba lernen würde. Der Bonobo war ein starker Affe, welcher seinen Frieden verdient hatte. Maurice befürchtete nur, dass seine gequälte Seele niemals Frieden finden und er es so weit treiben würde, dass es kein Zurück mehr für ihn gab.
Schließlich folgte der große Urang-Utan Caesar zu dem Stein. Er ließ sich daneben nieder, wobei er sich an den Stein anlehnte und nun mehr lag als das er wirklich saß. Maurice war alt und nicht gerade der best Trainierteste seiner Art. Tage wie dieser machten es dem weisen Affen immer ein wenig schwerer, weshalb er immer froh war, wenn er sich mal etwas ausruhen konnte. Mit einem zufriedenen Gesicht beobachtete er die Situation zwischen Vater und Sohn. Er kannte den Schimpansen nun mit am längsten. Es machte ihn stolz zu sehen, welche Werte er nicht nur seinem Stamm sondern vor allem auch Blue Eyes vermittelte. Und das obwohl auch er ebenfalls schlechte Erfahrungen mit den Menschen gemacht hatte. Caesar würde nie einfach angreifen. Maurice glaubte fest daran, dass ihrem Anführer die Diplomatie förmlich durch die Adern floss. Und selbst bei einem Angriff würde er sicher einen Weg finden, um zu viele Tote auf beiden Seiten vermeiden zu können. Im gleichen Atemzug schaffte es Caesar aber auch seinen Jungen und andere unsichere Affen durch seine Worte zu beruhigen. Sie hatten die Freiheit verdient, sie alle. "Trust in your father" gab der Urang-Utan Blue Eyes als einzigen Rat mit auf den Weg und schenkte dem jungen Schimpansen ein aufbauendes Lächeln. Caesar wusste was er tat. Wenn sein Junge seinem Wort also einfach vertraute, würde es ihn sicher bald schon beruhigen.
Rocket dagegen war froh, dass Luca das Thema angesprochen hatte. Er selbst wurde immer gleich aufbrausend bei sowas. Auch wenn man von einem Gorilla etwas anderes erwartete, war Luca doch der ruhigere von den beiden. Als Caesar ihre Namen aussprach, bäumte Rocket sich ein wenig auf. Er und der Schimpanse hatten ihre Streitigkeiten schon lange begraben. Jetzt war er stolz hier zu sein und helfen zu können. Das sah man ihm wohl jedes Mal an, wenn er eine Mission aufgetragen bekam. So auch jetzt. Seine Brust schwoll an und jetzt sah er ein wenig aus, als wollte er Luca in seiner Größe übertreffen, was für einen Schimpansen seiner Größe völlig unmöglich war.
Er nickte und zeigte danach Caesar für einen kurzen Moment seinen Respekt, wie es einfach für Affen üblich war, wenn es um das Alphatier ging. Danach machte er sich mit Luca auf den Weg. Koba war gerissen und sollte nicht unterschätzt werden. Rocket und Luca waren es aber genau so und weniger von Hass getrieben, was es ihnen einfacher machte klar zu denken. Dem Bonobo und seinen Affen zu folgen war nicht sonderlich schwer gewesen. Anders als die anderen bevorzugte Rocket es aber lieber sich im Unterholz zu tarnen. Sein Fell und auch das von Luca waren so dunkel, dass es hier nur schwer zu sehen war. Außerdem würde ein riesiger Silberrücken in einer Baumkrone wohl selbst dem dümmsten Affen sofort auffallen. Das Bild was sich den beiden bot war alles andere als das, was Koba Caesar versprochen hatte. Zwar zog Ray später eine Waffe, die Gefahr war aber ganz klar von dem Affen ausgegangen. Rocket sah rüber zu Luca. Er war zwiegespalten darüber, ob Koba nicht einfach nur reagiert hatte, weil die beiden Menschen so nahe am Camp waren oder ob der Bonobo einfach überreagierte und es gar keinen Grund gab, dass er die beiden angegriffen hatte. Was auch immer die Antwort auf seine Frage war, sie mussten Caesar davon berichten. Er würde sie schon für Rocket beantworten, dem war er sich sicher.

Von Rays erstem Versuch ihn abzulenken, ließ Koba sich überhaupt nicht beirren. Erst als der Junge ihn förmlich anbrüllte, vermutete er ihn wieder auf den Beinen. Langsam wandte er den Blick über seine Schulter zu ihm, dabei hatte er den Stein noch immer im Anschlag. Sofia versuchte den Moment zu nutzen und sich irgendwie unter Kobas Bein wegzurobben. Doch erst als dieser das Gewicht von ihrer Brust nahm, schaffte sie es sich einige Zentimeter nach hinten zu ziehen, so dass er nicht gleich wieder auf ihr stehen würde, würde er es sich anders überlegen.
Koba schien jetzt aber ein ganz anderes Ziel zu haben. Den Stein senkte er und drehte sich bedrohlich langsam zu Ray um. Die Zähne fletschte er und sein vernarbtes Gesicht ließ darauf schließen, dass er nicht vorhatte Mitleid zu zeigen. "Ray .." stieß Sofia leise und sichtlich verängstigt aus, während der groß gewachsene Bonobo den Dunkelhaarigen für keinen Moment mehr aus den Augen ließ. Es schien eine halbe Ewigkeit zu vergehen, in der Koba Ray einfach nur ansah. Das ironische war, dass Menschen glaubten sie konnten Tieren ansehen wann sie Angst hatten und wann sie etwas anderes fühlten. Doch eigentlich war es genau anders herum. Koba konnte die Angst der beiden beinahe schon riechen. Ray war nicht der Typ Mensch der ihn einfach über den Haufen schießen würde. Das hatte der Affe schon daran erkannt, dass der Junge sich erst aufgerappelt hatte, bevor er die Waffe zog. Soldaten oder einfach nur grausame Menschen, die das töten gewohnt waren, hätten gleich nach der Waffe gegriffen und wären erst danach aufgestanden. Außerdem wirkte er unsicher. Nur weil Koba nicht so viel sprechen konnte wie Caesar, hieß es nicht das er dumm war. Er erkannte solche Züge genau so wie es ihr Anführer tat. Es hatte ein wenig gedauert, aber sein taktisches Denken war gut ausgeprägt und machte Koba deshalb gleich noch um einiges gefährlicher.
Schließlich ließ der Bonobo sich aber einfach rücklinks auf seinen Hintern fallen. Er wirkte jetzt um einiges kleiner und weniger bedrohlich. Auch das Fletschen der Zähne unterließ er. Stattdessen bildete sich ein fast schon finsteres Grinsen auf seinem Gesicht. Die Menschen würden schon noch lernen, dass sie nicht an oberster Stelle der Nahrungskette standen. Früher oder später würde der Virus sie alle dahinraffen und die Affen würden sie alle überleben. Die Waffe, welche Ray in seine Richtung hielt, störte Koba jedoch unheimlich stark. Er hasste Menschen und Waffen waren nur ein Grund mehr wieso er es tat. Deshalb hob er die Hand, fast als würde er ein Zeichen geben. Und das war es tatsächlich.
Nur wenige Augenblicke später stürzten sich die Affen aus den Gipfeln der Bäume, die Koba bei seiner kleinen Mission begleitet hatten. Sofort packten sie Ray, entrissen ihm die Waffe und schlugen auf ihn ein, damit er zu Boden ging und dort auch blieb. "Ray!" entfuhr es Sofia sofort und sie war schon drauf und dran aufzustehen und einzugreifen, als Koba ihr den Weg abschnitt und sie gleich wieder einen Satz nach hinten in den Dreck machte. Der Affe kam ihr gefährlich nah. So nah, dass sie seinen doch etwas faulig riechenden Atem auf ihrer Haut spüren konnte. "Run" sagte er unter schwerer Stimme. Sofias Augen weiteten sich, als hätte sie gerade einen Geist gesehen. Wieder bildete sich das finstere Grinsen auf des Affens Gesicht, bevor er sich von dem Mädchen abwandte und nur Momente später in den Baumkronen verschwunden war. Die Affen folgten ihm, Ray und auch dessen Waffe hatten sie dabei im Schlepptau.
Zurück blieb eine mehr als aufgelöste Sofia. Sie brauchte einen Moment um zu verarbeiten was gerade geschehen war. Erst dann realisierte sie, dass sie Hilfe holen musste. Bei dem Versuch sich aufzurichten, stolperte sie und landete gleich noch einmal auf den Knien. Dann aber, als sie die Kontrolle über ihren Körper zurückerlangt hatte, richtete sie sich auf und rannte so schnell den Weg zurück zum Bunker, wie sie nur irgendwie konnte. "Cal!" rief sie aufgebracht, als das alte Gebäude in ihr Sichtfeld trat. "Cal, I need help!" rief sie erneut. Ihre Augen hatten sich mittlerweile so sehr mit Tränen gefüllt, dass sie überhaupt nicht mehr sehen konnte, wohin sie lief. Deshalb übersah sie auch eine Wurzel, kurz vor dem Bunker und landete erneut unsanft auf den Knien und fing gerade so mit den Händen noch ihren Oberkörper ab, bevor auch dieser im Dreck landete. Dort blieb sie jetzt einfach sitzen, Cal hatte sie ganz sicher gehört und würde im Handumdrehen bei ihr sein.
Koba dagegen hatte von Lucas und Rockets Anwesenheit nichts mitbekommen oder gar davon, dass sie ihm folgten. Zu sehr war er besessen von dem Gedanken gewesen Caesar zu zeigen, wie aggressiv und kalt die Menschen waren. Ray und seine Waffe waren der beste Beweis und wenn das Mädchen erst einmal mit ihren Leuten hier anrücken würde, um den Jungen zu finden, wäre das ganz sicher Beweis genug. Was Koba nicht wusste war, dass Ray und Sofia überhaupt nicht zu der Zone gehörten. Es würde nie eine größere Suchtruppe geben als die bestehend aus Cal, Sofia und Rays Hund. Erst einmal ging es jetzt aber darum Caesar zu zeigen was er so knapp vor ihrem Lager ausfindig gemacht hatte. Sein Versprechen hatte er ja sogar indirekt gehalten. Beide Menschenkinder lebten noch, wenn auch ein wenig rampuniert.
So suchten er und seine Gefolgsmänner also Caesar auf, kaum dass sie zurück beim Lager waren. "Caesar" rief Koba doch in seiner Affensprache. Reden fand er einfach viel zu anstrengend, außer er wollte ganz klar einen Punkt vertreten. Es machte einfach viel mehr Eindruck, wenn man dann die Sprache der Menschen benutzte. Ray wurde in der Zeit unsanft einfach auf den Boden fallen gelassen, doch gleich von links, rechts und hinten umzingelt, damit er überhaupt nirgendwo anders hinkonnte, als gerade wegs nach vorne. Und da ihm dort Koba noch den Weg versperrte, glaubten die Affen kaum das er die Flucht überhaupt versuchen würde. "We found this intruder, close to camp" deutete er schließlich, als sein Anführer in Sichtweite war.

Nachdem Biancas Eltern nacheinander von dem Virus infiziert wurden, hatte das Mädchen nicht mehr groß irgendwelche Anlaufspunkte gehabt, zu denen sie hätte gehen können. Ihre restliche Familie lebte einfach zu weit weg, als dass sie bei ihnen hätte Unterschlupf finden können.
Ihre Mutter traf es als Erste. Sie hatten keine Ahnung, wie sie sich hatte anstecken können, aber sie wurde schwer krank. Ab einem bestimmten Zeitpunkt hatte ihr Vater Bianca sogar verboten das Elternschlafzimmer zu betreten, weil sie nicht wussten wie man sich ansteckte und er seine Tochter in Sicherheit wissen wollte. Eines Abends, als er schließlich nach der Mutter sehen wollte, vernahm das Mädchen lautes Poltern aus dem Zimmer. Es hörte sich fast an wie ein Kampf, bevor ihr Vater unter Schmerzen aufschrie. Sie wollte nachsehen gehen, irgendwie helfen. Doch sofort warf sich etwas mit voller Wucht gegen die Tür, so dass sie überhaupt keine Chance hatte einen Blick hinein zu erhaschen. Es war ihr Vater, der ihr befahl sofort das Haus zu verlassen. Sie sollte sich einen der Notfallrucksäcke nehmen, welche die Familie für den Fall der Fälle vorbereitet hatte und zu dem nächst besten Haus laufen, von dem sie wusste, sie wäre da sicher. Bianca verstand im ersten Moment überhaupt nicht was los war. Nachdem er sie aber dann aber verzweifelt anbrüllte, sie solle doch endlich verschwinden, kam sie seinem Flehen nach.
Mit einem der Rucksäcke auf dem Rücken rannte Bianca los. Klar denken konnte sie zu diesem Zeitpunkt überhaupt nicht mehr. Ihre Füße trugen sie ganz von alleine nur ein paar Häuser weiter. Es war wohl Glück im Unglück, dass ihr Freund Aiden und dessen Familie in der gleichen Straße lebten wie sie. Und noch mehr Glück war es, dass jemand zu Hause war. Seither blieb sie bei ihrem Freund und dessen Mutter Beth. Am Anfang hatte sie jedes Mal unter Tränen versucht zu erklären was passiert war, kam aber nie wirklich weit, bevor man sie vor lauter Schluchzen überhaupt nicht mehr verstand. Bianca erfuhr erst später was mit den Kranken passierten. Das sie starben und wieder auferstanden, nur mit dem Drang jemanden zu töten. Das Wort Zombie benutzte sie dabei nie. Das ihre Eltern sehr wahrscheinlich nun welche von ihnen waren, war auch ohne das Wort schon schlimm genug.
Am Tage schaffte Bianca es aber ganz gut sich abzulenken. Meist half sie Beth beim Kochen, oder versuchte es zumindest. Besonders gut konnte sie es nämlich nicht und versuchte deshalb so viel zu lernen wie nur möglich. Oder sie lag einfach nur für ein oder zwei Stunden bei Aiden im Arm und sie philosophierten darüber welche Serie die Beste war oder welches Buch der andere auf jeden Fall noch lesen musste, wenn sie die Möglichkeit dazu bekamen. Dieser war einer der ruhigeren Tage. Während Aiden auf dem Sofa eingeschlafen war und Beth die Karten zum unendlichsten Mal studierte, saß Bianca einfach vor dem Sofa auf dem ihr Freund lag und kritzelte ein wenig mit einem kleinen, abgenutzten Bleistift auf einem Notizblock herum. Wirklich zeichnen konnte sie nicht, aber es war mal ein wenig Abwechslung und deshalb ganz nett. Erst als draußen die Alarmanlage eines der Autos ansprang, schreckte die Brünette genau so auf wie die anderen beiden.
Während Aiden ganz aufgeregt schien, blieb seine Freundin ruhig. Zumindest so ruhig, wie es ihre Angst eben zu ließ. Denn wenn sie eines aus Büchern, Filmen und Serien gelernt hatte, dann war es, dass Menschen in solchen Zeiten am gefährlichsten waren. Anders als die anderen beiden, erkannte Bianca AJs Stimme jedoch nicht, als dieser an die Tür hämmerte. Sie hatte ihn einfach viel zu selten gesehen, als dass sie seine Stimme in so einer Situation erkennen würde. Und da Aiden drauf und dran war, einfach selbst nachzusehen wer da an der Tür war, griff sie kurzer Hand einfach nach der Hand ihres Freundes, damit er nicht auf dumme Gedanken kam. Zumindest nicht, bis sicher war, wer da an der Tür war.
Beth hatte AJ bereits durch das kleine Fenster an der Tür erkannt, während er aber hochkonzentriert draußen Ausschau nach irgendwelchen Untoten hielt. Erst als die Tür sich öffnete und er in das Gesicht seiner Frau sah, schien es als wenn jegliche Anspannung einfach von ihm abfiel. Kaum das er das Haus betreten hatte und die Tür geschlossen war, fand er Beth auch gleich schon in seinen Armen wieder. Zwar war AJ ein Soldat und dem entsprechend hart gesottener als so manch anderer, doch war seine größte Angst seine Familie zu verlieren. Dem entsprechend erleichtert war er sie endlich gefunden zu haben. Seine Pistole legte er gleich neben sich auf der Arbeitsplatte ab, nur um einen Arm um seine Frau zu schlingen und die Hand des anderen tief in ihrem Haar zu vergraben, dessen Geruch er so sehr vermisst hatte. Für einen Moment blieb er einfach so mit ihr stehen. Er musste einfach ganz sicher gehen, dass ihm sein Hirn keinen Streich spielte. Erst dann konnte er sich ein Stück von ihr lösen. Den Arm ließ er dabei um ihre schmale Mitte geschlungen. Sanft strich er Beths Haar hinter ihr Ohr, damit er ihr hübsches Gesicht besser sehen konnte. Seine Augen waren unweigerlich glasig geworden, so sehr überwältigte ihn gerade die Freude darüber, seine Frau endlich wieder in den Armen halten zu können. "I'd never leave you behind" hauchte er dabei, bevor er sie in einen leidenschaftlichen Kuss verwickelte. Kurz darauf löste er sich von ihr, ließ seine Stirn aber an der ihren liegen. "Is Aiden with you?" stellte er nun die eine Frage vor dessen Antwort er noch immer solche Angst hatte, dass sein Hirn sich kurz dagegen gesträubt hatte, sie überhaupt auszusprechen.
Sarah Landlow
Es lag außerhalb von Sarahs Vorstellungskraft, dass sie es irgendwann in Ordnung finden würde was mit Cassie geschehen war und was mit der ganzen Welt zu passieren schien. Ohne Zweifel hatte die Ärztin in ihrem Beruf schon furchtbares gesehen, aber jemandem das Gehirn zu durchbohren, fand sie nochmal etwas ganz anderes. Es war nicht leicht zu vergessen. Sie war sich sogar ziemlich sicher, dass sie es niemals vergessen würde. Sie musste ja nur ihre Augen schließen und wieder hörte sie das Knacken und Krachen der Knorpel als sie in den Schädel eindrangen. Soldaten lernten irgendwann mit soetwas zu leben, aber auch nicht alle von ihnen und sie war nur eine einfache Lehrerin. Die meiste Zeit seitdem es passiert war hatte sie stur versucht an andere Dinge zu denken, doch Verdrängung hatte noch keine Sache aus der Welt geschafft, dass wusste sie selbst und ließ sie sich kein Stück besser fühlen. Die Auswirkungen würden sich früher oder später zeigen und sie wusste nicht, ob sie herausfinden wollte, welche diese waren. Ein Schlafmittel nahm sie dankend an, bezweifelte aber, dass sie es tatsächlich benutzen würde. Lieber schlief sie einige Stunden weniger, bevor sie am Ende nie wieder ohne diese kleinen Hilferlein schlafen konnte. Es war ein drastisches Denken, doch Sarah hatte nicht vor klein beizugeben.
„It's quite fashionable.“, schmunzelte Tess als Liza auf den Verband um ihren Kopf herum zu sprechen kam und riss Sarah somit aus ihren trübseligen Gedanken. Sarah zwang sich zu einem Lächeln. „In a few days everyone will wear this, I'm sure.“, scherzte sie, obwohl sie zu scherzen nicht aufgelegt war. Besser war es aber, wenn sie und Jake sich nicht noch mehr um sie sorgten. Die beiden hatten genug eigene Probleme, die es zu bewältigen galt. Wer wäre da sie, wenn sie sich jetzt auch noch über einen komisch aussehenden Verband beschweren würde? Dankbar war sie trotzdem, wenn sie das Ding am Abend wieder abnehmen konnte. Wie die Leute hier auf jemanden mit einer offensichtlich großen Verletzung reagierten, konnte sie sich nur zu gut vorstellen. Egal ob infiziert oder nicht. Zum Glück war sie es aber nicht, auch wenn die Erleichterung darüber, nicht sehr lange anhielt. „Blood screen?“, wiederholte sie fragend. Wie aus einem Reflex heraus ging ihr Blick zu Jake. Er war der einzige hier, dem sie ganz vertraute und auch wenn er genauso wenig wusste wie sie was vor sich ging, war es ihr erster Instinkt sich an ihn zu finden. „What for?“, wollte Sarah wissen und wandte sich wieder Liza zu. „You said that I'm fine.“ In diesem Fall sprach wirklich die Angst aus der Dunkelhaarigen. Wenn sie doch nicht infiziert war, sah sie keinen Grund darin weitere Tests zu machen. Es sei denn, die Ärztin suchte vielleicht nach etwas ganz anderem.

Sam schmunzelte nur noch. Sie war genauso verärgert wie Clara, kannte die Launen ihres Bruders aber nun schon ihr ganzes Leben, weswegen es ihr wohl leichter fiel es zu akzeptieren. Für einen gewissen Moment. „He's protecting all of us.“, fügte sie deshalb hinzu, denn noch war sie der Ansicht, dass er sein Versprechen hielt und sie bald einweihen würde. Von militärischer Strategie hatte die Blonde tatsächlich keine Ahnung und hatte es deshalb auch erstmal für besser empfunden auf ihren Bruder zu hören, wenn auch eher missmutig. Dennoch hatte sie es getan. Alles weitere ließ sich später klären und sie hoffte, dass Clara ihm nicht auf ewig böse sein würde. Auch wenn sie nicht zur Familie gehörte, tat sie es nun doch. Die Britin hatte sonst niemanden mehr und ihre Familie war nicht dafür bekannt jemanden ihn Not zu verstoßen. Sie gehörte ab jetzt also dazu, ob sie nun wollte oder auch nicht.
„I'd actually really like to stay, if that's okay.“, merkte sie an. Genauso wenig wie Clara wollte sie rumsitzen, aber noch weniger wollte sie die Zeit gerade bei Fremden verbringen während sie sich um ihre Familie sorgte. Eli zählte sie schon als einen Art Bekannten, denn immerhin kannte sie ihn seitdem sie in der Zone waren am längsten, auch wenn es nur wenige Stunden waren. „I've had enough of soldiers for a while and otherwise you'd be all on your own.“ Abgesehen davon würden Cage und ihr Vater sicher auf diesem Weg auch wieder zurückkommen und so bekam sie es gleich mit, wenn wieder etwas vor sich ging, was man ihr verschweigen wollte. Vertrauen war gut, doch Kontrolle war besser.
Malcolm fühlte sich auf einer Seite geehrt, dass Cage ihm einen so wichtigen Job anbieten wollte, andererseits wusste er nicht ob die Leute ihm so viel vertrauen würden, wie er es glaubte. Würden sie erstmal wissen, wer er war, würde auch dort Misstrauen entstehen und sie würden glauben er vertrete vielleicht eher die Meinung des Generals als die des Volkes und selbst wenn er sich bemühten würde, er konnte einfach nicht ganz versprechen, dass er nicht etwas voreingenommen handeln würde. Dennoch nickte er. „If the people want me as their voice I'll gladly do it.“, stimmte er dabei zu, denn nachdenken musste er dabei nicht groß. Cage brauchte Hilfe, so schien es ihm und dies war seine Art es zu sagen. „And you will not need a substituion, okay? Don't every say that, Cage. Only happens over my dead body.“, scherzte er und versuchte die Situation zu lockern in dem er ihm noch einen Klaps auf die Schulter gab, bevor sie gerade an dem Zaun ankamen.
Der kleine Junge Bill quetschte sich durch die Soldaten hindurch damit er vor Malcolm und Cage zu stehen kam. Den General kannte er und auch den anderen Mann hatte er vom Vorabend noch als Sams Vater im Kopf. „I..it.. it's.. tru... true..“, stotterte er aufgeregt. Wenn er nervös war, fiel es ihm noch schwerer ordentlich zu sprechen. „Th...thee.. they..t.. t-alked.. but the... they.. are.. goo.. good.“ Für ihn ging von den Affen keinerlei Gefahr aus, auch wenn die Soldaten es ganz anders sahen.

Eine Welle von Erleichterung überkam Roman. Sein Lügenspiel trieb er schon ewig und Healey hatte man bisher immer erfolgreich raushalten können. Genau so sollte es auch unbedingt bleiben. Er wusste nicht, was passieren würde, wenn er seine Schwester verlor, war sie doch die Einzige, die immer ehrlich zu ihm war. Die Ironie daraus, hätte ihn beinah schmunzeln lassen, aber wusste es besser und verkniff es sich. „Thank you.“, sagte er stattdessen und schien sich gleich sichtlich wohler zu fühlen. Obwohl Mike ihn noch immer mit unsicheren Augen ansah. Ihn konnte nur Healey überzeugen. Er selbst war da machtlos, doch war er fest davon überzeugt, dass seine Schwester ihn schon noch umstimmen konnte. Falls es dafür nicht zu spät war.
Überheblich hob Michael eine Augenbraue und sah Healey skeptisch an. „You really think you're in any kind of position to make demands?“, fragte er sie herausfordernd. „You're too naive. Just because you're brother tells you a sob story doesn't mean he isn't a psychopath. Aren't you a lawyer? You should make a decision based on facts and on evidence. Not let your judgement be clouded by your emotions.“, riet er ihr, was Mike generbt aufstöhen ließ, denn der Polizist selbst war für diesen Ratschlag ein Paradebeispiel. Erst am Abend zuvor hatte er selbst die Fassung verloren, doch war nun kaum der Zeitpunkt um das nochmal aufzuwärmen. „May I see that evidence you're all talking about?“, verlangte Mike, der noch immer vollkommen auf dem Schlauch stand, denn keiner erzählte ihm etwas. Wortlos reichte Michael ihm die Akte, behielt seinen Blick weiterhin auf Healey fixiert. „Here's my deal for you. Roman stays here. Locked up and secure because as you will surely understand I will not risk the life of hundreds of people only because you let him wrap you around his little thinger. I'm rather safe than sorry. As soon as he's fit to travel I'll lead you out of the zone and you never come back here ever again. Just agree to it.“, benutzte er am Ende sogar ihre eigenen Worte. Es gab nur diesen einen Deal und keinen anderen für ihn. Als einer der leitenden Kräfte hier war es seine Pflicht die Menschen zu beschützen und dafür würde er tun, was auch immer nötig war.
„Okay.. it's a deal.“, stimmte Mike zu noch bevor seine Verlobte auch nur einen Ton sagen konnte. „You're on his side now? I didn't do anything, Mike!“, mischte sich Roman auch wieder ins Gespräch ein. Eingesperrt sein wollte er nicht. Es weckte nur schreckliche Erinnerungen. „That's not it.“, seufzte Mike. „It's clear that Officer Porter will not change his mind and we have caused enough trouble as it is. I don't like it either, believe but in here you can rest and recover in peace. The sooner you're on your feet again, the sooner we can leave.“ Die Wahrheit aber war eine andere. Er hatte die Beweise gesehen und anders als Healey, die von der Liebe zu ihrem Bruder geblendet war, sah er die Sache so wie Michael.

Vertrauen war kein Begriff, der Troy noch allzu bekannt war. Früher mal hatte er gewusst, was Vertrauen bedeutete. Heute gab es aber keinen mehr, dem diese Ehre gebührte. Selbst Ella nicht. So unschuldig und treu wie sie nun auch vor ihm stand, war sie doch nur Mittel zum Zweck und würde ein wunderbares Werkzeug abgeben, davon war er fest überzeugt. „Of course you won't. I will not let you.“, lächelte Troy, was sich durch seinen freundlichen, vergnügten Tonfall nicht so bedrohlich anhörte, wie er es tatsächlich meinte. Das gleiche wie mit Tess würde ihm kein zweites Mal mehr passieren. Weder würde er Ella so viel vertrauen das sie ihn verletzen konnte, noch würde er zulassen das sie auch nur auf die Idee kam irgendwie gegen ihn zu agieren. Wie er gerade schon gelernt hatte, brauchte es für letzteres gar nicht viel, denn sie hing schon jetzt an seinen Lippen. „Tess has a great temper. You won't have to do much to send her over the edge. Especially now that her dad died and her sister that disappeared years ago will most likely not come back either. And lots not forget about Jake who let his sister kill his girlfriend.“ Die Geschichte hatte durch die Soldaten sogar ihn erreicht und war ein perfektes Mittel um beide aus der Reserve zu locken. „Thinking about it.. maybe he always had a thing for Sarah. His own sister.. sometimes people do the craziest things.“, überlegte er gespielt. Er selbst wusste das Jake seine Schwester nie auf diese Art und Weise lieben würde, aber er musste den Gedanken ja nur bei Ella pflanzen damit diese es Tess übermittelte. Ob seine Ex es glaubte oder nicht, spielte dabei keine Rolle. Solche Anschuldigen zu hören würde sie rasend machen vor Wut und das alleine reichte schon. „Just provoke her.. it's really not that difficult.“, ermutigte er sie, ließ nun aber vollständig von ihr ab um eine Blick auf seine Uhr zu werfen.
„I should probably head back to patrol now.“, meinte er und senkte den Arm wieder. „Cage will behead me if I cause any more trouble and don't attend my shifts.“ Ein entschuldigendes Schmunzeln kam über seine Lippen. Zum jetzigen Zeitpunkt war ihm fast egal ob Cage auf seiner Seite stand oder nicht, aber der gute Schein sollte noch eine Weile gewahrt bleiben. Umso besser er bei Cage dastand, umso eher wurde er auch Jake und Tess wieder los, so dachte er momentan. Für ihn lag es klar auf der Hand, dass sein Vorgesetzter sich für seinen treuen Soldaten entscheiden würde und nicht für Fremde, die er kaum kannte.

Keine Sekunde nachdem Koba sich umgedreht hatte, bereute Ray seinen Heldenmut. Das vor ihm war kein normaler Affe. Dabei handelt es sich in seinen Augen eher um eine Bestie. Ein grausames Tier, dass viel leid gesehen hatte. Selbst in den nur kurzen Sekunden fiel Ray das schon auf. Viel mehr blieb ihm auch gar nicht, denn kurz darauf sprangen gleich mehrere Affen aus den Baumkronen und eine Welle von Schmerz brach auf ihn herein, als sie auf ihn einschlug. Hilflos versuchte er dabei irgendwie seinen Kopf zu schützen, doch bekam er durch die Schläge genug blaue Flecken und Blessuren ab. Ray glaubte sogar die ein oder andere Rippe brechen zu hören. „Sofia..“, murmelte er leise, denn zu mehr war sein Körper gerade gar nicht mehr im Stande. Durch die Menge der Affen suchte er ihren Blick, konnte sie aber nicht ausfindig machen. Er hätte ihr das gleiche sagen wollen wie Koba. Renn weg. Die Affen konzentrierten sich so seh rauf ihn, dass für sie genug Zeit blieb sich in Sicherheit zu bringen und das war auch das letzte was er sah, bevor die Affen ihn mit auf die Bäume zogen.
Immer wieder tanzten schwarze Lichter vor seinem Gesicht und er schaffte es nur mit großer Mühe nicht noch das Bewusstsein zu verlieren. Ein schmerzhaftes Keuchen entwich ihm als man ihn irgendwann unsanft zu Boden schmiss. Keines der Tiere musste befürchten, dass er so schnell wieder aufstand. Jeder Knochen im Leib schmerzte und der Respekt den Tieren gegenüber sorgte dafür, dass er genau dort blieb, wo man ihn abgesetzt hatte. Er richtete sich lediglich ein Stück auf um zu sehen wo er gelandet war. Überall waren Affen. In seinem Leben hatte er noch nicht so viele gesehen. Einige gingen sogar aufrecht wie Menschen und schienen sich zu verständigen. Kobas Schrei ließ es ihn durch Mark und Bein fahren. Er hatte sich doch nicht getäuscht. Er hatte geredet. Einen Namen. Womöglich der Anführer der Gruppe. Je mehr Ray versuchte einen klaren Gedanken zu fassen, desto mehr entglitten ihm diese und so beobachtete er lediglich wie sich ein Affe mit großer Authorität aus der Menge erhob.
Caesar, der Kobas Rufen gehört hatte, wusste sofort, dass es sich dabei um nichts Gutes handeln konnte. Schwer schnaubte er durch seine Nasenlöcher, verärgert darüber, dass man nicht auf ihn gehört hatte. Der Mensch lebte zwar, doch er war verletzt und außerdem hier. Ihn gehen zu lassen, barg das Risiko das er seinem Volk erzählte wo ihr Camp lag. Damit war er nun fast gezwungen ihn hier zu behalten oder schlimmeres zu tun. Nichts davon wollte Caesar. „I told you not to harm anyone.“, deutete er Koba ohne auf das einzugehen, was er gesagt hatte. „We... we were only looking.. for food.. I swear.“, meldete sich Ray vorsichtig zu Wort, ohne wirklich zu glauben, dass irgendwer ihn verstehen würde.
Unterdessen kam Cal aus seinem Bunker, der die aufgelösten Schreie von Sofia vernommen hatte. Nur sehr leise, denn der Bunker bestand aus dicken Steinwänden und schirmte perfekt von der Umwelt ab, dennoch hatte er sie gehört, seine Arbeit liegen gelassen und kam nach oben. Ihr Anblick, wie sie dort im Dreck saß und weinte, ließen ihn schon das Schlimmste ahnen. Noch aber, ließ er keinen Gedanken zu. „Where's the boy?“, brummte er missmutig während er auf sie zustiefelte. Auf gewisse Weise hatte er die Verantwortung für die beiden Kinder, denn nichts anderen waren sie für ihn. Noch grün hinter den Ohren und nicht in dem Alter, in denen die Welt sie hinraffen sollte. Gaz als ob er ein Stichwort gesagt hatte, schoß ein großer Schäferhund hinter ihm aus dem Bunker, direkt auf Sofia zu und begann ihr freudig das Gesicht abzulecken. Damit Cal nicht ganz so alleine war, hatte Ray seinen Hund extra hier gelassen. Er hatte ganz klar abgestritten, dass ihm Einsamkeit nichts ausmachte, was Ray gekonnt ignoriert hatte und insgeheim tat Cal es gut, dass er in seinem Bunker Gesellschaft bekommen hatte.

Aiden hatte schon immer Geschichten über Helden geliebt, musste nun aber feststellen, dass er selbst keiner von ihnen war. Zumindest hatte er nicht dieses Gefühl, denn Angst war sein allgegenwärtiger Begleiter seitdem die Zombies die Erde übernommen hatten. Eine drastische Ansichtssache, aber so war er nunmal. Das sein Vater nicht bei ihnen war, machte die ganze Sache nur noch viel schlimmer. An seine Abwesenheit war er irgendwie gewöhnt, dennoch hasste er es und jetzt, da sie so auf sich alleine gestellt waren, nur umso mehr. Sein Vater sollte doch hier sein um sie zu beschützen. Seine Mutter gab sich all die Mühe um auch seinen Part zu übernehmen, aber manchmal glaubte er das er sie am Abend betete und er hatte sie noch nie zuvor beten hören. Das alleine reichte aus um ihm die Ernsthaftigkeit der Lage klar zu machen. Noch dazu kam seine Freundin Bianca, die nicht so viel Glück hatte wie seine Familie, denn das sein Vater noch irgendwo da draußen war und sie suchte, davon war er überzeugt. Nur Bianca hatte nun niemanden mehr und so sehr er versuchte sie zu trösten, wirklich gut war er darin nicht. Noch nie zuvor war er mit einer Situation wie dieser konfrontiert gewesen. Weder mit Tod noch mit Angst. Er gab sich die größte Mühe für sie da zu sein, was in den meisten Fällen aber nur darin endete, dass er sie versuchte bestmöglich abzulenken und aufzuheitern.
Normalerweise war er immer nur sehr schwer aus dem Bett zu kriegen, doch war es an diesem Tag anders. Die Alarmanlage des Autos hatten sofort dafür gesorgt, dass er hellwach war. Aufgekratzt, geradezu. Die Stimme an der Tür glaubte er ganz klar einer bestimmten Person zuordnen zu können und seine Mutter schien es genauso zu sehen. Kurz drückte er Biancas Hand, die ihn davon abhalten wollte zu rebellieren und nicht auf seine Mutter zu hören sondern direkt zu folgen. Aber er konnte sie unmöglich alleine gehen lassen. So groß seine Angst auch war, er war jetzt auf gewisse Weise der Mann der Familie und musste sie beschützen. „I have to see..“, sagte er nur zu Bianca, seinen Blick ganz auf den Weg fixiert, den seine Mutter gegangen war. Von ihrer Hand ließ er ab und verließ genauso das Zimmer.
Beth stand währendessen in den Armen ihres Mannes und presste ihren Körper fest gegen seinen. Jedes Mal am Flughafen war es schon immer so gewesen, wenn sie ihn abgeholt hatte, doch an diesem Tag war es nicht zu vergleichen. All ihre schrecklichen Befürchtungen, die sie gehabt hatte, fielen nun wie ein Stein von ihr ab. Es fühlte sich fast sogar unwirklich an, AJ wieder um sich zu spüren. Tapfer hielt sie jedoch Tränen zurück, auch wenn diese ganz klar in ihren Augen standen. Sowie sie Aiden kannte, konnte er jeden Moment hier reinplatzen und vor ihm wollte sie keine Schwäche zeigen, damit er sich nicht zu sehr sorgte. So nah wie nur möglich blieb sie bei ihm stehen und hatte ihre Hände auf seine Brust gelegt. Ein wenig umfasste sie dabei sogar den Stoff seines T-Shirts, damit niemand auf die Idee kam, ihn ihr wieder wegzunehmen. „Yes, yes..“, antwortete sie ihm sofort, denn sie konnte sich nur zu gut vorstellen, welche Gedanken er sich um Aiden gemacht haben musste. „Aiden is here and he's okay. We're both okay.“ Diese Worte auszusprechen ließ sie sogar Lächeln. Endlich war ihre Familie zusammen und das ließ sie das Gefühl haben, dass sie vielleicht doch noch alle in Ordnung kamen.
„Dad?“, kam es vom anderen Ende des Zimmers. Aiden stand im Türrahmen und sah wie seine Mutter eng umschlungen bei einem Mann stand. Dabei konnte es sich nur um seinen Vater handeln. Beth, die ihren Sohn gehört hatte, ließ von AJ ab damit auch er ihn begrüßen konnte. Sofort hastete der Junge auf seinen Vater zu, schlang die Arme um dessen Mitte und vergrub das Gesicht in seiner Brust. Niemand konnte es sehen, aber Aiden konnte in diesem Moment nicht anders als zu weinen, was das Schütteln seines Körpers verriet. Die Erleichterung durchströmte ihn so sehr, dass die Tränen einfach rauskamen und er nicht so stark sein konnte, wie in den letzten Woche. Aber er war nunmal auch erst 15 und irgendwie schien es in diesem Moment okay zu sein, alles rauszulassen, denn sein Vater war wieder da und von nun an würde sicher alles besser werden.
Liza Sanchez
Jake war froh um den kleinen Aufmunterungsversuch den Tess unternommen hatte auch wenn dieser nicht wirklich lange anhielt und sich alles schnell wieder ins genaue Gegenteil wandte. Sarahs Blick reichte aus, dass er vom Bett aufstand und seiner Schwester von hinten eine Hand auf die Schulter legte. Für ihn hörte sich der Bluttest mindestens genau so beunruhigend an wie für seine Schwester. Zwar schwieg er, aber Liza sah an seinen Augen, dass ihm die gleichen Fragen auf der Zunge lagen wie der Brünetten vor ihr. Deshalb setzte sie ein sanftes Lächeln auf. "I know, I know" setzte sie deshalb erst einmal an. "There are no symptomes for the virus. Believe me, you would know if you were infected. But I really want to make sure that you haven't got a blood poisoning or anything else in this direction."
"And you're sure you don't wanna do this because of a possible infection?" sagte Jake so zynisch, dass es ihn selbst etwas erschrak. Aber die Sache mit Troy belastete ihn sichtlich. Dazu kam noch, dass Sarah verletzt war und das alles nur, weil Jake sich nicht selbst um seine eigenen Probleme gekümmert hatte. Liza konnte am allerwenigsten etwas für seine Situation. Aber jeder brauchte einmal einen Sündenbock. Und leider traf es wohl jetzt sie. "I told you, your sister isn't infected."
"But you also wouldn't let her out if she wouldn't give you her blood, isn't that so?"
"You're no prisoners here, Jake."
"Funny you say that, because we were pretty much locked up last night."
"Because we couldn't tell then if Sarah was infected or not" seufzte Liza, versuchte dabei aber so freundlich wie möglich zu sein. "We kept you under watch. That is why Troy was allowed to keep her" wies er dabei auf Tess. "Yes, I know about this" beantwortete sie gleich Jakes aufkommende Frage, woher sie das wissen konnte. "Everyone that comes to the zone with any kind of sickness or injury has to stay in quarantine for at least one night."
"Saftey reasons?" fragte Jake genervt."
"Exactly."
"I bet Troy's isn't really part of the quarantine part of the zone, is it?" Wie sehr es ihn störte, dass er nichts getan hatte, als Troy Tess mit zu sich genommen hatte, nachdem sie ihm nun erzählt hatte, wie verdreht sein bester Freund bereits sein musste, merkte man zunehmend.
"He knows what to do in case of an infection. But Tess is fine, isn't she? And neither of you shows any symptomes. I reall only want to be absolutely sure that Sarah didn't catch anything else" sagte sie nun strenger, sah danach aber wieder zu der Brünetten vor ihr, die gerade ihre Patientin war und nicht ihr Bruder. "Sarah, I know this scares you. But I'd feel better if you'd let me check on your blood" versuchte sie es noch einmal ruhiger. "If you don't want to, it's absolutely fine. I won't lock you up or anything" versicherte Liza lächelnd. "I just want to make sure that you don't need any other medical treatment."

Clara zuckte nur mit den Schultern, schmunzelte jedoch. Nur weil Cage ihr jetzt auf den Schlips getreten war, wollte sie ihre Laune ja nicht an Sam auslassen. Natürlich machte der Soldat nur seinen Job und wollte sie alle beschützen. Aber Clara fand, dass es ein vollkommen falscher Weg war, wenn er alle Dinge nur für sich behielt oder sie nur seinen Männern mitteilte. So wie sie nämlich die Zone bislang gesehen hatte, gab es kaum Zivilisten, die nicht irgendwo mit anpackten und helfen wollten. Es war wohl kaum ihre Aufgabe Cage darauf anzusprechen, dass es vielleicht einfacher sein würde, wenn man sie alle aufklären würde. Und nach der Sache eben würde er auch ganz sicher nicht mehr auf sie hören. Sam schien er aber genau so außen vor zu lassen. Blieb noch Malcolm. Vielleicht würde Clara später am Abend noch einmal das Gespräch suchen. Denn irgendetwas sagte ihr, dass Cage ihnen beiden gerade direkt ins Gesicht gelogen hatte und sie am Ende nicht mehr wussten, als sie es sowie so bereits taten. Vielleicht ließ sich aber mit Malcolm doch besser darüber reden, wenn er es einsehen würde, dass es einfacher war, wenn die Leute wussten auf was sie sich da überhaupt vorbereiten mussten, außer auf die Tatsache einfach nicht krank zu werden.
"Good" sagte Eli und klatschte dabei euphorisch in die Hände. Ablenkung war jetzt wohl einfach das Beste bis die anderen beiden wieder zurück waren. "Come on then" lächelte er und führte die zwei um den Laden herum. "People that are new to the zone mostly give anything for the greater good, you know? Sharing is caring" schmunzelte er über das alt bekannte Sprichwort. Jeder hier teilte seine Sachen, wenn es nicht gerade irgendeinen mentalen Wert für die Leute hatte. Denn viele hatten ihre Häuser verlassen müssen ohne irgendetwas mitnehmen zu können. Gerade für sie war das Konzept der Zone von Vorteil. Eli unterstützte es so gut er konnte, indem er hier alles ordentlich hielt und die gespendeten Sachen gut in Schuss hielt.
Also führte er sie zu den neu 'gelieferten' Sachen. Es war an diesem Tag nicht wirklich viel: Bücher, Schlafsäcke, Wolldecken, Batterien, Taschenlampen und all sowas eben. Doch nur in geringen Massen. All das war in offenen Plastik- und Obstkisten gelagert. "So you say this is all from the people that live here?" fragte Clara bei dem Anblick.
"Exactly. It's for those who had no chance to pack anything when they left their houses. Mostly students or those who were picked up by a militia convoy. Of course anyone get stuff here. But that was the idea behind it. It saves a lot of supplies that the army sends to the zone."
"Who came up with that idea?"
"A guy called AJ. He's a soldier himself but he and the general doesn't really get along. Long story" winkte Eli gleich ab. "But let's get to it then" schlug er stattdessen vor. "We just need to check everything if it's usable first, then we can put it in store."
Cage schien sichtlich erleichtert über die Antwort seines Vaters zu sein. Mit seinem Vater hatte er jemand in dem kleinen Rat, dem er voll und ganz vertraute. In solchen Ausnahmesituationen dachte eben jeder vorrangig an sich selbst. Und Cage verübelte es seinen Männern, Liza und Michael auch überhaupt nicht, falls es tatsächlich so sein sollte. Aber Malcolm war anders. Vielleicht schafften sie es so ja auch die Zone vor ihrem vermeidlichen Untergangn zu bewahren, der einfach unmittelbar bevorstehen würde, wenn sie die Lebensmittelkrise nicht in den Griff bekommen würden. "Don't worry" bat er seinen Vater dann jedoch und legte ihm eine Hand an den Rücken. "I was just thinking. Haven't planned to go yet" versicherte der Blonde mit einem zuversichtlichen Nicken. Seine Stimmung schien erst umzuschlagen, als er nach seiner kleinen Ansprache zu seinen Soldaten den Zaun musterte und Bill sich schließlich zu ihm nach vorne durch die Männer quetschte. "Wow, wow, Bill" sagte er mit einem sanften Lächeln und legte dem Jungen eine Hand auf die Schulter, damit er sich zu ihm nach vorne auf Augenhöhe lehnen konnte. Kinder unterschieden sich von Erwachsenen nur wenig, wenn man ein wenig Erfahrung mit ihnen hatte. Unterhielt man sich mit ihnen auf Augenhöhe, fühlten sie sich ernst genommen. Und genau das musste Cage bei Bill erreichen. Seine Männer würden wieder nur ihren eigenen Kopf aus der Schlinge ziehen wollen. Bei dem Jungen hoffte er auf die Wahrheit.
"Calm down first" bat er ihn. "Everything's alright. I'm here now and gonna take care of it" versicherte er, wobei er kurz zu dem Loch im Zaun sah. Das der Junge von sprechenden Affen sprach, genau wie zuvor seine Soldaten, beunruhigte ihn nun doch was sein Lächeln ein wenig dämmte. Kurz räusperte er sich und lächelte Bill nun doch wieder an. "I want you to tell me everything you've seen, okay? And when you say that the apes are good then I believe you and won't hurt them. Promise. I just need to make sure you, your dad and everyone else here stays safe, you understand that right?"

Healey schnaubte eingeschnappt bei Michaels Frage ob sie nicht eine Anwältin wäre. Denn genau wie Mike fand sie es sehr ironisch das gerade er darüber sprach, dass man doch objektiv an so eine Sache heran gehen musste. Er selbst hatte ja erst gestern bewiesen, dass es nur einen Moment brauchte und er sah rot. Aber genau wie ihr Verlobter ließ sie das Thema ruhen. Sie verstand ja auch, dass der Verlust eines Kindes furchtbar sein musste und wollte, wenn es sich vermeiden ließ, Michael mit diesem Thema ja auch nicht provozieren. Dennoch hielt sie es im Hinterkopf. Nur für den Falle, dass es noch einmal nützlich werden würde. Und alleine der Gedanke daran, dass sie etwas so Furchtbares gegen jemanden verweden konnte, ließ sie sich unwohl fühlen.
Während Michael aber Mike die Akte reichte, griff die Blonde nach hinten und legte ihrem Bruder eine Hand an den Unterarm. Es war mehr unbewusst, als eine absichtliche Bewegung. Aber sie hatte die Akte ja auch gesehen. Es gab die Möglichkeit, dass Mike es komplett anders sehen würde als sie selbst. Er war ein guter Anwalt und normalerweise vertraute sie ihm in jeder seiner Entscheidungen. Vor dem Urteil über Roman machte sie sich aber Sorgen. Mike musst es einfach so sehen wie sie. Ihren Bruder hier drin einzusperren kam einfach überhaupt nicht in Frage. "Mike" entwich es der Blonden kurz darauf aber ungläubig. Anders als ihr Bruder, der sofort in Verteidigung überging, sah sie ihren Verlobten fassungslos an. "We came here to be save, not for locking my brother up" fuhr sie fort. Von Roman ließ sie nun ab und tat dabei sogar einen Schritt in Mikes Richtung. "This deal is bullshit, Mike! You know as good as I do that Roman wouldn't run around killing anyone" erhob sie jetzt sogar ihre Stimme und macht mit der Hand eine ausschweifende Bewegung, so wütend war sie gerade darüber dass Michael es schaffte mit seinen blöden angeblichen Beweisen ihren Verlobten auf seine Seite zu ziehen. Eindringlich sah Healey ihn an. Doch ein Blick genügte um zu wissen, dass es hier nichts mehr zu rütteln gab. Zumindest für den Moment. Mikes Argument, dass er nicht für mehr Ärger sorgen wollte, war ein starkes. Dagegen anzugehen war mindestens genau so bescheuert, wie die Akte in seinen Händen.
Angestrengt seufzte die Blonde also und sah zu ihrem Bruder. "Roman .." setzte sie entschuldigend an. "I'll prove he's wrong -" versprach sie und nahm dabei eine von seinen Händen in ihre. "- and I'm gonna get you out of here as fast as I can. I promise, okay?"

Ella schüttelte lechtend den Kopf, was lediglich eine Reaktion auf Troys vergnügten Tonfall war. Das Unwohlsein von zuvor, als er lauter und so finster geworden war, war längst komplett verflogen. Sie hatte nicht vor sich gegen ihn zu stellen. Und wenn sie ihm erst einmal mit dem Tess und Jake Problem geholfen hatte, dann würde Troy sicher schnell sehen, dass Ella nicht so war wie die beiden. Vielleicht war es naiv sich so sehr auf den Soldaten zu versteifen. In der Zone gab es sicherlich Männer, die bei weitem gesünder für Ella gewesen wären, aber das war ihr egal. Sie wollte Troy und wenn es hieß, dass sie dafür etwas Ärger machen musste, war das wohl das kleinste Problem.
Während Troy ihr also von seinen kleinen Vorschlägen berichtete, machte sich Ella erst einmal wieder daran ihr noch immer offenes Hemd wieder zu knöpfen. Als er aber erwähnte, dass Jake vielleicht sogar mehr für seine eigene Schwester empfinden konnte, konnte die Brünette überhaupt nicht anders, als ihn fast schon angewidert dennoch verwirrt anzusehen. "Eww" stieß sie jedoch amüsiert aus, bevor sie sich wieder ihrem Hemd widmete. "But okay, I can work with that" sagte sie schließlich überzeugt. Jemanden zu provozieren war nie besonders schwer. Jetzt, wo sie aber ein paar Einzelheiten aus Tess' Leben wusste, war es um einiges einfacher. Wenn es persönlich wurde, kannten Menschen keinen Spaß, egal wie gutherzig sie normalerweise waren. Familie und die engsten Freunde gingen vor. Und genau das würde Ella gegen Tess verwenden. Normalerweise sollte sie sich dabei wohl schlecht fühlen. Aber die Welt befand sich sowie so schon in einem Ausnahmezustand. Da war ein wenig Egoismus wohl auch nicht mehr weiter schlimm. "See it done till the end of the day" versprach Ella optimistisch. Sie hoffte nur, falls die Situation ausarten würde, dass auch wirklich jemand eingreifen würde. Zwar sollte es realistisch aussehen, dennoch hatte sie nicht vor am Ende mit einer gebrochenen Nase aus der Sache hervorzugehen.
Die großen Locken strich sie sich nun wieder gekonnt über beide Schultern nach vorne und schon sah es aus, als sei nie etwas gewesen. Als Troy aber meinte, es wäre besser er würde zurück zu seiner Schicht gehen, setzte die Brünette ein gespielten Schmollmund auf. Dieser löste sich aber schnell wieder in ein liebevolles Lächeln. "You're probably right" stimmte sie zu und ging dabei zu dem kleinen Tisch, wo sie die Konserven und den Schokoriegel abgelegt hatte. Diesen nahm sie nun wieder und kehrte zurück zu Troy. "But you're not leaving before I haven't shared with you" schmunzelte Ella und winkte etwas mit dem Riegel in ihrer Hand. Egoismus war ja schön und gut, aber gegenüber dem Soldaten verspürte sie sowas in keinster Weise.
Also öffnete sie die Verpackung und brach die Süßigkeit in der Mitte durch. Sie selbst behielt den verpackten Teil, einfach weil sie keine Lust hatte sich mit Schokolade einzuschmieren. Den anderen reichte sie Troy. "And now you go and make the general proud" schmunzelte sie. "And don't you make me regret sharing with you, Troy" warnte sie ihn genau so spielerisch wie er es zuvor getan hatte, mit dem einzigen Unterschied, dass sie es nicht ernst meinte.

Kobas Brust hebte und senkte sich auffallend schwer, so aufgebracht war er. Und gegen all sein Befinden gerade verneigte er sich doch etwas vor Caesar. Viel mehr machte er sich einfach ein wenig kleiner als der Anführer der Affen. Es sollte ihm den Respekt zeigen, den er vor ihm noch immer hatte. Koba handelte zwar aus Hass den Menschen gegenüber, aber eigentlich wollte er doch nur zeigen, wie grausam und gefährlich sie waren. Für viele war es schwer zu verstehen, vor allem wenn sie nie wirklich schlechte Erlebnisse mit Menschen gehabt hatten. Zwar zogen so gut wie alle mit, wenn es darum ging die Menschen zu meiden, aber Koba wusste genau so gut wie Caesar, dass viele sich einfach von der allgemeinen Meinung leiten ließen. So war das eben in einer Gemeinschaft wie dieser. Caesar sagte haltet euch fern und die Affen hielten sich fern. Jedoch nicht Koba. Er musste einfach beweisen wie dumm es war rum zu sitzen und nichts zu tun und dafür am Ende noch angegriffen zu werden. Sie mussten sich vorbereiten. "Forgive me" deutete Koba unterwürfig mit seiner Haltung. Doch als Ray versuchte sich zu verteidigen, fletschte er sofort wieder die Zähne in Richtung des Menschen und stieß ein bedrohliches Knurren aus. Es war nun sicher nicht an ihm zu erklären was passiert war. Dann wandte er sich aber wieder an Caesar und hielt ihm die Pistole auf seiner flachen Hand entgegen, wobei er unterwürfig auf den Boden sah. "Human gun" sprach er schließlich, wobei er langsam unter seinen Augenbrauen hervorsah. Aufgrund der ganzen Narben in seinem Gesicht und dem blinden Auge konnte man nicht wirklich sagen, ob Koba mit Absicht so finster drein blickte oder ob es einfach ein Ergebnis der Qualen war, die er erlitten hatte. Das war sein Vorteil. Denn er hatte tatsächlich einen Anflug eines finsteren Grinsens auf den Lippen was Caesar aber sicher nur als einen seiner Ticks abtun würde.
Die Waffe löste ein aufgeregten Tumult unter den Affen aus. Einige begannen zu brüllen, während die Weibchen die Jungen aus der Gefahrenzone schafften. Selbst Maurice richtete sich nun wieder auf. Eigentlich war es nichts Ungewöhnliches, dass die Menschen jetzt mit Waffen rumliefen. Immerhin wandten sich ihre Toten gegen sie. Eine Waffe löste aber immer die gleiche Panik unter den Tieren aus. Sie waren dagegen einfach nicht gewappnet und jeder von ihnen wusste wie tödlich dieses Gerät war. Koba wusste das genau und nutzte diesen Moment deshalb voll aus. "He was too close to camp" deutete er Caesar. "Spotted us in the trees" fuhr er fort und setzte nun sein mitleidigstes Gesicht auf. "I wasn't careful enough ..." Die Waffe reichte er nun Caesar. Er musste es schaffen die Loyalität der Menschen gegenüber aus des Schimpansens Kopf zu verbannen. Selbst wenn er dafür eiskalt log. "Apes only protected Koba" entschuldigte er sich für die Verletzungen Rays. "Promised not to kill human so brought him to let you judge" log er weiter. Dabei benutzte er mit Absicht nur Gebärdensprache, denn er war sich fast sicher das Ray diese nicht beherrschte und somit nicht gegen ihn argumentieren konnte.
Plötzlich ertönte jedoch ein aufgebrachtes Brüllen und die Affen bildeten sofort eine kleine Gasse durch welche Luca gerade mal so durchpasste, Rocket jedoch wunderbar durch hasten konnte. Sofort baute er sich vor Koba auf und brüllte diesen an, welcher sich es nicht nehmen ließ sich zu verteidigen und es dem Schimpansen gleich tat. Erst Luca aus dem Augenwinkel ließ Koba etwas zurückschrecken. Er war zwar ein starker Affe, gegen einen Silberrücken konnte er den Kampf aber auch ganz schnell verlieren, vor allem wenn er und Rocket zusammen arbeiten würden. Ein hasserfüllter Blick ging zu jeweils den beiden Beratern bevor er Caesar ansah. Koba war nicht dumm. Er konnte eins und eins gleich zusammen zählen. "Koba's lying" schnaubte Rocket verärgert in seiner Affensprache. Der Schimpanse konnte Menschen genau so wenig leiden wie Koba, aber der Bonobo war dabei einen Krieg anzuzetteln und das musste verhindert werden. "Caesar don't trust Koba?" fragte er jetzt und schien tatsächlich verletzt davon zu sein, dass Caesar ihm Rocket und Luca auf den Hals gehetzt hatte um ein Auge auf ihn zu haben.
So sehr Sofia es sonst auch liebte mit dem großen Schäferhund zu kuscheln und zu spielen, konnte sie gerade nur sehr wenig Energie dafür aufbringen. Viel mehr versuchte sie mit einer Hand etwas die nasse Schnauze davon abzuhalten ihr immer wieder im Gesicht rum zu stupsen und sie abzulecken. Dabei war sie so aufgebracht, dass sie einen Moment brauchte als sie Cal ansah und tief Luft holte, da der Kloß in ihrem Hals sie sonst kein einziges Wort rausbringen lassen würde. "Apes" brachte sie nach einer gefühlten Ewigkeit raus. Es gelang ihr dabei auch endlich wieder aus dem Dreck aufzustehen und mit kleinen sehr schnellen Schritten die Lücke zwischen ihr und dem Alten zu überbrücken. Cal war nicht der Größte doch sah Sofia selbst neben ihm noch relativ klein aus. Dennoch griff sie nun an den Kragen seins Shirts, so sehr trieb sie gerade die Angst um Ray. "They attacked us" ließ sie ihn wissen. "One of them spoke, Cal .. And they took him. They took Ray!" Verzweifelt sah sie zu ihm auf, senkte dann jedoch den Blick. "He saved me .. and I couldn't do anything when they attacked him .." schluchzte sie. "We need to save him, Cal. Please" bat sie ihn aufgelöst als sie wieder zu ihm aufsah.

Anders als Aiden, den es förmlich in die Küche zu ziehen schien, hatte Bianca immer noch zu große Angst als das sie ihm gleich hatte folgen können. Für einen Moment blieb sie einfach an Ort und Stelle stehen. Um ehrlich zu sein wollte sie gar nicht wissen wer oder was für den Alarm verantwortlich gewesen war. Seit dem sie ihre Eltern verloren hatte, waren solche Gedanken für sie wie der alltägliche Albtraum. Für Aiden versuchte sie sowas so gut zu verdrängen wie es nur möglich war. Auch Beth wollte sie damit keines Falls belasten. Aber Bianca war in diesem Fall eben auch nur ein Kind. Es war also viel schwerer, als so einfach gesagt. Letztlich siegte dann jedoch ihre Sorge um ihren Freund. Wenn dort wirklich Gefahr lauern sollte, dann wollte sie bei ihm sein. Vielleicht um Schlimmeres zu verhindern. Vielleicht aber auch nur um nicht wieder alleine zurück zu bleiben. Was sich dann aber vor ihr abspielte, ließ sie erleichtert aufatmen. Es war niemand anderes als AJ, der wohl nach seiner Familie gesucht haben musste.
Und so sehr sie sich auch für ihren Freund und seine Mutter freute, das es sie unweigerlich an ihre eigenen Eltern erinnerte, konnte sie nicht leugnen. So bildete sich auf ihrem Gesicht also ein Lächeln in dem sie ihre Trauer aber nicht verstecken konnte. Die Arme schlang sie um ihre Mitte und lehnte sich an den Türrahmen um das Wiedersehen von hier aus zu beobachten.
AJ war sichtlich erleichtert darüber, als seine Frau ihm mitteilte, dass es auch seinem Sohn gut ging. Sofort bildete sich ein erschöpftes jedoch glückliches Lächeln auf seinen Lippen. Ihm kam es wie eine Ewigkeit vor, die er schon auf der Suche gewesen war. Er hatte in der Zone helfen müssen, einfach weil seine moralische Einstellung schon nichts anderes zugelassen hatte. Zu dem hatte er jegliche Möglichkeit genutzt um raus zu kommen aus der Zone. Er hatte all die kleinen Camps abgesucht die man eingerichtet hatte, falls man es vor Einbruch der Dunkelheit nicht zur Sicherheitszone geschafft hatte, in der Hoffnung Beth und Aiden seien eventuell in einem von ihnen untergekommen. Er hatte sich quasi von innen nach außen vorgearbeitet und ihr zu Hause war die letzte Instanz gewesen. Wäre er hier nicht fündig geworden, hätte er nicht mehr gewusst wo er noch suchen sollte. Jetzt die Gewissheit zu haben, dass es beiden gut ging, ließ einen riesigen Stein von seinem Herzen fallen. "This .. this is good" sagte er mit erleichterter Stimme und küsste Beth sanft auf die Stirn, bevor er seine an ihre legte. So blieb er einen Moment mit ihr stehen, bevor aber auch er das Geräusch aus dem Nebenraum vernahm, das schnell damit endete, dass sein Sohn auf ihn zugehastet kam und seine Arme um ihn schlang. Es traf AJ ein wenig unvorbereitet, weshalb er ein wenig nach hinten taumelte, sich aber schnell wieder fing und seinen Jungen fest in seine Arme schloss. "Hey there, champ" sagte er mit einem warmen Lächeln um Gesicht. Seine Stimme klang dabei so ruhig, dass man es hörte wie schwer es ihm fiel nicht auch zu weinen. AJ war normalerweise kein Typ den man schnell aus der Fassung bringen konnte. Wenn es jedoch um seine Familie ging, war er fast ein anderer Mann. Die zwei zu verlieren hätte für ihn bedeutet, dass es da nichts gab wofür es sich noch zu leben lohnte und seine Moraleinstellungen hätten es ihm verboten einfach aufzugeben und so hätte er dann damit leben müssen, dass er nicht da gewesen war um sie zu beschützen. Beide wieder bei sich zu haben ließ ihn einfach von seinen Emotionen überkommen.
Eine Hand legte er Aiden an den Hinterkopf, um ihn behüteter zu halten. So schnell würde die drei jetzt nichts mehr trennen, das sollte er wissen. Seinen Mund legte er auf Aidens Haar, was wohl erst ein Kuss werden sollte, jetzt verharrte er aber so und atmete tief ein und wieder aus. Danach zog er auch Beth wieder an seine Brust und legte seinen Arm um ihre Schultern. Sanft küsste er schließlich seinen Sohn aufs Haar und dann seine Frau auf die Lippen. "Sorry it took me so long" entschuldigte er sich aufrichtig. "But nothing will seperate us again, I promise" sprach er vor allem zu seinem Sohn. Er hatte wahrscheinlich viel zu viel Verantwortung für seine jungen Jahre übernommen. Diese würde sein Vater ihm nun wieder von den Schultern nehmen. Ein 15 Jähriger sollte so etwas nicht durchmachen. Und als sein Blick schließlich auf das Mädchen im Hintergrund fiel konnte sich AJ ausmalen, wie viel Verantwortung es wirklich gewesen war, die Aiden sich aufgebürdet hatte. "Good to see you too, Bianca" begrüßte er diese, welche ihm aber nur ein kurzes Nicken und ihr stetiges Lächeln schenkte. Danach löste er sich von seiner Familie. Dabei schluchzte er sogar kurz als er durchatmete. Eine Hand ließ er um Aidens Schultern gelegt um ihn noch einen Moment länger bei sich zu behalten. "I need to get you guys to the zone immediately" kam er dann jedoch gleich auf den Punkt. "They closed mostly every zone in miles. I heard the outbreak is much worse than everyone thought it was .. There is not much time left" wandte er sich an Beth. "I want you to pack everything you need. We leave tonight."
John Seed
Das Wort des Vaters zu leben. Seine Botschaft zu verkünden und die zu bestrafen, die sich ihm entgegen stellten. Das war der Kodex wonach Eden's Gate lebte und jedes ihrer Mitglieder ganz genau darauf abstimmte. Insgesamt waren sie zu viert. Da war einmal John Seed, der Jüngste der Brüder. Aufbrausend wie charmant gleichermaßen. Vieles tat er um vor allem dem Vater zu gefallen. Er hatte nur wenig Gutes erlebt, die Anerkennung die er jetzt bekam, kostete er deshalb vollkommen aus, auch wenn er sich selbst doch eher genügsam gab. Er war der Täufer. Sah man aber tiefer, und das bedurfte nur ein kleines bisschen die Oberfläche ankratzen, dann sah man das er definitiv der sadistischte der Geschwister war, der nicht lange fackelte. Seine begangenen Sünden waren vor allem der Jähzorn, Neid und die Wolllust und alles hatte er nur mäßig im Griff.
Dann war da Faith Seed, die kleine Schwester. Behütet lebte sie jetzt bei ihren Brüdern, welche nicht lange überlegten wenn es um ihre Sicherheit ging. Doch war sie keines Falls so unschuldig wie sie aussah. Ihre Aufgabe war es als eine Art Sirene potentielle Mitglieder anzulocken und unter Drogen zu setzen, ihnen 'ewige Glückseeligkeit' vor zu gaukeln und so ihre Loyalität dem Vater gegenüber auszubauen. Sie war eine begnadigte Lügnerin, welches sie so durch den Kodex aber nicht mehr nennen konnte. Sie manipulierte Menschen, zog sie auf ihre Seite. Vor allem Männern fiel es immer wieder schwer zu so einem hübschen Gesicht nein zu sagen. Aber auch bei Frauen hatte sie eine ähnlich hohe Erfolgsrate. Faiths Taktik lag vor allem darin Mitleid zu erhaschen. Je mehr jemand mit ihr fühlte und sie ihm leid tat, desto leichteres Spiel hatte sie am Ende. Auch Faith betraf auf Grund ihrer Vergangenheit vor allem der Jähzorn, diesen hatte sie aber soweit unter Kontrolle, dass man meinen konnte, in ihr gab es keinen Funken Böses mehr.
Anders als John oder Faith hatte Jacob Seed, der Zweitälteste der Geschwister, sich das Dasein, so wie er lebte, nicht ausgesucht. Er war Soldat, gut ausgebildet in allerlei Überlebenstaktiken, hatte sich einen Haufen an religiöses und historisches Wissen angeeignet. Alles hätte ganz wunderbar sein können. Aber der Wahnsinn lag wohl einfach in der Familie. Nach einigen traumatisierenden Erlebnissen während seiner Kriegszeit und dem Tod seiner Eltern, veränderte sich aber auch Jacob drastisch. Er verlor jeden Bezug zur Realität und so war es ein Leichtes ihn von Eden's Gate zu überzeugen. Er galt als der Soldat. Seine Aufgabe war es, wollten potentielle Mitglieder nicht freiwillig oder durch einen seiner Geschwister den Kult betreten, diese Leute zu entführen und sie auf den richtigen Weg zu führen. Durch Schmerzen und Qual, denn nur das war sein Weg. Jacob dünnte die Herde aus. Die Starken blieben Eden's Gate erhalten, aber auch die Schwachen hatten einen Zweck. Sie halfen die Starken stärker zu machen.
Und schließlich gab es da noch Joseph Seed, der Älteste der Geschwister und allgemein nur der Vater genannt. Er war Hauptgründer von Eden's Gate und auch Hauptbestandteil des gesamten Kults. Sein Wort war Gesetz. Sein Wort war Glaube. Niemand widersetzte sich ihm, entweder weil sie tatsächlich an ihn glaubten, unter Drogen standen oder schlicht Angst vor ihm und seinen Geschwistern hatten. Aber er schien, zumindest von den Brüdern, der sanftmütigste zu sein. Jacob war wie ein riesiger Fels, von dem man wusste, dass er einen zerquetschen konnte wenn er denn wollte. John war aufbrausend wie ein Sturm. Niemand wagte es da das Wort zu erheben. Joseph dagegen wirkte ruhig und viel gelassener als sein jüngster Bruder, dafür aber bei weitem herzlicher und offener als der Soldat. Seine Sünden trug er in die Haut geritzt, für alle sichtbar. Denn die meiste Zeit verbrachte er ohne ein Oberteil, damit die Menschen sahen, wie er gelitten hatte und wollte ihnen so zeigen, dass auch sie die Qualen der Sünde überstehen konnten.
Sie alle bildeten Eden's Gate. Eine fanatische, religiöse Gruppe, die glaubte all das sei Gottes Plan gewesen und sie müssten sich nun auf den Kollaps vorbereiten. Die Untoten waren für sie Engel, die Gott noch nicht zu sich nehmen konnte, weil sie die Menschen auf dem Weg nach Eden begeleiten mussten. Allgemein wurden sie nur Angels genannt, niemals Untote oder gar Zombies. Das sie aber trotzdem hochgradig gefährlich waren, wussten sie. Wann immer sie einen der 'Angels' töten mussten, weil sie ihnen einfach zu nahe gekommen waren, entschuldigten sie es damit, dass es für den nun mehr Toten an der Zeit gewesen war zu Gott zu gehen, da seine Aufgabe auf Erden vollbracht war. Auch verwandelten sie die in Engel, die zwar Teil des Projektes waren, aber anfingen ungläubig zu werden oder die Jacob für zu schwach hielt um die Familie vor dem Kollaps zu beschützen. Es wurde als eine Art Ritual aufgeführt. Man sagte den Leuten dabei niemals, dass man sie los werden wollte. Man sagte ihnen, dass es Zeit war zu Gott zu gehen und das dieser einen größeren Plan für sie hatte. Ihre Jünger, die tatsächlich an das große Ganze glaubten, fielen darauf immer wieder rein. Die, die nur Teil des Kults aus Angst gewesen waren, durchschauten den Plan natürlich. Niemand von ihnen wollte freiwillig, dass ihnen Blut von Infizierten gespritzt wurde. Die ausgelöste Panik bekam Joseph aber immer schnell wieder in den Griff. Niemand konnte seinem Kult etwas anhaben. Nicht die Verängstigten und auch nicht die, die sich gegen ihn und seine Familie gestellt hatten, nachdem man sie aus ihren Häusern vertrieben und ihre Leute auf den richtigen Weg geführt hatte. Die Ungläubigen, die eine kleine Revolution gegen Eden's Gate gestartet hatten, machten dem Vater keine Angst. Früher oder später würden sie alle einsehen, dass er Recht hatte und nur sein Weg der einzig wahre Weg war die Absolution zu erlangen und dem Kollaps zu entgehen.
Jedes der Geschwister hatte eine andere Aufgabe bekommen. John, der Täufer, hatte sich nahe eines kleinen Flusses stationiert. Nicht viel stand unter seiner Beobachtung, aber das musste es auch nicht. Ihm reichte es, dass Joseph ihm vertraute.
Das Wetter zog sich an diesem Tag schnell zu. Er wollte nur ungerne im Wasser stehen, wenn es gleich begann Blitze zu hageln. Also hatte John die Taufen, bei denen er gerne auch mal etwas aggressiver wurde, wenn die Menschen nicht so wie er wollte, auf den Morgen gelegt. Es waren nur ein paar gewesen, aber immer noch genug um Eden's Gate beim Wachsen zu helfen. Die, welche sich aus Angst angeschlossen hatten, durften bleiben. Die, welche stur waren, mussten zu seinem Bruder Jacob. So vermied Joseph es, dass sein kleiner Bruder die Nerven verlor. Er musste konzentriert bleiben und das funktionierte so am Besten.
John hatte den Teil bekommen, in dem sich die kleine Dorfkirche befand. Es passte wohl einfach am besten zu seinem Aufgabenfeld. In dieser hatte er alles hübsch herrichten lassen. So hübsch es in einer Apokalypse eben ging. Das Licht stand noch gut und schien warm durch das große Mosaikfenster hinter dem Podium. Die Seeds besaßen Notstromgeneratoren und genug Bezin um diese erst einmal noch etwas am Laufen zu halten. Aber John wusste genau so gut, dass es noch andere Einrichtungen gab, die ebenfalls über Strom und Funk verfügten. Und diese galt es nun zu erreichen. Seine Anhänger waren also gerade dabei ein kleines Filmset aufzubauen und ein großes Funkgerät aufzustellen. Sich nur auf die Umgebung zu konzentrieren half Eden's Gate nicht zu wachsen. Sie mussten weiter reichen. Viel weiter. Und genau das war Johns Plan. Alles war gut durchdacht und Joseph hatte zugestimmt. Mehr brauchte der junge Seed gar nicht.
Während seine Leute also gerade mit dem Aufbau des Sets beschäftigt waren, saß John zusammen mit Kate auf einer der Kirchenbänke. Er hatte sich zurück gelehnt und die Füße auf der vorderen Rückenlehne der Bank abgelegt. Eine Hand lag dabei lässig in seinem Schoß während die andere hinter Kate auf dem Bankrücken lag. Offentliche Zärtlichkeiten wie Küssen oder romantisches Hände Halten konnten die beiden nicht ausüben. So waren sie sich aber immerhin ein bisschen näher. Seine Haare waren gemacht und der Bart getrimmt, dazu sah er allgemein sehr gepfelgt aus, im Gegensatz zu seinen Anhängern, denen man die Apokalypse schon deutlich ansah. John Seed traf man nie der Zeit angemessen. Er gab immer acht auf sein Äußeres, es ließ ihn einfach um Längen charmanter wirken, als sei er verschmutzt und dreckig so wie alle anderen. Vielleicht war das auch der Grund, wieso er gerade die Sünde der Wollust, die er noch immer mit Kate betrieb, ihm so schwer fiel abzulegen. Darüber machte er sich aber gerade überhaupt keine Gedanken. "Soon more people will know about Eden's Gate" sagte er schließlich stolz, während er seine Männer und Frauen dabei beobachtete, wie sie gerade ein "The Power of YES" Banner aufhingen. "Our family will grow. We will safe so many more lives from the collaps. Isn't this just a beautiful thing? Knowing that you are part of all of this" fragte er nun und wandte sich an die junge Frau neben sich. Sanft legte John nun eine Hand an Kates Kinn, sodass sie ihn ansehen musste. Er und auch der Rest seiner Familie durften Zärtlichkeiten zeigen. Umarmungen, das tröstende Halten einer Hand, sowas zeugte von Wärme und Herzlichkeit. Niemand würde also bei dem Anblick der beiden etwas anderes als das vermuten. "You are part of spreading the word of the father by saying yes to me. Because you follow me the gates of Eden are never closed for you. Isn't this just wonderful?" Man merkte, wie euphorisch es John machte die Nachricht von Eden's Gate mit den restlichen Überlebenden Amerikas zu teilen. Zumindest mit denen, soweit wie eben ihr Funk reichte. Es wäre sein Verdienst wenn das Projekt deshalb rapide wachsen würde und das ließ sein Ego unheimlich wachsen.
Jacob hatte sich weiter abgekapselt von dem kleinen Dorf, welches sie eingenommen hatten. Lediglich ein einziges Haus hatte er besetzt, das einst ein Gasthaus gewesen war. Dies diente nun als eine Art militärischer Stützpunkt und reichte vollkommen für ihn aus. Was er mit denen machte, die nicht auf ihn oder seine Familie hören und sich ihnen anschließen wollten, war nicht für die Augen der Gläubigen bestimmt. Er hatte seine Männer, gut ausgebildete und erfahrene Killer, die sich mit ihm weiter in den Wald zurück gezogen hatten. Dort hatte er einen weiteren Stützpunkt aufbauen lassen. Hauptsächlich bestand dieser aber wohl aus Tierkäfigen, die er umfunktioniert hatte und sie nun als Gefängniszellen für Ungläubige nutzte. Was die Menschen meist nicht wussten war, dass die Seeds schon lange vor der Apokalypse angefangen hatten ihr Projekt auszubauen. Deshalb war Eden's Gate bereits jetzt auch schon so riesig. Vorher hatten sie lediglich in den Schatten agiert um nicht zu sehr aufzufallen. Menschen zu manipulieren fiel jedem der Vier leicht, besonders aber Jacob und Faith. Kein Wunder also, dass sie die meisten Anhänger mit in den Kult brachten. Faith auf freiwilliger Basis, Jacob weil er die meisten von ihnen so lange folterte, bis sie nachgaben. Das Wie war egal. Es war nur wichtig, dass sie neue Anhänger bekamen und stetig wuchsen. Deshalb ging Jacob auch oft mit auf die Jagd, wie er es gerne nannte. Denn im Prinzip war es für seine Gruppe auch nichts anderes als das. Und hatten sie erst einmal jemanden gefangen wurde auch gleich selektiv entschieden ob die Person nun stark oder schwach war. Egal auf was die Entscheidung fiel, Jacob hatte für sie alle einen Verwendungszweck.
So war er auch an diesem Tag wieder mit seinen Männern unterwegs. Anders als John, der viel auf ein gutes Bild von sich und seinem Teil des Kultes gab, waren Jacob solche Dinge völlig egal. Optisch sah er genau so abgeranzt aus, wie seine Männer. Er war ein Soldat und kein Laufstegmodel. Aussehen war in einer Zeit wie dieser so weit an Stellenwerten nach unten gerutscht, dass es wohl fast jedem einfach nur noch egal war. Narben zierten seinen Körper. Von Kriegsverletzungen die durch Kugeln zugefügt wurden über starke Narbenbildungen durch Verbrennungen hatte er von allem etwas dabei. Er war definitiv nicht der Hübscheste der Seeds, aber dafür wahrscheinlich der Gefährlichste. Seine Sünden, waren genau so wie bei seinen Brüdern in seine Haut geritzt worden, jedoch verbarg er diese unsichtbar für die anderen auf seinem Rücken. Er trug sie und wusste er musste dafür Buße tun. Aber seine Schwächen zu zeigen würde ihn angreifbar machen und so hielt er sie bedeckt.
Im Wald verständigte er sich nur mit militärische Zeichensprache mit seinen Männern. Denn sie hatten die Witterung aufgenommen. Jemand war hier durch gekommen und diesen Jemand galt es nun aufzuspüren und ihn zu einem Teil von Eden's Gate zu machen. Schnell war die Person ausgemacht und im Schutz der Bäume und Sträucher umzingelt. Es war eine junge Frau, keine Gefahr für die Männer. Sie waren deutlich in der Überzahl und selbst wenn sie sich wehren würde, würde es einen maximal zwei von ihnen Treffen, bevor man sie gefangen genommen hätte. Jacob rechnete stets mit dem Verlust, deshalb war er seinen Opfern auch immer einen Schritt voraus. Mit einem Zeichen gab er also den Befehl aus dem Versteck zu kommen und schon war Zoe ringsrum von Männern umzingelt, die ihre Gewehre auf sie gerichtet hatten. In zweiter Reihe kam nun auch Jacob aus seinem Versteck. Er selbst trug sein Gewehr noch immer auf dem Rücken und seine Pistole im Oberschenkelholster. "This is Eden's Gate" sprach er nun mit einer klaren und deutlichen Stimme zu ihr. "Put down all your weapons and no harm will come to you" fuhr er fort und trat nach vorne, vor seine Männer. "Otherwise -" grinste er nun sogar ein wenig. "You don't wanna know what happens otherwise."
Faith war dagegen auf eine ganz andere Mission geschickt worden. Zwar stand auch ihr ein kleiner Teil des Dorfes zu und die, die ihr folgten kümmerten sich dort um alles, doch wurde sie selbst fort geschickt. Genau wie John, sollte sie dafür sorgen, dass Eden's Gates Wurzeln weiter reichten. Sie konnte sich wehren und das bei weit besser als die meisten anderen. Immerhin war sie bei ihrem Bruder Jacob in Lehre gegangen. Deshalb machte sich Joseph auch keine Sorgen, als er seine kleine Schwester auf die Mission schickte. Er wollte, dass sie ihr unschuldiges Auftreten dafür nutzt noch mehr Menschen anzulocken. Ihnen glaubhaft zu machen, dass Eden's Gate für ihre Absolution sorgen würde. Das jede ihrer Sünden hier von ihnen genommen werden und sie sicher sein würden. Er vertraute in Faith. Sie war begabter und cleverer als ihre Brüder. Sie wusste genau was sie tat und wem sie was vorspielen musste.
So hatte sie sich also vermeidlich alleine auf dem Weg gemacht. Am Anfang wurde sie durch getarnte Männer ihres Bruders Jacob begleitet. Nur um sicher zu gehen, dass die Ungläubigen, die ihnen schaden wollten, sie nicht in ihre Finger bekamen. Als sie weit genug entfernt war, verließen sie die Männer und sie war nun endgültig auf sich alleine gestellt. Faiths blondes Haar und das weiße Kleid fielen in einer apokalyptischen Welt wohl besonders auf. Zwar hatte auch das Weiß des Kleides mittlerweile etwas Schmutz und Dreck abbekommen und leuchtete nicht mehr ganz so hell, jedoch noch genug um im Grün und Grau ihrer Umgebung aufzufallen. Dazu kam noch, dass sie Barfuß war. Sie liebte die Natur und in dem kleinen Dorf gab es so viel Grün, dass sie jetzt im Sommer einfach keine Schuhe benötigte. Das sie sich aber keine für ihre kleine Reise angezogen hatte, war Teil ihres Plans. Lange Märsche über Straßen oder durch Unterholz waren nicht besonders gesund für die nackte Sohle eines menschlichen Fußes. Je schlimmer sie aussah, desto einfacher war es für Menschen Vertrauen in sie zu haben. Mitleid war es das dazu führte. Faith nahm den Schmerz, der sie mittlerweile bis ins Mark erschütterte, dafür gerne in Kauf. Es war der Wille des Vaters und dem würde sie gehorchen. Hunger und Durst überkam sie, aber auch diesen Bedürfnissen setzte sie sich aus. Sie würde Überlebende Treffen, dem war sie sich sicher. Der Vater hatte es so vorher gesehen und so würde es geschehen. Als endlich eine kleine Tankstelle am Horizont erschien, wurde Faith endlich in ihrem Glauben bestätigt. Viel weiter hätte es ihr zierlicher Körper wohl auch nicht mehr geschafft ohne irgendwelche Verpflegung zu funktionieren.
Es gab drei Sorten von Orten. Die, welche offensichtlich verlassen waren, die, welche offensichtlich bewohnt waren und die, welche nur den Schein hatten verlassen zu sein. Man musste auf kleine Details achten um es herauszufinden. Da Faiths Hirn auf Grund des Nahrungsmangels aber nicht mehr richtig arbeitete, fiel es ihr schwer auszumachen ob die Tankstelle wirklich verlassen war oder nur den Anschein machte. So schwer, dass sie sich einfach dazu entschloss hin zu gehen und nachzusehen. Sie schaffte es aber gerade mal noch so zu den Zapfsäulen und in den schützenden Schatten, den das kleine Vordach spendete. An einer der Säulen hielt sie sich fest. Sie betete zum Vater, dass sich ihr Gefühl nicht getäuscht hatte. Aber dann gaben ihre Beine. Ungebremst landete Faith auf dem Boden. Dabei hatte sie sich, so wie es sich anfühlte, sicher gerade den Kopf angeschlagen. Aber der durch den Schatten gekühlte Boden war so angenehm, dass ihr Körper sich überhaupt nicht mehr davon wegbewegen wollte. "God help me to be a servant of your divine grace and provide the strength to surrender everything to you .." begann sie nur noch murmelnd zu beten in der Hoffnung, dass sich dort wirklich jemand in der Tankstelle befand und ihr jetzt helfen würde. Joseph hatte es vorher gesagt, er hatte ihr gesagt der Weg würde schwer werden. Der Vater täuschte sich nie. Faith musste nur glauben.
Anders als seine Geschwister saß Joseph an diesem Tag in dem kleinen Haus, welches er zu seinem Eigentum erklärt hatte und schrieb ein paar Verse auf, die er seinem Wort, seiner eigenen kleinen Bibel, noch hinzufügen würde. Er baute es jeden Tag ein wenig mehr aus und trug seine Gebete alle zwei Tage in Johns kleiner Kirche vor. Es war Jacobs Aufgabe sich um die Ungläubigen und ihre Rebellion zu kümmern und die von John und Faith neue Anhänger zu finden. Joseph hielt das alles zusammen. Er was das Bindeglied für sie alle und sie alle waren seine Kinder. Die, die sich ihm anschlossen, schenkte er Gehör. Die, die sich ihm verweigerten bekamen den Zorn Gottes und ihrer Sünden zu spüren. Joseph bevorzugte es jedoch, wenn alles ohne Gewalt zu lösen war. Aber die Menschen waren blind vor Hass und Gier. Alles das sie nicht verstanden war in ihren Augen eine Gefahr und Gefahren hatte ihre Spezies schon immer mit Waffen und Gewalt bekämpft. Joseph wollte ihnen einen Ausweg bieten, sie von ihren Sünden befreien. Aber auch dafür waren sie blind. So blind, dass sie ihm und seiner Familie einfach keine andere Wahl lassen konnten. Nicht einmal wenn sie gewollt hätten, ihre Angst vor dem Unbekannten hätte es ihnen verboten den Glauben des Vaters anzunehmen. Und deshalb waren sie unwürdig. Unwürdig sie vor dem Kollaps zu beschützen, unwürdig ein Teil von Eden's Gate zu sein, unwürdig dem Vater in Eden gegenüber zu treten. Deshalb dünnte Jacob die Herde aus. Deshalb wusch John die Sünder von ihren Sünden rein. Und deshalb half Faith ihnen zu sehen was hinter ihrem Hass lag. Jeder konnte von seinen Sünden befreit werden, auf die eine oder andere Weise. Dem war Joseph sich sicher.
An diesem Tag wollte er aber nicht über all die Sünder da draußen nachdenken, die sich ihm zu Anfang verweigern würden. Die, die aus Angst nein sagen würden. Sie alle würden noch Buße tun. Sie brauchten nur Zeit. Viel lieber hatte er sich seinen Versen gewidmet. Und als er diese fertig geschrieben hatte, lehnte er sich zufrieden in seinem Stuhl zurück. Viola, die er stets an seiner Seite wissen wollte, hatte er auch jetzt wieder um sich gehabt. Er hatte sie darum gebeten bei ihm zu sein, wenn er seine Verse schrieb, auch wenn er kein einziges Wort in der Zeit mit ihr gesprochen hatte. Erst jetzt sah er zufrieden lächelnd zu ihr. "We grow every day" sagte er. "God told me that there will be sinners who don't want to see the truth. But we will show them. One by one will repent and I will guide them to the gate's of Eden" hielt er einen kleinen Monolog. "And you will be by my side, isn't that so?" fragte er und hiet ihr nun seine Hand entgegen, welche er aber auf dem Tisch abgelegt hatte um nicht zu fordernd zu wirken.
Sarah Landlow
Sarah hatte keine Ahnung was Jake und Tess zuvor besprochen hatte, doch das es ihren Bruder aufgeregt hatte, merkte sie jetzt deutlich. Ein aufbrausender Mensch war er eigentlich nicht, aber die Situation zerrte auch an seinen Nerven. Ihre Hand legte die Brünette auf seine damit er sich vielleicht etwas beruhigte. Das er es nur gut meinte, wusste er ja. Lizas Stand war aber sicher auch ohne ihn schwer genug. „Jake.“, mahnte sie ihn deshalb auch sanft. Sie alle waren angestrengt und Sarah wäre wohl selbst kurz davor gewesen Liza härter entgegen zu treten als sie es bisher getan hätte, wäre ihr Bruder nicht dazwischen gegangen. Ganz unschuldig war sie an seiner Reaktion nicht und das wusste sie genau so. Ohne ihren hilfesuchenden Blick hätte er sich womöglich gar nicht eingeschaltet. „I appreciate your concern, I really do.“, richtete sie das Wort wieder an Liza, die ja nur ihren Job tat. Da man sie nicht wieder einsperren würde, glaubte sie den Worten der Ärztin das sie nicht infiziert war. Etwas anderes blieb ihr auch gar nicht übrig, denn von Medizin verstand sie wirklich nicht viel, abgesehen davon wie man ein aufgeschürftes Knie versorgte. „But I already feel better than yesterday and if anything was still wrong, I think it would've showed over night. There are other people here that need your time more than I do.“, lehnte sie dennoch eine Blutabnahme an. Teilweise genau aus dem Grund den sie genannt hatte, andererseits aber auch weil die Angst immer noch in ihr wohnte. Gleich hier eingesperrt worden zu sein trug nicht zu ihrem Wohlbefinden ein. Bei Nacht hatte die Zone einen eher bedrohlichen Eindruck gemacht. „If anything should change I'll come back here immediately.“, versprach sie mit einem sanften Lächeln.
Während Jake so aufbrausend wurde, konnte Tess gar nicht anders als sich dafür ein wenig verantwortlich zu fühlen. Seitdem sie einander getroffen hatte, hatte sie ihm mehr Probleme bereitet als alles andere, was ihr wirklich leid tat. „You know.. I actually haven't felt so good in the last hours. Maybe you could do my check up next?“, fragte sie einfach dazwischen, damit Liza nicht noch weiter auf die beiden einredete. Abgesehen von ihrer psychischen Verfassung ging es ihr bestens und sie hatte kein bisschen von irgendwelchen Symptomen gezeigt, doch das war ganz nebensächlich. Es ging ihr nur darum für Ablenkung zu suchen. „Didn't Troy bring you to a doctor?“, fragte Sarah und schien davon doch etwas verwirrt. Von jemandem, der hier eine gewisse Machtposition inne hielt, sollte man denken er würde dafür sorgen das seine Freundin sofort behandelt wurde. „He is not exactly the caring type.“, lächelte Tess nur schief, denn über Troy reden war jetzt das letzte was sie wollte, auch wenn es ihr Plan war die Situation auf ein anderes Thema zu lenken. „I'm sure it's nothing serious. Maybe I'm just exhausted.“, entschärfte sie die Situation gleich wieder, nur für den Fall das Jake ihr kleines Manöver nicht durchschaute und sich noch mehr Sorgen machte, als er es sowieso schon tat.

Sam war mindestens genau so skeptisch wie Clara auch. Sie kannte doch ihre Familie und wie viel von der Wahrheit man ihnen wirklich mitteilen würde, war fraglich. Für diesen Moment aber, wollte sie versuchen abzuschalten. Das hatte sie schon seitdem sie am Abend angekommen waren versucht, war aber bisher daran gescheitert. Ja, die Zone sah bei Tageslicht freundlicher aus als in der Nacht, doch allein die Aufgabe, der sie jetzt nachgehen würden, zeigte, wie verzweifelt alle hier waren, was ihre Laune doch eher bedrückte als sie anzuheben. Trotzdem gab sie ihr bestes, es nicht zu zeigen. Jammern stand niemandem und hier waren sie in Sicherheit, ein paar düstere Gedanken waren in Zeiten wie diesen normal und darum sollten sich die anderen nicht kümmern müssen.
„I have to try to get the car keys back from the soldiers. I have plenty of things that other people could find useful.“, bemerkte sie, nachdem sie ihren ersten Blick über die Kisten schweifen hatte lassen. Von Spielzeug, zu Kleidung bis hin zu Hygenieartikeln war alles dabei. Von letzterem konnte sie eine Menge besteuern. Auf ihr äußeres hatte Sam immer Wert gelegt, in den letzten Tagen schien das aber doch ganz nebensächlich. Ein junges Mädchen oder sogar eine Frau könnten an ihren Schminksachen vielleicht mehr Nutzen finden. Sei es zum Spaß oder um Normalität zurückzugewinnen oder sich nur mal wieder richtig zu duschen. Außerdem hatte sie fast zwei Koffer voll mit Klamotten irgendwo untergebracht, die ohne Zweifel auch ein neues Zuhause finden würden. Zwei oder drei Garnituren an Kleidung, die praktisch und bequem waren, würden ihr ausreichen bis sie wieder Zuhause waren. Denn das sie wieder dorthin zurückkamen, stand für sie außer Frage.
Das Buch, welches sie zuvor von Eli erhalten hatte, legte sie sorgfältig zu Seite. Es war beschädigt genug und vergessen wollte sie es nicht. „Where's this AJ now? Don't think I've seen him around.“, überlegte die Blonde. Ein oder zwei Dinge hatte sie von Cage gelernt. Aufmerksam zu sein, konnte der Schlüssel für jede Situation sein. Darum versuchte sie sich Gesichter und Namen, auch wenn sie diese nur von Namensschildern ablas, so gut es ging einzuprägen. Viele Soldaten hatte sie noch nicht gesehen, aber jemand der so eine Idee hatte, die dann auch noch umgesetzt wurde, war bestimmt ein etwas höheres Tier, dass ihr aufgefallen wäre.
Eine der Kisten zog Sam sich heran, schnappte sich da zu eines der Klemmbretter und begann die darin verstauten Gegenstände zu kontrollieren. Diese Box war voll mit allem möglichen an technischen Geräten und Batterien. Nach und nach nahm sie die Dinge aus der Kiste, überprüfte sie auf ihre Funktionstüchtigkeit, trug alles ordentlich in die Liste ein und verstaute sie danach in einer der leeren Kisten. Ihren Händen gab das auf jeden Fall was zu tun, nur ihrem Kopf nicht so viel, wie gehofft.
Bill graute es schon davor nun eine lange Geschichte vortragen zu müssen. Gar nicht weil er dachte, dass man ihm nicht glauben würde. Viel mehr, weil er nur noch mehr stotterte als sowieso schon. Cage kannte er ein bisschen und er vertraute ihm, doch viel lieber wäre es ihm, wenn sein Vater hier wäre. Aufgeregt nickte der Junge aber jetzt, da man ihn fragte ob er alles verstanden hatte. Natürlich hatte er das. Er war ja nicht blöd. „I.. I.. j.. just... pl.. play.. played.. with.. a .. a yo..young.. ape. H.. he.. w..wa... was.. fu.. fun... funny.“, begann er zu erzählen, was ihm sichtlich schwer viel. Er wollte einfach nicht, dass jemandem den Affen etwas antat. „T.. the..n... so.. sold..soldiers.. came.. a.. an.. and.. mo.. mor.. more apes. Th.. the.. they.. o-only.. tri.. ed to.. pr.. prot..protect.. the.. sm.. small.. one. Th. Their... l.. lea..der.. told.. u.. us.. to.. to leave..“
„They had a leader?“, fragte Malcolm überrascht. Affen hatten Anführer, an sich war es nichts unwahrscheinliches, aber in dieser Lage schien alles anders zu sein als von der Natur vorherbesimmt. „Can you tell me where you've seen them, Bill?“, wollte der Tierarzt von dem Jungen wissen, der ihn jetzt ansah. Er kannte den Namen des Mannes nicht, wusste aber das er der Vater von Sam, der netten Frau vom Vorabend war. Fürs erste reichte ihm diese Information aus, denn wenn er nur so nett war wie seine Tochter war er bestimmt vertrauenswürdig. Anstatt nochmal zu reden, schwieg er aber und zeigte nur auf die Stelle hinter dem Zaun. „Thank you.“, bedankte Malcolm sich lächelnd und stieg kurzerhand selbst durch den Zaun. Dadurch das nicht nur ein Junge sondern auch Soldaten hier durchgekommen waren, war es für ihn ein leichtes durch das etwas geweitete Loch im Zaun zu steigen. Er ging bis zu der Stelle an die Bill gedeutet hatte. Dort ging er in die Hocke und sah sich die Spuren, die die Affen hinterlassen hatten genauer an. Sofort bemerkte er etwas, dass ihn mehr als nur beunruhigte. Cage winkte er zu sich, damit er es sich selbst ansehen konnte. „Look at their tracks. Gorillas.. chimpanzees.. bonobo.. even a orangutan.“, wies er auf die einzelnen Spuren der Affen. „Apes wouldn't normally live in this kind of formation. They stay within their race.. they don't usually band together in this way. It's very unusual behaviour.. I never heard of anything like this. Not even in a zoo.“ In seiner Tierarztpraxis kamen zumeist nur Haustiere zu Besuch. Dennoch wusste er das eine oder andere über allemöglichen Tierarten. Man musste ja immer auf alles vorbereitet sein, nur hätte er nie gedacht soetwas mal zu erleben.

Roman hatte Mike auf eine gewisse Weise immer gemocht, was in dem Moment endete als er Michaels Partei ergriffen hatte. Dabei war er nicht so überrascht wie seine Schwester, denn ihr Verlobter versuchte immer logisch zu denken und gewissenhaft vorzugehen. Hin und wieder wurde sein Urteilungsvermögen von Emotionen getrübt, aber wieso sollte es auch in seinem Fall so sein? Roman war es nicht anders gewohnt. Einen Plan hier eigenhändig rauszukommen, würde er trotzdem haben. Noch nicht jetzt, aber solange man ihn nicht wieder ans Bett kettete oder er die nette Latina von zuvor wieder dazu bringen konnte ihn loszumachen, würde er einen Weg finden. Michael lag nicht umsonst richtig mit seiner Vermutung. „Yeah.. okay.“, antwortete er Healey leicht nickend, wirkte aber immer noch sehr geknickt. „Maybe it's better if I rest anyway. And you should get some sleep too, sis.“, stimmte er den Überlegungen sogar noch zu, um kein böses Blut zu schüren. Dafür war später noch Zeit genug. Mike dagegen wagte es nicht mehr etwas zu sagen. Healey war sauer auf ihn, dass konnte er deutlich spüren. Vielleicht war sie es auch zurecht, aber er kannte Roman nunmal nicht so, wie sie es tat. „Are you done? I have other things to attend to.“, unterbrach Michael die kleine Gruppe, der jetzt schon genug von ihnen allen hatte. Es war noch nichtmal Mittagszeit und ihm war jetzt schon nach seinem Feierabendbier. Da war nur zu hoffen, dass seine Frau einen besseren Tag hatte. „Yeah, we're done.“, war es Mike der antwortete. „We agreed that he stayed here but if he is mistreated in any way we will hunt you down. Is that clear?“
„Are you really threatning me?“
„I don't trust you the same we you don't trust us. So yes, I am threatning you.“ Wie schon Stunden zuvor war die Luft zwischen Michael und Mike zum zerreißen angespannt. Auf einen grünen Zweig kamen die beiden wohl nicht mehr. Der Polizist, dem es in den Fingern juckte ihm nochmal eine zu verpassen, riss sich zusammen und sah den Mann vor sich nur mit einem kalten Lächeln an. „Go and ask for Troy Otto. He'll assign you to a sleeping place. Now get out.“, wies er die beiden nur streng an. Liza hatte er versprochen sich zu benehmen und er wollte es wenigstens versuchen. „Come on, Healey..“, lenkte schließlich auch Mike ein. Es lag ihm fern Michael nochmal zu provozieren, wenn es sich vermeiden ließ. Er ließ sich seine Verlobte noch von ihrem Bruder verabschieden bevor er mit ihr des Krankenzimmer verließ. So tat es auch Michael, der die beiden Wachen vor dem Zimmer anwies niemanden in das Zimmer zu lassen, der nicht eine ausdrückliche Erlaubnis von ihm hatte. Danach zog er auch von dannen.
Sobald er weg war atmete Mike einmal tief durch. Vielleicht war hierherzu kommen doch keine kluge Idee gewesen.

Im Grunde war die ganze Sache viel zu einfach, fand Troy. Mit den richtigen Mitteln ließen sich Menschen immer manipulieren, so viel wusste er. Besonders anstrengen hatte er sich bei Ella aber nicht müssen. Sie tat es ja fast schon von alleine, ohne das er etwas von ihr verlangte oder sie nach etwas fragte. Nichts wollte sie im Gegenzug haben. Außer vielleicht ein wenig Anerkennung aber ihren Fehler, würde sie schon noch früh genug selbst feststellen, dessen war er sich sicher. „Try to be careful.“, warnte er sie dennoch, um die Maskerade weiter aufrecht zu erhalten. Teilweise aber auch, da er nicht wollte das Ella am Ende auch noch rausflog. Sie musste also geschickt handeln, aber das lag in ihrer Hand. Im Notfall konnte er sich ein neues Werkzeug besorgen, aber warum sich die zusätzliche Arbeit machen, wenn er das jetzige behalten konnte? Manchmal erschreckten ihn seine Gedanken selbst, doch verflog dies meist genau so schnell, wie es auch gekommen war.
„I never would, Ella. We are team now, aren't we?“, lächelte er das Mädchen an und nahm die Schokolade von ihr entgegen. Jeder andere hätte ihre Geste als niedlich und süß empfunden. Für ihn war es eine Notwendigkeit, auch wenn der Zucker, von dem sie hier in den letzten Tagen wahrlich nicht viel bekommen, sicher nicht schaden würde. Ein Stück biss er davon ab, damit sie auch ja zufrieden war und hielt ihr dann noch die Tür auf, damit sie das kleine Apartment verlassen konnte. Nach ihr verließ auch er dieses und shcloss es sorgfältig ab. Niemanden ging auch nur irgendetwas an, was sich dort befand. Zum Teil waren immer noch Tess Sachen dort, die sie aber sicherlich nicht mehr abholen würde und von denen es ihm egal war, wenn sie gestohlen würden. Viel wichtiger war sein eigenes Waffenlager, dass für ihn frei verfügbar war. Anders als die große Lagerung, für die nur wenige einen Schlüssel hatten. Auf andere Soldaten wollte er sich nicht verlassen. Am Ende des Tages, brachte einen das nämlich doch nicht weiter. Man konnte sich nur auf sich selbst verlassen.
„Meet me here when you're done. I'll try to not be part of your little act, but I will know when it's over.“, ließ er sie wissen. Wenn er dort auftauchte, erregte das nur Aufmerksamkeit, die sie nicht brauchen konnten. Immerhin wollte er nicht als Verdächtiger in dieser Situation auftauchen. „Good luck.“ Ein letztes Grinsen konnte er sich jetzt nicht verkneifen, bevor er von dannen zog um seinen Posten wieder zu beziehen. Die anderen Soldaten hatten ihn hoffentlich gut genug gedeckt, sodass sein Verschwinden gar nicht aufgefallen war.

Wie auch bei jedem anderen Affen, schenkte Caesar Koba Gehör. Sein Vertrauen galt immer zuerst den Affen, bevor es den Menschen galt. Die Angst von Koba konnte er verstehen und auch die Tatsache, dass er Dinge vielleicht falsch interpretierte, denn seine Sicht auf die Menschen ließ manchmal gar nichts anderes mehr zu. Das Gesicht des Anführers schien müde und gleichzeitig nachdenklich. Er hatte gehofft, den Menschen aus dem Weg gehen zu können. Seitdem sie mit dem Virus zu kämpfen hatten, hatten die Menschen sich nicht mehr groß für die Affen interessiert. So hätte es bleiben sollen, doch nun hatte sich der Kontakt wieder hergestellt und das gleich mehrfach. Ganz ohne Diskussion konnte man das nicht lassen. Sagen tat er erstmal gar nichts während Koba sprach. Nur die Waffe nahm er an sich, reichte sie aber gleich an Maurice weiter ohne ihr große Beachtung zu schenken. Maurice war der einzige unter ihnen, dem er zutraute keine irrationale Entscheidung mit der Waffe zu treffen. Immer mal wieder ging sein Blick zu Ray, aber dieser hatte es nicht mehr gewagt sich zu rühren, seitdem Koba ihm entgegengebrüllt hatte. Gekrümmt war er auf dem Boden liegen geblieben, was ihm eigentlich ganz Recht kam. Jeder Knochen tat ihm weh und dem Gespräch der Affen, falls man dieses so nennen konnte, konnte er nun da sie sich mit Zeichensprache unterhielten sowieso nicht mehr.
„Caesar tries to protect Koba.“, antwortete Caesar versöhnlich. Vertrauten tat er seinem Freund tatsächlich, aber all die schrecklichen Ereignisse konnten selbst den treusten Gefährten zu einem Verräter machen. Manchmal war es nicht der Kopf, der die Entscheidungen traf, sondern viel mehr der Instinkt. Obwohl sie nun so ein hohes Maß an Intelligenz erreicht hatten, fühlte Caesar den Urinstinkt selbst immer noch in sich. „What did really happen?“, deutete er in Richtung von Luca und Rocket um die Wahrheit zu erfahren. Oder zumindest eine zweite Version der Geschichte. Mittlerweile war nämlich auch Luca zu ihnen durchgedrungen. Einige Affen hatte er zur Seite schieben müssen, denn jeder des Stammes schien sich hier versammelt zu haben. Endlich vorne, begann er zu deuten, was wirklich geschehen war. „Boy was with a girl. They did nothing. Koba just attacked. Almost killed the girl.“, berichtete er. Caesar's Blick, der bis eben einfach nur konzentriert gewesen war, wurde nun finsterer. Diese Geschichte schien ihm mehr Sinn zu machen, wenn er sich das verängstigte Gesicht des Jungen ansah. „Maurice.“, sprach er in der Sprache der Menschen, fuhr dann aber wieder mit der Zeichensprache fort. „Feed him. Heal him. We bring him back tomorrow.“, erklärte er die weitere Vorgehensweise. Maurice war ein gutmütiges Wesen. Ihm konnte er eine solche Aufgabe anvertrauen. „Go.“, bat er ihn wieder in Menschensprache, damit auch Ray zumindest die Hälfte von dem verstand was vor sich ging.
Der finstere Blick Caesar's wandte sich jetzt wieder Koba zu. Egal welche Geschichte er nun glauben würde, seine Entscheidung blieb die gleiche. Einen Menschen hier zu haben, würde andere Menschen auf die Fährte führen. Dieses Risiko ging er nicht ein. „Is this true?“, wollte er wissen. Eine Chance sich zu erklären, wollte er seinem alten Freund noch geben.
Mit aufgelösten Menschen hatte Cal noch nie gut umgehen können. Er war einfach kein Mann großer Gefühle. Abstreiten das ihn die Nachrichten selbst durch Mark und Bein gingen, konnte er dennoch nicht. „Wait.“, schnauzte er Sofia etwas unfreundlich an. Nicht, weil er es wirklich sein wollte. Er war kaum das sie den ersten Satz gesagt hatte nur schon voll in Alarmbereitschaft. Ihre Hände nahm er von seinem Kragen und stampfte in den Bunker zurück. Für kurze Zeit ließ er das Mädchen einfach draußen stehen, bevor er mit voller Ausrüstung wiederkam. Ein Waffenholster um sein Bein, eine Halterung für eine Machete an der Hüfte und ein Gewehr in der Hand. Unvorbereitet war er gewiss nicht. In voller Montur kam er zu Sofia zurück und drückte sogar diese eine Waffe in die Hand. Das sie damit nicht besonders gut umgehen konnte, wusste er, aber besser als ganz unvorbereitet zu sein. „Stop crying.“, bat er sie, was aber immer noch nicht netter klang als zuvor. Es war nunmal seine Art. Ob die Kinder damit klar kamen oder nicht, war ihm im Grunde egal. Hauptsache nur sie hörten auf ihn, damit er auf sie aufpassen konnte. „Show me where those damned animals are.“ Für ihn war es ganz außer Frage, dass er alles tun würde um Ray wieder zu bekommen. In all der Zeit in der die beiden nun schon bei ihm waren, waren sie wie seine eigenen Kinder geworden.

In jedem anderen Fall wäre Aiden vor Scham im Erdboden versunken, wenn irgendeiner seiner Freunde ihn so eng umschlungen mit seinem Vater sehen würde. Heute war es aber egal. Er war einfach nur froh seinen Vater wieder zu haben. Zu diesem sah er auf wie zu einem Helden und in all der Zeit hatte er versucht ihm so gut er es konnte nachzueifern. Jetzt fiel eine riesen Last von seinen Schultern. Mutig wollte er trotzdem noch sein. Für Bianca. Dennoch war es eine Erleichterung das seine Familie wieder zusammen war. Gesorgt hatte er sich nämlich die ganze Zeit um seinen Vater. „All that matters is that you're here now. Alive and well.“, lächelte Beth, die genauso froh war ihren Mann wieder zu haben. Nachts hatte sie sich die schrecklichsten Szenarien ausgemalt über das, was mit ihm passiert sein konnte. Das AJ sie im Stich ließ, hatte sie nicht für eine Sekunde geglaubt. Ihn musste also etwas aufgehalten haben und sie hatte die ganze Zeit über gehofft, dass es nicht der Tod gewesen war.
„We heard that too. All other zones were abandoned.“, berichtete Aiden, der genau so etwas zum weiteren Vorgehen beitragen wollte. Beth hatte sich von ihren Mann nun gelöst. Die Pistole, die sie zuvor abgelegt hatte, nehm sie wieder an sich, sicherte sie und schob sie hinten in den Hosenbund. Auch AJ reichte sie wieder seine. In diesem Haus waren sie erstmal sicher, aber trotzdem wollte sie ihre Waffe bei sich behalten. In all der Zeit, war es doch eine Art Sicherheitsnetz für sie geworden. Einen Arm legte sie um Biancas Schulter, da sie glaubte eine Wiedervereiningung wie diese mitanzusehen, musste für sie nicht einfach sein. Daher wollte sie, dass sie sich als Teil dieser Familie fühlte, denn nichts anderes war sie. „It's not going to be that easy, AJ.“, merkte sie an, brachte die kleine Gruppe dann aber erstmal zurück ins Wohnzimmer, wo sie all ihre Pläne und Karten ausgebreitet hatte. Soweit es ging hatte sie die Untoten gezählt und ihre ungefähren Standpunkte markiert. Ganz unvorbereitet war sie nicht und hatte manche Stunden genutzt um das Haus zu verlassen und sich einen Überblick zu beschaffen. „There are countless of those things. And they're always moving.. it's hard to keep track of them.“, fuhr sie fort, nun da sie ihre Karte hatte und sie ihrem Mann zeigen konnte. Er war in Situationen wie diesen ausgebildet, da bezweifelte sie nicht, dass er womöglich schnell eine bessere Idee hatte als sie. „Maybe we have a chance with a car but most of them are without gas.“
„What if we take dad's car? Draw them away from it.“, schlug Aiden vor, der durchs Fenster gesehen hatte, wie sein Vater mit einem Wagen angekommen war. Dieser war mittlerweile von den Untoten in Beschlag genommen worden. „I'm not sure.. it's a big risk.“, seufzte Beth. Eine Sorgenfalte hatte sich auf ihrer Stirn gebildet, wie es schon oft in den letzten Tagen passiert war und immer dann, wenn sie nicht weiter wusste. „What do you think?“, fragte sie AJ. Ginge es nur um ihr Leben, wäre sie das Risiko sofort eingegangen, aber hier ging es auch um die Kinder. Deren Leben würde sie nicht aufs Spiel setzen, wenn das Risiko zu groß war.

Bevor es Kate nach Eden's Gate verschlagen hatte, hatte sie sich verloren gefühlt. Auf der Welt schien es keinen Platz zu geben, an den sie gehörte. Während ihrer kleinen Schwester Leah alles in den Schoß zu fallen schien, musste sie sich mit allem abmühen und erreichte trotzdem nie das Gleiche wie sie. Ganz egal wie sehr sie sich anstrengte, Leah war die mit der Karriere und dem Ehemann. Sie selbst dagegen war auf der Strecke geblieben, hatte ständig wechselnde Jobs und Wohnungen. Sogar das Trinken hatte etwas Überhand genommen, da sie anders nicht mit der Eifersucht gegenüber Leah und der Wut auf sich selbst klar gekommen war. Dann aber hatte John sie gefunden und zum ersten Mal in ihrem Leben hatte sie das Gefühl dazu zu gehören. Ein Zuhause zu haben. Seitdem sich Joseph ihrer angenommen hatte und sie ihre Sünden bekannt hatte, herrschte ein innere Friede, den sie vorher nicht gekannt hatte. Verstanden hatte ihre Familie es natürlich nicht. Sie hatten die Seeds als Sekte beschimpft und das war auch das letzte mal gewesen, dass Kate Kontakt zu ihnen gehabt hätte. Nichtmal nach dem der Virus ausgebrochen war, hatte sie noch etwas von ihnen gehört. Dabei hätten sie nur 'ja' sagen müssen. Am Anfang war es nicht leicht sich zu seinen Sünden zu bekennen, dass gab sie zu. Sobald man es aber getan hatte, wurde einfach alles besser. Einfacher. Obwohl es gegen das war, was gepredigt wurde, hatte Kate nicht nur Friede hier gefunden, sondern auch Liebe. John Seed war anders als jeder Mann, den sie zuvor getroffen hatte. Selbst in dieser schweren Zeit, hatte er nicht das Ziel vor Augen oder gar die Hoffnung verloren. Er war es, der sie auf den richtigen Weg geleitet hatte. Seither befanden sich die Wörter Jähzorn und Neid in seiner Handschrift auf ihrer Haut. Noch lange nicht hatte sie genug Buße getan um sie wieder los zu werden und so waren die Tattoos eine ständige Erinnerung an sich zu arbeiten.
Nun saß sie neben ihm in der Kirche und beobachtete den Aufbau des Filmsets. Wenn sie auch in der Öffentlichkeit nicht so miteinander umgehen konnten, wie sie es in ihren eigenen vier Wänden taten, war sie trotzdem meistens an seiner Seite zu finden. Für alle anderen bei Eden's Gate war sie einfach seine engste Vertraute. Neuankömmlingen brachte sie ihre Lieder bei und half ihnen sich in der Gesellschaft zurecht zu finden, da sie wusste, wie schwer es am Anfang sein konnte, sich zurecht zu finden. Die Geschwister hatten genug anderes zu tun, da übernahm sie diese Aufgabe gerne. Mit beiden Händen hielt sie eine von Josephs Bibeln fest in ihrem Schoß. Ganz leicht fiel es ihr nicht immer und so wollte sie sich ständig an seine Worte erinnern. Mit einem Lächeln sah sie zu John als dieser um ihre Aufmerksamkeit bat. „It's the most wonderful think I could imagine.“, stimmte sie ihm zu. Eine Hand löste sie von dem Buch um sie an sein Handgelenk zu legen. Es störte sie, dass sie nicht so offen sein konnten, wie sie es gerne wollte, aber sie war dankbar für jeden kleinen Kontakt und würde ihn nie irgendwie in Verlegenheit oder Erklärungsnot bringen. „Have you thought about what you want to say?“, wollte sie interessiert wissen. Egal was es war, sie war sich ganz sicher, dass er viele damit überzeugen konnte. Genauso wie es bei ihr geschehen war und sie würden dankbar sein, den richtigen Weg geleitet zu bekommen.
Fernab von all dem Chaos, in einer geschlossenen Anstalt, hatte Zoe nicht viel von dem Ausbruch und der Zerstörung mitbekommen. Die meiste Zeit hielt man die Patienten dort sediert, damit auch ja niemand auf dumme Gedanken kam. Die Pfleger waren faul und keiner kümmerte sich so wirklich. Vor dem Virus war es Pech für viele gewesen. In der jetzigen Zeit aber war es Glück für die Dunkelhaarige, denn niemand kümmerte sich mehr um ihre nicht verschlossene Tür. Die Sedierung hielt nicht ewig an und all die Drogen wurden aus ihrem Körper gespürt. Nach etlichen Wochen, bekam sie also endlich die volle Kontrolle über sich wieder. Um Heilung hatte sich niemand großartig geschert. Um die neugewonnene Freiheit war Zoe also mehr als froh. Das die Welt dabei vor die Hunde ging, war ihr ziemlich gleich. Die Welt hatte sich vorher auch nie um sie gekümmert, warum sollte sie sich also nun für diese interessieren? Barfuß und noch immer in ihren Patientenklamotten lief sie durch den Wald, der die Anstalt umgeben hatte. In der einen Hand trug sie eine alte Plastiktüte in der sich verschiedene Konserven und eine Wasserflasche befanden. In der anderen Hand dagegen befand sich ein spitzer Gegenstand, der sich bei genauerem Hinsehen als als Kugelschreiber entpuppte. Genaues Hinsehen war deshalb notwendig, weil ihre Hand, sowie ihr Arm bis zum Ellenbogen in Blut getränkt war. Nur weil sie sich nicht für die Pfleger interessiert hatte, hieß es nicht das sie ihren Ärger nicht an ihnen hatte auslassen wollen. Abgesehen davon stand sie auch nicht darauf gebissen zu werden. Zumindest nicht von den hässlichen Kreaturen, die nun die Welt bevölkerten.
Nachdem Männer aus dem Wald gekommen waren, bließ die junge Frau sofort stehen. Mit großen Augen sah sie jeden einzelnen von ihnen an bis ihr Blick schließlich auf Jacob hängen blieb. Der Anführer. Das war für sie ganz klar, denn er strahlte eine gewisse Authorität aus und sowas hatte sie schon immer anziehend gefunden. „Or you will kill me with your mighty guns, won't you?“, fragte sie vergnügt und schien nicht im geringsten eingeschüchtert zu sein von der Situation, in der sie sich befand. Wie ihr aber befohlen stellte sie die Plastiktüte ab und hob kurz die andere Hand damit sie alle den Kugelschreiber sehen konnten, bevor sie auch diesen fallen ließ. Mehr trug Zoe nicht bei sich. Wie ein kleiner Hund legte sie den Kopf schief um den Mann vor sich fragend anzusehen. „Am I arrested?“
Bei Steve konnte man wohl von Glück im Unglück sprechen. Unglück weil die Welt ganz klar dem Ende zuging und Glück weil er bei seinem Boss Joel untergekommen war. Sein Job an der Tankstelle sollte eigentlich nur dafür sorgen, dass er sich das Taschengeld etwas aufbessern konnte. Ewig hier festzusitzen hatte er nicht geplant, aber nun war er schon seit Wochen hier. An sich nichts schlimmes. Sie hatten genug Vorräte um damit zu zweit eine ganze Weile auszukommen, nur war Joel kein besonders gesprächiger Typ. War er noch nie gewesen und zum Scherzen auch nicht aufgelegt. In den letzten Wochen, seitdem sie eben hier festsitzen, schien er sich etwas zu entspannen, was man wohl anhand der Situation in der sie sich befanden als beunruhigend empfinden sollte. Steve war aber einfach nur froh, dass sie miteinander auskamen. Joel war nämlich jemand, an dem man sich in so einer Lage durchaus halten konnte. Er war groß und stark und wenn er auch nicht viel redete, war er doch ziemlich schlau und schien soetwas wie einen Überlebensinstinkt zu haben. Etwas, dass Steve fehlte. Sein einziger Überlebensinstinkt war es, nicht nach draußen zu rennen, wenn die Untoten spazieren gingen. Darum wurde er jetzt aber auch auf das Mädchen aufmerksam, dass vor der Tankstelle zusammenbrach, denn die Umgebung sollte man immer im Auge haben. Über dem Laden der Tankstelle befand sich ein kleines Apartment in dem sie hausten. Von dortaus hatte Steve einen wunderbaren Blick auf das Gelände und beobachtet alles. „Joel?“, rief er trotzdem nachdem er gesehe hatte wie jemand kurz vor der Tankstelle zusammenbrach. Eine Antwort jedoch, bekam er keine. „He, Joel!“, versuchte er ein weiteres Mal, doch wieder folgte nur Stille, was nichts ungewöhnliches war. Vermutlich war er im Keller und hörte dort absolut gar nichts. „Great..“, murrte er zu sich selbst. Lange warten und das Mädchen liegen lassen wollte er nämlich nicht. Wer wusste was ihr passiert war? Da konnte jede Minute zu spät sein. Später würde er sich dafür eine Standpauke anhören dürfen, aber dieses Risiko war er bereit einzugehen. Alles was er sich auf dem Weg nach draußen mitnahm war ein einfacher Baseballschläger. Ganz unvorbereitet war er dann doch nicht. Vorsichtig näherte sich Steve dem jungen Mädchen an. Sie war barfuß und allein der Blick auf sie ließ vermutet, dass sie fürchterlich erschöpft sein musste. „Are you awake?“, fragte er sie skeptisch, da er ihr keinesfalls zu nahe treten wollte. Am Ende hatte sie noch irgendwo ein Messer und erstach ihn aus Schreck. Darauf konnte er verzichten.
Still schweigend war Viola auf ihrem Platz gegenüber direkt von Joseph gesessen. Wie auch er hatte sie kein einziges Wort gesagt, sondern ihm einfach nur ruhig zugesehen. In seiner Präsenz zu sein, gab ihr Friede und füllte sie mit einer tiefen Ruhe. Vor ihm kannte sie nur wilde, lange Nächte und das Gefühl beflügelt worden zu sein durch die verschiedensten Drogen. Ihr Leben war ein reines Wirrwarr. Von Männern ließ sie sich benutzen ohne es zu bemerken. Vielleicht war es ihr mit der Zeit aber auch einfach nur egal geworden. Hauptsache da war jemand, der ihr Liebe gab und sie annahm. Mehr hatte sie vom Leben nicht gewollt. Am Ende war sie immer mit einem großen Gefühl von Leere zurückgeblieben, was nicht dem entsprach was sie gesucht hatte. Erst als Joseph in ihr Leben trat, änderte sich alles. Jedes seiner Worte nahm sie in sich auf wie ein Wanderer in der Wüste. Er war es, der ihrem Leben Sinn gab. Seit dem ersten Moment, hatte sie sich einfach in ihn verliebt und würde alles tun, was er von ihr verlangte, denn er war es, der sie erlöst hatte. Eden's Gate hatte ihr geholfen wieder mehr wert in sich selbst zu sehen und Drogen hatte sie seither nicht mehr angerührt. Mit der Hilfe des Vaters war alles leichter. Alle Menschen würden es noch erkennen. Manche brauchten eben nur einen kleinen Schubs.
„Always.“, lächelte Viola und stand mit einem federnden Schritt von ihrem Platz auf. Die Botschaft war nicht immer leicht zu verbreiten, doch heute war sie guter Dinge. Eden's Gate wuchs jeden Tag und in dieser Zeit war es der einzige friedliche Platz auf Erden. Sie lief bis zu ihm hinüber und legte ihre Hand in seine. Für einen Moment schien sie zu zögern, bevor sie einfach auf seinem Schoß Platz nahm. Niemand war hier also hoffte sie einfach, dass es in Ordnung war. Nie würde sie etwas tun das ihm missfiel oder nicht angebracht war. Sie war ihm einfach nur gerne so nah sie konnte. „Will you read it to me?“, bat sie vorsichtig. Die Verse waren für die Kirche und für sie alle bestimmt, dennoch hoffte sie einen kleinen Vorgeschmack zu bekommen. „Please.“ Seine Führung brauchte sie mehr als alles andere.
Liza Sanchez
"Good" stimmte Liza versöhnlich mit ein und auch wenn Sarah und die anderen wahrscheinlich befürchteten, dass Jake sich wie die Axt im Walde aufführte, hatte die Ärztin schon wesentlich schlimmere Ankömmlinge behandelt. Am schlimmsten waren die, die tatsächlich infiziert waren und denen sie diese grausame Nachricht mitteilen musste. Verständlicher Weise musste man wohl dazu sagen. Aber das Jake das alles hier zu schaffen machte, war für Liza weder etwas Neues noch etwas Unangenehmes. Immerhin ging es hier um seine Schwester, jeder würde da wohl etwas aus der Haut fahren. Also machte Liza sich nur noch ein paar letzte Notizen, kramte einen kleinen Block aus ihrer Kitteltasche und schrieb ebenfalls etwas auf diesen, bevor sie das oberste Blatt abriss und es Sarah reichte. "These are for the night and a small dose of painkillers in case your head still hurts from time to time. You can get them downstairs before you leave the station" erklärte sie kurz worum es sich bei dem Rezept handelte, bevor sie aufstand und zu Tess rüber ging, die sich eben zu Wort gemeldet hatte. "But even Troy Otto has to stick to the rules here" mahnte Liza streng, was gar nicht gegen die junge Frau ging, sondern deutlich an Troy gerichtet war, auch wenn er sich überhaupt nicht im Raum befand. Jake konnte man dagegen ansehen, wie die Sorge jetzt auch um Tess in ihm anstieg. Zwar ahnte er, dass es nicht so schlimm sein konnte, wie sie tat, immerhin verstand er ihre kleine Anspielung, dennoch konnte er die Sorge nicht ganz ausblenden. Denn wenn am Ende doch etwas nicht mit ihr stimmte, dann würde er ganz alleine Troy dafür verantwortlich machen und dann wären sie die längste Zeit Freunde gewesen.
Liza dagegen würde ganz sicher mit Cage noch einmal über die ganze Sache reden. Es war ja schön und gut, dass Troy seine Freundin gerne bei sich haben wollte, aber auch Tess hätte zu einem Check Up gemusst und das noch bevor sie Troys Apartment verlassen hatte. Da dies aber nicht passiert war, lief die junge Frau ganz ohne Kontrolle schon am Morgen durch die Zone. Die Ansteckungsgefahr war riesig, auch wenn Tess nicht den Anschein machte, dass ihr etwas Schlimmes fehlte. Dennoch war das eine Missachtung der Regeln und Liza konnte kein stricktes Check Up Gesetz aufrecht erhalten, wenn Cages Männer immer gerade das taten wozu sie Lust und Laune hatten. Deshalb mochte sie die Soldaten noch nie wirklich. Sie spielten sich immer auf, als seinen sie alle Götter. Ärzte, von denen man das gleiche behauptete, waren da ein Witz gegen. Hochnäsig und arrogant waren die Männer, weil sie glaubten durch ihre Waffen waren sie alle was besseres. Glücklicher Weise konnte man aber mit Cage reden und der kümmerte sich dann auch gleich um das Problem. Trotzdem hatte es deshalb schon oft Ärger in der Zone gegeben, der hätte verhindert werden können, wenn seine Männer ab und zu einmal nachdachten bevor sie etwas taten. "Okay, let's see" sagte die Ärztin aber schließlich. Wieder begann sie mit der Untersuchung, tastete Tess ab und kontrollierte ihre Schleimhäute. "I can't find anything" berichtete sie am Ende mit einem Lächeln. "But maybe .." überlegte sie, da Liza ja nicht ahnte, dass Tess nur so tat als ob. "Could it be possible that you're pregnant?" fragte sie schließlich was ja auch gar nicht so abwägig, wenn Troy ihr Freund war.

"See? And this is how the thought pops up in your head" bemerkte Eli schmunzelnd während er Clara eine der Kisten reichte. "You mention the concept and people start to realize that they could do so much more than only do their work here. They get the idea of sharing just like that. Of course it's not working with everyone but mostly" berichtete er und machte sich schließlich selbst daran eine der Kisten zu kontrollieren. "You can have mine too" stimmte auch Clara mit ein. "I don't think there is much of use other than some clothes but -"
"It still helps, Clara. People will need new clothes as well from time to time and everything we have here is less that we need to get from the outside" munterte er die junge Britin gleich auf bevor sie auf den Gedanken kam, dass sie eventuell nicht genug mit ihren Dingen helfen konnte. Aber jedes kleine Bisschen, das die Leute zu der Zone beisteuerten sorgte am Ende dafür, dass ihnen mehr geholfen war als zuvor.
Als Sam jedoch AJ ansprach schien Eli etwas ins Schwitzen zu kommen. Immerhin ging es hier um eine Fede zwischen ihm und Sams Bruder. Ein schlechtes Wort wollte er über keine der beiden Parteien verlieren, aber Familienangehörige konnten auch eine neutrale Meinung schnell ganz anders auffassen und Sam sollte sich wirklich nicht angegriffen fühlen. "He's never really around" fing er an zu erklären wobei er eine große Decke auseinander faltete um zu sehen ob sie irgendwo Löcher aufwies. "As far as I know his family is still somewhere out of the zone. He tried everything to help your brother but since he .. doesn't really care about anything that AJ says he tried to find a way to get his family back. Or more to find them. He's probably in his tent as always, planning" sagte er nicht ahnend, dass AJ schon längst nicht mehr in der Zone war und dies auch so schnell nicht mehr sein würde.
"You did great, Bill" lobte Cage den Jungen vor sich. Er wusste von dem Stotter-Problem, immerhin hatte er fast jeden zweiten Tag mit Eli zu tun und da war es nicht unwahrscheinlich, dass er auch mal dem Jungen dabei über den Weg lief. Das es ihm da besonders schwer gefallen sein muss vor lauter Nervosität überhaupt etwas raus zu bringen konnte er sich nur zu gut vorstellen. "And now you go back to your dad and take a day off, okay? I'll tell Liza that you deserve a little break" zwinkerte er dem Kleinen zu und richtete sich wieder auf. Dabei klopfte er ihm stolz auf die Schulter. "And don't tell anyone what happened, you hear me? We first must make sure neither we or the apes are in any danger before we can tell the people. So -" sagte er und legte sich schmunzelnd den Zeigefinger vor die Lippen. Denn wenn Bill jetzt rumrannte und von sprechenden Affen erzählte, dann hatten sie ganz schnell jeden einzelnen in der Zone so sehr alarmiert, dass sehr wahrscheinlich ein Aufstand ausbrechen würde. Und genau das galt es erst einmal zu verhindern.
"Take the boy to Eli. And tell the girls it could take a little longer if they ask."
"Yes, sir" sagten die Männer gleich und deuteten dann Bill an, dass es Zeit war zu gehen, bevor Cage seinem Vater durch den Zaun folgte. Skeptisch beäugte er also die Fußspuren was ihn dazu brachte sich an einen Vorfall zu erinnern, von dem selbst er nur sehr wenig wusste, da man es versucht hatte zu vertuschen. "There was a kind of ape .. outbreak in a pharmaceutical company some time ago" ließ er seinen Vater wissen. "Wasn't too far away from here. Maybe it's them and they're so used to each other that they just don't care about races anymore?" überlegte er laut was noch immer nicht erklärte wieso ihr Anführer scheinbar wirklich sprechen konnte. Aber zumindest erklärte es warum es überhaupt Affen so nahe zur Zone gab.

Man konnte Healey deutlich ansehen, wie ungerne sie ihren Bruder hier zurück lassen würde. Aber ihr gesunder Menschenverstand verbot es ihr einfach Roman auf biegen und brechen hier raus und aus der Zone zu schaffen in dem Zustand in dem er war. Und er war sicherlich kein Kind von Traurigkeit. Roman hielt wahrscheinlich um Längen mehr aus, als seine Schwester vermutete, aber dennoch hatte er viel Blut verloren und war noch immer etwas blass um die Nase. Die ärztliche Behandlung würde ihm also gar nicht mal so ungelegen kommen, auch wenn die Blonde ihn dafür am liebsten nicht einsperren würde, nur weil Michael paranoid war. Zumindest war es das, was sie sich einredete. Denn ihren Bruder als das zu sehen, was er ganz offensichtlich laut den Beweisen war, kam für sie überhaupt nicht in Frage.
Das Mike jetzt auch noch für sie entschied, wann sie fertig war mit Roman zu sprechen und wann nicht, passte der jungen Frau nur noch weniger in den Kragen. Genervt von beiden Männern hinter ihr seufzte sie genervt, bevor sie ihrem Bruder noch einmal sanft einen Kuss auf die Stirn hauchte. "Just hang in there" bat sie ihn lächelnd wobei sie seine Hand drückte, nur um darauf ganz von ihm abzulassen. Erst dann merkte sie die Spannungen die wieder zwischen ihrem Verlobten und dem Polizisten herrschten. Es ging sogar so weit, dass Mike anfing zu drohen und obwohl sie sauer auf ihn war, dass er ihr so in den Rücken fiel, legte sie dennoch eine Hand an seine Brust, als sie bei Mike ankam. Lediglich sollte es dazu dienen ihn zu beruhigen, aber auch um etwas mehr Abstand zwischen die beiden Streithähne zu bringen. "This is not over yet" sagte jetzt aber auch Healey, was ähnlich stark wie eine Drohung klang, wie eben noch das von Mike. Mehr wollte sie aber gar nicht zu dem Thema sagen und verließ letztlich gemeinsam mit ihrem Verlobten das Zimmer und zu guter letzt die ganze Station. Draußen angekommen wartete Healey noch bis Michael außer Hörweite war. Die Hände stämmte sie in die Seiten und atmete tief durch. "What were you thinking?" wollte sie dann schließlich von Mike wissen. Ihre Stimme klang leise und mehr wie ein wütendes Flüstern, nur für den Fall das Michael sie eventuell doch noch hören konnte. Ihrem wütenden Ton folgten ausschweifende Handbewegungen um deutlich zu machen, wie wenig ihr Mikes Entscheidung gepasst hatte. "This deal is bullshit, Mike! Now he's stuck up there! He will never let him out" fluchte sie wütend.

Kobas Blick war zunächst finster und wurde immer finsterer, je näher auch Luca dem Geschehen kam. Rocket und er waren Caesar in allen Punkten unterwürfig, auch wenn sie gar nicht den Anschein machten. Caesar und Rocket machten sich sogar gegenseitig zu dem Onkel ihres jeweiligen Sohnes obwohl sie keinerlei Blutsverwandtschaften besaßen. Es war also fast vorprogrammiert, dass der Anführer der Affen ihnen mehr glauben würde, als Koba der oftmals von seinem Hass und seinem traumatisierten Selbst geleitet wurde. Wenn der Bonobo so weit denken könnte, würde er mit Sicherheit sagen, dass es nur selten seine Absicht war damit Schaden anzurichten. Denn er vertraute Caesar eigentlich. Nur wenn es zu den Menschen kam, hatte er seine ganz eigene und festgefahrene Meinung. Nichts würde ihn je davon überzeugen können, dass die Menschen nicht alle schlecht waren. Auch die, die Caesar kannte hatten mit Sicherheit ihre bösen Seiten nur hatten sie es dem Affen einfach nie gezeigt, weil sie dazu auch noch ganz hervorragende Schauspieler waren.
Als sich aber der Blick seines Freundes veränderte, senkte Koba den Blick unterwürfig und reuevoll. Dieses Mal hatte er wirklich nicht vorgehabt Schaden anzurichten. Ray und Elena waren ihrem Camp viel zu nahe gewesen. Unbeabsichtigt wahrscheinlich, aber dennoch waren sie es. Kobas Alarmglocken hatten sofort geläutet und im Prinzip hat er ja doch keinen der beiden umgebracht. Ob er sich wirklich daran gehalten hätte, wenn Ray ihn nicht davon abgehalten hätte Elenas Kopf mit dem Stein einzuschlagen, wagte er zwar zu bezweifeln. Aber genau genommen hatte er sein Wort ja gehalten.
Erst einmal kam Maurice jetzt aber auch zu ihnen. Langsam, so wie er eben war und stets mit einem doch sehr freundlich wirkendem Gesicht. Es brauchte wirklich sehr viel um ihn wütend zu stimmen und einen zusammengekauerter Ray war sicher nicht ein Grund dafür seinen Ausdruck zu ändern. Freudig ertönte also eine Art Gurgeln seiner Kehler, als er sich dem Menschen zuwandte. Er wollte wirklich so wenig beängstigend auf ihn wirken, wie es nur irgendwie möglich war. Rays Haltung und die mittlerweile sichtbaren Blutergüsse ließen den großen Roten aber darauf schließen, dass der Junge wohl kaum in der Lage war jetzt selbst zu laufen. Noch einmal nickte Maurice also Caesar zu, einfach damit er sich daran erinnerte Gnade über Koba walten zu lassen. Sie beide wussten, dass der gebrochene Affe nicht immer wusste was er tat und er eigentlich nur das Beste für den Stamm wollte auch wen seine Wege oft die falschen waren. Dann griff er vorsichtig nach Rays Handgelenken und drehte sich in seinen Armen, damit er den Jungen auf seinen Rücken hieven konnte. Mit einer Hand hielt er ihn feste, damit er auch ja nicht runter rutschte oder gar versuchte zu entkommen, was Maurice wirklich hoffte, dass er nicht vor hatte. So machte er sich mit dem Jungen auf um etwas Abstand zwischen sich und den anderen Affen zu bekommen. Er ging nicht bis ins Herz ihres Unterschlupfes, lediglich brachte er ihn etwas abseits zu einer Art Klassenraum für Affen, dort wo er die Kleinen normalerweise Zeichensprache lehrte. Dort legte er Ray so vorsichtig ab, wie es für eines Affen seienr Größe eben möglich war. Dann setzte er sich ihm gegenüber und gurgelte wieder herzlich auf. "Forgive Koba" deutete er, auch wenn er nicht wusste ob der Mensch vor ihm überhaupt die Zeichensprache verstand. "Not every ape like him" fuhr er fort bevor er etwas hin und her wippte und jetzt auch Ray ein Lächeln schenkte. "Are you in pain?" wollte er schließlich wissen und deutete die Frage wieder mit seinen Händen.
Koba dagegen hatte gewartet bis Maurice mit dem Jungen außer Hörweite war, bevor er sich wieder an Caesar wandte. "Koba would give his life for Caesar. Koba did not mean to bring tribe in danger" versuchte er es erst einmal versöhnlich, um die Gnade des Schimpansens eventuell auf sich zu ziehen. Dafür bekam er aber lediglich ein bedrohliches Knurren von Rocket. Also senkte Koba den Blick wieder und schwieg für einen Moment. So lange, dass es den Schimpansen wirklich begann nervös zu machen was man daran sah, dass er mit seinen Armen hin und her schwang. Dann hob Koba die Hand und deutete hinter sein Ohr auf eine seiner vielen Narben. "Human work" sagte er leise, kaum für einen der anderen hörbar außer für Caesar, der nah genug an ihm dran stand. "Human work!" ertönte es nun schon wesentlich lauter, damit auch die dadrum stehenden Affen ihn hörten, wobei er auf die große Narbe auf seinem Arm deutete. Mittlerweile sah er Caesar sogar wieder an und man konnte den Schmerz deutlich in seinem noch funktionierenden Auge sehen. Und dann holte Koba aus, schlug sich beinahe selbst gegen die Stirn, als er voller Wut über die wohl auffälligste Narbe in seinem Gesicht strich. Die, welche auch über sein blindes Auge führte und den Bonobo für immer entstellt und behindert zurück gelassen hatte. "HUMAN WORK!" brüllte er Caesar nun direkt ins Gesicht. Das der Schimpanse ihm so böse war, verletzte Koba deutlich. Aber anders als die anderen es sahen, und zwar das Koba mit seinen Aktionen den Stamm in Gefahr gebracht hatte, sah dieser es so, als würde sich Caesar mehr um Ray sorgen als um sein eigenes Pack. Schwer schnaubte er durch seine flatternden Nasenflügel. So aufgebracht hatte weder Rocket noch Bryn Koba je gesehen. Und wenn Rocket ehrlich war, dann verstand er nur zu gut, wieso Koba so viel Angst und so viel Hass den Menschen gegenüber fühlte. Und das er vielleicht auch nur aus Angst gehandelt hatte, dass sie wieder kommen und sie finden würden. Das er wieder eingesperrt und misshandelt werden würde. Deshalb ließ Rocket sich nun auch zurück auf sein Hinterteil nieder und zog etwas den Kopf ein. Es war alleine Caesars Entscheidung was mit Koba passierte. Aber wenn auch er ehrlich zu sich selbst war, dann würde er sicher verstehen warum viele seines Stammes Kobas Ängste teilten.
Während dessen versuchte Sofia sich wirklich zusammen zu reißen Cal nicht panisch hinter her in den Bunker zu folgen. Hier draußen fühlte sie sich alleine nämlich jetzt nur noch viel unsicherer als vorher. Nicht nur, dass ein Virus die ganze Menschheit bedrohte, jetzt mussten sie sich auch noch vor Affen in Acht nehmen. Dem entsprechend froh war sie, als der Veteran zu ihr zurück kam. Gegen seine forsche Art hatte sie gerade überhaupt nichts einzuwenden. Vielleicht hätte sie sich ein wenig mehr Zuspruch gewünscht oder ein paar aufbauende Worte, aber so war Cal eben nicht. Und wenn sie Ray erst einmal gerettet hatten konnte sie ihn immer noch dafür tadeln, dass er auf zwischenmenschlicher Ebene nicht wirklich einen Stern verdient hatte. Die Waffe in ihrer Hand beäugte sie aber dann doch eher skeptisch. Mit dem Handrücken wischte sie sich die Tränen aus dem Gesicht, während sie mit der anderen Hand die Pistole abwog. Sich dagegen zu wehren war wahrscheinlich mehr als unsinnig. Cal würde ganz sicher kein nein akzeptieren und genau genommen war sie mit einer Waffe wahrscheinlich sowie so viel sicherer als ohne, auch wenn sie noch nicht wirklich wusste, wie sie die benutzen sollte.
Jetzt nickte sie aber erst einmal und schloss ihre Finger fest um den Griff der Waffe. Schluchzend machte sie auf dem Fuß kehrt und eilte zusammen mit Cal in die Richtung aus der sie gekommen war. So weit war es gar nicht. Zumindest hatte Sofia nicht das Gefühl, so sehr versetzte sie das Adrenalin unter Strom. "They came out of the trees" berichtete sie gleich, kaum das die Stelle in Sichtweite kam, wo sie angegriffen wurden. "They weren't normal apes, Cal" sagte sie während sie sich vorsichtig dem Punkt näherte an dem Koba über ihr gestanden und sie mit dem Stein beinahe umgebracht hätte, wenn Ray nicht gewesen wäre. "I've never seen anything like them. And I never heard of talking apes before either" fügte sie noch hinzu und sah schließlich zu Cal. "They went that way." Sofia deutete in die Richtung in die Koba und seine Gefolgsleute geflohen waren, zusammen mit Ray, von dem sie einfach nur hoffte, dass er noch lebte.

Bianca hielt ihre Fassade aufrecht. Sie hielt es für unfair jetzt in Tränen auszubrechen oder ihnen gar nahe zu kommen. Das ihre Augen gläsern wurden, konnte sie aber überhaupt nicht verhindern, als Beth ihr den Arm um die Schulter legte. Dieser schenkte sie aber ein Lächeln, weil sie einfach nur froh für die zwei war, dass AJ noch lebte und sie gefunden hatte. Der Soldat bemerkte das Verhalten des Mädchens. Er war quasi dafür ausgebildet worden solche Kleinigkeiten zu erkennen und zu analysieren. Und da Bianca hier alleine war mit seiner Familie und ohne ihre eigene, konnte er sich schon denken was passiert war. Später würde er mit seiner Frau noch einmal über die ganze Situation reden, vielleicht konnte man ja helfen. Aber jetzt galt es erst einmal die drei hier heile und unbeschadet raus zu bekommen.
"We can't just walk out of the house like this, hoping they won't see us" stellte AJ jetzt aber erst einmal fest um den Gedanken an das arme Kind und das Schicksal ihrer Eltern zu verdrängen. Dabei ließ er von seinem Jungen ab und schob erst einmal die Pistole zurück in seinen Beinholster. "I have to do it" sagte er schließlich mit dem Blick zu seiner Frau gewandt, damit sie sofort, noch bevor er fortfuhr wusste, worauf er anspielte. "I'm gonna distract them. The car is our only way out and I'm not willing to let you stay here."
Selbst Biancas Blick hatte sich bei AJs Aussage verändert. Das war einfach blanker Wahnsinn mitten in der Nacht vor die Tür zu gehen und die Untoten ablenken zu wollen. Nachts waren sie aktiver als am Tag, was es nur noch gefährlicher machte. "This is our only chance, Beth" sagte AJ nun nochmal eindringlicher, da sie selbst wissen musste, dass sie anderen Falls hier festsitzen würden. "But this is suicide, Sir" wagte es jetzt das Mädchen einen Einwand einzubringen. "It's AJ, Bianca. Now is definitely not the time for formalities" schmunzelte er sogar ein wenig. "But I surely won't let anyone of you go out there, so." Dabei legte er eine Hand auf die Schulter seines Jungen und sah diesen stolz an. "Go, take your girlfriend and get some rest" bat AJ diesen. "You'll need it. Mum and I will make a plan to get us all out of there savely." Das sich sein Junge Sorgen machen würde, war dem Soldaten bewusst. Aber das hier mussten Beth und er alleine regeln. Aiden war lange genug stark für die Familie gewesen, jetzt war Zeit für eine Pause die er sich wirklich verdient hatte. Und da AJ nicht vor hatte bei dem Plan hier rauszukommen zu sterben, würden Beth und er sicher eine Möglichkeit finden, wie sie diesem Ausgang aus dem Weg gehen konnten.

John schien von Kates Worten zufrieden gestimmt, zumindest ließ darauf sein Gesichtsausdruck schließen. Er wandte sich also wieder dem Filmset zu, beobachtete dieses aber nur für einen kurzen Moment weiter, bevor er von der Kirchenbank aufstand. "I will praise the power of yes, my dear Kate" sagte er mit einem schmunzeln auf den Lippen. "The people are caught in their minds with all the hatred and the greed" fuhr er fort, wobei er zu dem Aufbau schlenderte. Seinen Mantel legte er nun ab, da er nicht vor hatte in voller Montur aufzutreten. Auch seine Sonnenbrille platzierte er sorgfältig auf dem dicken Leder des Mantels auf der Kirchenbank in der ersten Reihe. "If they just say yes to the father and to everything Eden's Gate stands for, they will know what it's like to live a better life. A more .. peaceful life" erklärte er und hörte sich dabei wirklich so an, als ob er mit aller Überzeugung an das glaubte, das er erzählte. In Wahrheit war es aber John, der am meisten Schwierigkeiten mit dem Glaube hatte. Er war nicht ruhig und geduldig wie seine Geschwister. Wenn etwas mal nicht nach Plan funktionierte, was vor allem in so einer Zeit durchaus passieren konnte, brachte es ihn sofort aus dem Konzept und er spürte die Wut, die dabei immer in ihm aufkochte. Das also gerade er die Macht des Wortes "Ja" prädigte, schien selbst für ihn ab und zu etwas sehr weit her geholt. Aber seine Brüder und auch Faith wollte er nicht enttäuschen und so arbeitete er hart an sich. Irgendwann würden seine Sünden schon gebüßt sein und so lange tat er alles um Eden's Gate weiter zum Wachstum zu verhelfen.
"Come" bat er schließlich Kate, da er vorhatte sie mit in das Video einzubeziehen. "You will be an example for everyone out there, that they just have to say yes and Eden's Gate will do the rest. That we are the ones who can save them from all their sins and that Joseph, the father, will give them their absolution." John hielt dabei eine Hand in Kates Richtung. Und auch wenn er so freundlich klang, ließ seine Haltung eindeutig kein "nein" zu. Denn es gab wohl kaum etwas, dass er mehr hasste als dieses eine, kleine Wort. Kate würde es sicher nicht sagen, trotzdem zeigte er gerne so viel Authorität, dass sie auch wirklich niemals auf den Gedanken kam es doch einmal zu tun.
Jacob schien wenig beeindruckt von Zoes kleiner Einlage zu sein. Verrückte trafen sie tatsächlich doch sehr häufig auf ihren Touren. Nicht offiziell diagnostizierte Patienten, so wie Zoe ganz offensichtlich einer zu sein schien. Aber im Nachhinein zeigte sich der Wahnsinn jedes Mal. Ob schon bei der Gefangennahme oder erst bei Jacob im Camp. Er brach sie alle, denn sie alle waren schwach. Erst danach sortierte er aus wer ein Wolf und wer ein Schaf war. Viele erholten sich nie wirklich von Jacobs kleiner 'Therapiestunde'. Diese benutzte er dann als lebendige Zielscheiben für die, denen er mehr zutraute und die er trainieren wollte. Ob Zoe so jemand war oder doch zu den Starken gehörte würde sich noch herausstellen. Jetzt galt es aber erst einmal sie zu sichern und zurück ins Camp zu bringen. "I am not the police" sagte der Rothaarige aber erst einmal mit seiner ruhigen und tiefen Stimme. Dabei ging er auf die junge Frau zu. Seine Haltung war stets aufrecht, kein Zeichen von Schwäche. Es diente dazu seine Schäfchen einzuschüchtern. Mal klappte es mehr und mal weniger, da kam es immer auf die Persönlichkeiten an, die ihm ins Netz gegangen waren.
"This is Eden's Gate" verkündete er. "And you, my child, are now under my watch. So do us both a favor and come with us without a fight. I'm not in a mood to hurt a woman today" warnte er sie, was die einzige Warnung sein würde, die sie von ihm bekam.
Währenddessen hatte Faith ihre Augen geschlossen und das Gebet zu Ende gesprochen. Ihr Körper schmerzte und aus eigener Kraft würde sie es sicher nicht mehr auf die Beine schaffen. Erst als sie Steves Stimme hörte, schaffte sie es überhaupt wieder ihren Körper dazu zu bringen, auf sie zu hören. Faith öffnete die Augen, schwach und müde wie sie waren. Die Arme zog sie unter ihrem Oberkörper hervor und versuchte sich schließlich vom Boden nach oben zu stützen. Immerhin ein wenig Stärke wollte sie noch zeigen. Dies ging aber nur ein paar Sekunden gut, bevor ihre Arme nachgaben und sie auf ihre Seite fiel. Für einen Moment verzog sie schmerzverzerrt das Gesicht. Aber immerhin lag sie jetzt so, dass sie zumindest sehen konnte, wer da überhaupt mit ihr sprach. "The father heard my prayers" sagte sie schwach aber dennoch erleichtert. Denn auch wenn Steve sich mit einem Baseballschläger bewaffnet hatte, sah er keines Falls gefährlich aus. Sie kannte den Unterschied nur zu gut. Ihr Bruder Jacob war ein gefährlicher Mann, Steve dagegen kein bisschen.
Mit aller Kraft setzte sie zu einem erneuten Versuch an sich mit einer Hand nach oben zu stützen. Viel weiter als eben kam sie aber auch dieses Mal nicht, nur dass sie nicht wieder unter ihrem Gewicht zusammenbrach. Schwäche zu zeigen war wohl für jeden der Seeds schwer, für Faith nicht so sehr wie für ihre Brüder. Sie hätte sich auch gleich von Steve helfen lassen können, sah dies aber mehr als letzte Option. Doch musste Faith feststellen, dass sie alleine nicht mehr nach oben kommen würde. So rollte sie sich also mit aller Kraft zur seite, damit sie sich zumindest halbwegs an einer der Tanksäulen anlehen konnte und mehr schlecht als recht aufrecht saß. "I am lost" sagte sie bedrückt und setzte ihr bemitleidenswertes Gesicht auf. Was Steve nicht wusste war, dass er ihr direkt in die Falle ging. Auch wenn Faith jetzt noch nicht bei Kräften war, gehörte es alles zu ihrem Plan.
Joseph nahm die Arme zur Seite, so dass Viola besser auf seinem Schoß platznehmen konnte. In der Öffentlichkeit würde sie so etwas nie wagen. Auch nicht wenn seine Schwester oder einer der anderen bei ihnen war. Gerade waren sie aber alleine, deshalb störte es Joseph nicht wirklich. Er war, von allen hier in Eden's Gate, derjenige der am stärksten und meisten an das Projekt glaubte. Dem entsprechend war er auch strenge als seine Brüder und vor allem seine Schwester. Heute konnte er solche Kleinigkeiten aber durchgehen lassen. In letzter Zeit hatten sie viele neue Gefolgsleute bekommen was dazu führte das Joseph nun schon mehrere wirklich gut gelaunte Tage in Folge hatte, an denen er solche kleinen Dinge durchaus durchgehen ließ.
Eine Hand legte er Viola jetzt auf den Oberschenkel, während er mit der anderen das beschriebene Blatt so hielt, dass er davon lesen konnte. "I walk among the people as the true prophet" begann er zu lesen. "And I spread the word to all that would follow and heed the warnings put in place by the false gods we call government. For I am the messenger and to each that I spread my hand in friendship - to each who is willing - to each who would embrace our family and bring us unto their heart, let it be known that they, too, are us. They too are our messengers and they too have our love. And in this way, we will be united, for everywhere we go we will be among followers of Eden's Gate. In every walk of life, in every class, in every home - be that home in field, forest, or town - we will find brothers and sisters of like mind, for we are them and they are us." Damit beendete er den kleinen Vortrag und legte das Blatt zur Seite, bevor er sich Viola zuwandte. "So, what do you think?" wollte er ihre ehrliche Meinung hören, auch wenn er ganz sicher nichts daran ändern würde. Aber er wusste, dass sie es mochte, wenn er sie miteinbezog. Es gab Menschen das Gefühl gebraucht zu werden und das wollte Joseph Viola nicht vor enthalten.
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