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Thomas
Nicht zum ersten Mal erwachte Thomas durch die Schreie seiner Albträume. Seitdem sie den sicheren Hafen erreicht hatten, schienen sie ihm noch schlimmer geworden zu sein. Die Schreie waren gefüllt von Angst, Panik und Schmerz. Selbst sie nur im Traum zu hören ließ ihn kaum atmen. Immer wieder waren es die gleichen Bilder. Chuck's ängstliches Gesicht, Newts Augen die durch den Brand kaum wiederzuerkennen waren und Teresa kurz bevor sie für immer von Trümmern begraben wurde. Im Hintergrund das ständige Kratzen und Brüllen der Griever. Heute war da aber noch etwas anderes. Etwas, dass Thomas nicht wirklich zuordnen konnte, denn diese Bilder hatte er noch nie gesehen. Genauso wenig wie manche Menschen, die darin vorkommen. Nur das Gebäude von WCKD erkannte er ganz klar. Der Rest aber war ein Mysterium.
Schweißgebadet und nach Atem ringend kam er wieder zu sich. Er war wieder alleine und die Unbekannten verschwunden. Auch die schrecklichen Schreie waren verstummt. Alles was er noch hörte war das Rauschen des Meeres, Vögel und ein paar fröhlich klingende Glader, die jetzt schon auf den Beinen waren. Die kleinen Hütte, die er vorerst alleine bezogen hatte, war schon mit warmem Sonnenlicht gefüllt. Viele der anderen zogen es vor mit irgendwem zusammen zu ziehen. Keiner von ihnen war es wirklich gewohnt alleine und auf sich gestellt zu sein. Das sie einander hatten, war ihr Sicherheitsnetz gewesen. Ein Einzelner hätte die Flucht von WCKD nie schaffen können. Trotzdem zog Thomas es vor alleine zu bleiben. Vorest zumindest. Die anderen hatten immer gerne ein Auge auf ihn. Genau diesen Blicken musste er wenigstens stundenweise entgehen. Er brauchte den Abstand um alles zu verarbeiten, was in den letzten Wochen geschehen war und bisher hatten es die anderen akzeptiert, solange er sich nicht vollständig verkroch. Nichts davon hatte er vor. Nichts in seinem Leben war wichtiger als seine Freunde, ohne die er heute sicher nicht mehr leben würde. So erklärte er sich aber auch seine neuen Albträume. Zum ersten Mal seitdem er in der Box aufgewacht war, fand er Ruhe und konnte sich vollkommen sicher sein, dass alle in Sicherheit waren. Sein Hirn hatte also mehr als genug Zeit jetzt alles zu verarbeiten. Er versuchte nicht daran zu denken, was die neuen Traumsequenzen bedeuten konnten. Daran, dass es Erinnerungen sein konnten, wollte er gar nicht erst denken. WCKD existierte nicht mehr. Von nun an konnten sie alle Hoffnung auf ein glücklicheres, besseres Leben haben. Nur Thomas selbst konnte sich noch nicht ganz auf die neugewonnene Hoffnung einstellen.
Nun, da sein Atem ruhiger ging, schwang er seine Beine über die Bettkante und streckte sich ausgiebig. Für einen Augeblick, fiel dabei sein Blick auf eine kleine, hölzerne Figur auf seinem Nachttisch. Chucks Schnitzerei. Sofort dachte der Dunkelhaarige an das Versprechen, dass er seinem Freund gegeben hatte und das er nicht hatte halten können. Er sollte hier sein. Gerade er. Bevor die dunklen Gedanken ihn auch noch am Tag einholten, wandte er den Blick rasch ab und lief barfuß ins Bad um sich wenigstens kurz frisch zu machen und die Anstrengung der Nacht abzuwaschen. Eines musste er diesem Ort nämlich lassen, noch nie, seitdem er seine Erinnerung wieder hatte, war er so fit und gesund gewesen. Sogar die Schusswunde begann endlich zu verheilen. Zum Glück. Nur rumzusitzen hätte ihn noch irgendwann wahnsinnig gemacht.
Die meisten Glader gingen hier wieder den Berufen nach, die sie auch im Glade gehabt hatten. Jedem stand es frei sich neu zu orientieren, doch war hier so vieles neu, dass die meisten wohl lieber bei dem blieben was sie kannten. Immerhin war das Labyrinth alles gwesen, was sie kannten. Thomas verübelte es ihm keineswegs. Auch in ihm wuchs der Drang seinem Job als Läufer nachzukommen und die Insel auszukundschaften. Wenn sie hier für immer blieben, sollten sie sich schließlich auch auskennen. Mit der Schusswunde hatte man ihn aber bisher keinen Schritt aus der neuentstehenden Siedlung machen lassen. Darum war es nun ein Trost zu sehen, dass alles fast verheilt war und sich bereits neue Haut über der Verletzung bildete. Vernarbte Haut, aber das war ihm gleich.
Frisch eingekleidet verließ er endlich die kleine Hütte, die er bezogen hatte. Hier draußen war das Meer noch lauter und mischte sich mit dem Lachen jüngere Glader die sich im Wasser vergnügten oder Ball am Strand spielten. Hin und wieder fragte er sich, wofür sie so viel gekämpft hatte. So viel geopfert hatten und ob es all das wert gewesen. Anblicke wie diese bejahten es. Ihr Kampf war es wert gewesen. Nur wünschte er sich, dass all seine verlorenen Freunde hier waren um es mit ihnen zu teilen. Der Stein am Strand mit den eingravierten Namen ließ sie Teil davon sein, doch schien ihm das nicht genug. Sie sollten hier sein. Alle. Sogar Teresa. Egal wie sehr sie ihn auch verraten hatte, er würde lügen, wenn er behauptete er würde sie nicht vermissen. Seitdem sie fort war, herrschte eine ständige Stille in seinem Kopf. Dort alleine zu sein war er nicht gewohnt. Ihre Präsenz war fast immer da gewesen. Manchmal erwischte er sich noch dabei, wie er versuchte sie zu finden, aber es war zwecklos. Da war nur noch Leere.
„How are you feeling today?“, unterbrach eine ältere Stimme seine Gedanken. Mit einer Hand musste Thomas die Sonne abschirmen um Vince einige Meter entfernt zu sehen. „Not sure.“, war das erste, was er sagte. „Better.. the wound is healing. I'm thinking Minho and I can go on our first tour soon.“ Ganz wie die alten Zeiten. Ehrlich gesagt, vermisste er es sehr ein Läufer zu sein. Es hatte ihn immer irgendwie abgelenkt.
Vince sah ihn so skeptisch an, dass er genau wusste das man ihm nicht jedes Wort glaubte. Trotzdem harkte er nicht weiter nach, da ihm bewusst war das jeder hier von ihnen Zeit brauchte. Die einen mehr und die anderen weniger. Dafür war dieser Ort gedacht. Jeder durfte in seinem Tempo heilen, darum versuchte er auch gar nicht erst Thomas zu einer ausführlicheren Antwort zu zwingen, wofür dieser ihm sehr dankbar war. „Yeah, well.. you should get something to eat first.“, riet er dem Jungen trotzdem, was für ein leichtes Grinsen auf Thomas Gesicht sorgte. „I will.“, versprach er, hob kurz die Hand zur Verabschiedung und ging weiter seines Weges. Wirklich hungrig wahr er gar nicht, wusste aber das er Essen musste. Besonders wenn er bald auf Erkundungstour gehen wollte. Newt würde ihm sicher das gleiche sagen. Vor seinem Inneren Augen konnte er förmlich sehen wie Newt ihn ernst ansah, ihn mit seinem Spitznamen Tommy ermahnte, dass er Essen musste oder sie würden alle sterben nur weil er später doch hungrig wurde. Die Gedanken an Newt hinterließen einen tiefen Schmerz in Thomas. Kontrollieren konnte er die Erinnerungen nicht. Sie kamen einfach und ließen ihn nicht vergessen.
Trotz seines nicht vorhanden Hungers steuerte er die Kantine an. Es hatte sich eingebürgert das alle Glader zusammen aßen um das Band zu stärken und Zeit miteinander zu verbringen. Nur hatte Thomas das gemeinsame Frühstück komplett verschlafen und musste nun darauf hoffen, dass Frypan gändig genug gewesen war um ihm etwas aufzuheben oder nochmal extra herzurichten. Den strafenden Blick konnte er sich jetzt schon vorstellen, wusste aber das er seinen Freund später dafür entschädigen konnte. Nur leider musste er feststellen, dass von dem Koch jede Spur fehlte. Die Küche schien nach dem großen Frühstück komplett unbesetzt. „Frypan? Hello?“, fragte er in die Küche hinein, bekam jedoch keine Antwort. Er würde nach den anderen Köchen rufen, von denen er aber keinen sehen konnte und sowieso auch keinen kannte, was ihn nicht wirklich gut fühlen ließ. Noch war er einfach nicht dazu gekommen sich alle Namen hier zu merken, auch wenn jeder wohl seinen kannte. Darauf könnte er getrost verzichten, aber hatte er ihnen hier ja auch alles eingebrockt und war somit unter allen bekannt. Bei einigen auch nicht sonderlich beliebt. Ganz zu recht, wie er fand. Nun stand er also in der Küche und sah sich um. Sich einfach etwas zu nehmen war nicht wirklich eine Option. Frypan würde ihn zwei Köpfe kürzer machen, wenn er es herausfand. Thomas wirkte so fast etwas hilflos und war schon kurz davor die Nahrungsaufnahme wieder aufzugeben.
Malea
Die Zeit auf der Insel verging fast wie in Zeitlupe, so sureal wirkte der Frieden und die Ruhe hier. Seit die meisten von ihnen denken konnten, was genau genommen nicht einmal die Hälfte ihres Lebens gewesen war, lebten sie in stetiger Gefahr und Unruhe. Was davor war, war für die jungen Glader zu einem Großteil noch immer ein mysteriöser Schleier. Nicht das es sonderlich besser gewesen sein konnte. Dafür schien diese Welt doch bereits zu zerstört gewesen zu sein. Aber wer sie wirklich waren, war wohl etwas das viele sich zu wissen wünschten.
Solche Gedanken waren aber mehr etwas für die Nächte, in denen man nicht schlafen konnte, weil einem die Tage im Glade nicht zur Ruhe finden ließen. Nicht aber für den Tag. Hier hatte jeder etwas zu tun. Und die, die schlicht weg zu jung für harte Arbeit gewesen waren, erlaubten sich am Strand zu spielen. Man versuchte die bedrückte Stimmung, die noch immer abends beim gemeinsamen Sitzen am Lagerfeuer herrschte, so gut es eben ging zu verdrängen. Sie alle brauchten Zeit um die Dinge zu verarbeiten, die ihnen geschehen waren. Viele von ihnen hatten gute Freunde auf dem Weg hier her verloren. Jeder verarbeitete solche Dinge anders und vor allem nicht gleich schnell. Doch versuchten sie einander zu helfen, in dem sie Dinge schafften, mit denen man sich ablenken konnte. Minho hatte es sich zur Aufgabe gemacht einige der stärkeren und robusteren Glader zu trainieren. Er wusste nicht genau für was, da sie ja nicht im Glade waren und es hier keine Griever gab vor denen sie sich schützen mussten. Und Cranks waren auch keine da. Vorher war er Läufer gewesen, rumzusitzen passte einfach nicht zu ihm. Die Insel aber ohne Thomas zu erkunden würde genau so wenig in Frage kommen. Dieser schien aber noch etwas Zeit zu brauchen. Nicht nur, damit seine körperliche Wunde heilen konnte, sondern auch damit es sein Geist konnte, nachdem was mit Newt und Teresa geschehen war. Also zog er das Training dem Rumsitzen vor. Ein wenig Fitness schadete keinem von ihnen und so hatten sie wenigstens etwas zu tun, wenn sie so gerade nichts vor hatten.
Frypan tat das was er am besten konnte: Kochen. Dieses Mal aber nicht alleine. Malea war die Köchin in Gruppe B, bei den Mädchen gewesen, und hatte es zusammen mit einigen anderen aus ihrer Gruppe her geschafft. Zu verdanken war dies in erster Linie wohl erst einmal Harriet und Sonya und denen die dafür gesorgt hatten, dass sie fliehen konnten. Dann aber natürlich auch Thomas, welcher zusammen mit seinen Freunden unendliche Gefahren auf sich genommen hatte um ihnen das alles hier zu ermöglichen. Noch hatte Malae nicht die Chance gehabt ihm persönlich zu danken, nicht ahnend, das sie zu dieser Gelegenheit schneller kommen würde, als ihr lieb war. Sie hatte sich nämlich vorgenommen sich gut darauf vorzubereiten, nicht die falschen Worte zu benutzen und schon gar nicht in ein Fettnäpfchen zu treten. Ihre engsten Freunde waren mit ihr am sicheren Hafen. Thomas hingegen hatte viel verloren, so viel wussten sie mittlerweile alle. Da wollte sie es ihm auf keinem Fall zu muten sich dummes Geschwätz anhören zu müssen. Dummer Weise sollte es zu einer guten Vorbereitung gar nicht mehr kommen.
An diesem Morgen war das Frühstück wie die reinste Raubtierfütterung gewesen. Frypan und Malae hatten alle Hand voll zu tun und dem entsprechend sah es hier nun auch aus. Teller stapelten sich in großen Türmen auf den Tischen. Becher sammelten sich in einem großen Holztrug, Pfannen und anderes hatte die Schwarzhaarige aber bereits erfolgreich gespült und zurück an den richtigen Platz zurück geräumt, als ihre Arbeitsruhe jedoch gestört wurde. Die Stimme kam ihr bekannt vor, doch ohne ein Bild dazu, hatte Malae keine Ahnung um wen es sich handelte. Also spähte sie um einen der großen Tellertürme herum und als ihr Blick auf Thomas fiel, war es für einen Moment so als hätte ihr Körper jegliche Beherrschung verloren, weshalb ihr Arm beinahe den Turm neben sich umgeschmissen hätte. Ihre Reflexe funktionierten dann aber doch noch ganz gut und so schaffte sie es gerade noch Schlimmeres zu verhindern. "Hey" brachte sie endlich über die Lippen, als der Turm wieder sicher auf dem Tisch stand. "Frypan said he'd meet up with Minho" erklärte Malea. "Ehm .. is there something I can do for you instead? I'm sure you're hungry" schmunzelte sie, denn zwar wusste er mit großer Wahrscheinlichkeit nicht wer sie war, jedoch sah das anders herum ganz anders aus. Frypan hatte ihr sogar gesagt, dass er vermutete das Thomas hier auftauchen würde, wenn der Hunger groß genug werden würde. Er fand Malea konnte ihn ehrenwürdig vertreten und deshalb hatte er soweit auch nicht mehr vorbereitet. Thomas hatte eine frische Malzeit verdient und nichts aufgewärmtes. Das Malae aber schon so weit Bescheid wusste, versuchte sie sich so wenig wie möglich anmerken zu lassen. Die Vorbereitung auf ein ordentliches Gespräch konnte sie sowie so gerade erst einmal vergessen. Sie musste also das beste aus der Situation machen, in der die beiden jetzt steckten.
Thomas
Thomas war schon drauf und dran sich wieder von der Küche abzuwenden. Eine Antwort bekam er keine und zwischen all den Tellertürmen war es schwer sich einen Überblick zu verschaffen. Noch dazu wollte er es nicht riskieren das Porzellan umzuwerfen, was bei seinem Geschick ganz sicher geschehen würde. Nur war es gar nicht er, der die hohen Türme zum schwanken brachte sondern ein dunkelhaariges Mädchen. Sie einzuordnen fiel ihm schwer. Hier auf der Insel gab es unendlich viele, neue Gesichter. Das einzige was er mit Sicherheit sagen konnte war, dass sie Aris Gruppe B angehört haben musste und dafür brauchte man kein Meisterdetektiv zu sein, wenn man mal die Tatsache in Betrach zog, dass in Gruppe A der Glader nur Jungen gewesen waren. Noch dazu schien sie dort die Köchin gewesen zu sein. Alle anderen Jugendlichen die sie von WCKD befreit hatten, waren erst dabei sich ihre Jobs zu suchen. Genauso wie im Glade entwickelte sich hier die Struktur der Hüter. Daran fand vorallem Gally gefallen, der so ein paar Leute hin und her scheuchen konnte um das Dorf zu bauen. Entweder fiel es ihm besonders leicht alles hinter sich zu lassen oder er ließ es sich einfach nur nicht anmerken.
„Hey..“, begrüßte Thomas die Unbekannte mit einem Lächeln. Gute Laune vorzutäuschen lag ihm fern, aber sie konnte nichts für all das was geschehen war. Warum also sollte er ihr zeigen wie bedrückt er noch immer war? Abgesehen von seinen Freunden funktionierte das auch bei jedem ganz gut. Alle anderen folgten irgendwelchen Gerüchte und Geschichten. Sie alle hatten die Wahrheit als Kern, doch umso mehr die Geschichte herumging, desto mehr dichteten sich Neue Dinge, die nie geschehen waren dazu. Darum war es auch so schwierig für ihn mit Menschen zu reden, die er zuvor nicht getroffen hatte. Er hatte keinerlei Ahnung welche Version der Geschichte sie gehört hatte. Die Wahrheit, das Ausgeschmückte oder die Version die einige dazu brachte ihn mit vorwurfsvollen Blicken anzusehen? Im Grunde wollte er es gar nicht wissen. Er hatte doch immer nur so gehandelt, wie es ihm richtig erschien. Nie hatte er danach gefragt ein Held zu sein und für das was er getan hatte, wollte er weder Dank noch Anerkennung. Dafür war zu viel verloren und er hatte nur seine eigenen Fehler wieder gerade gebogen. So gut es ging. „Eh.. yeah, kinda. I overslept and missed the breakfast.“, gab er beschämt zu und rieb sich dabei verlegen über den Nacken. Sein Magen mochte etwas knurren, nur der Appetitt fehlte ihm noch. Nichts was er dem Mädchen auf die Nase binden würde. Sollten die anderen über ihn denken was sie wollten, solange sie hier endlich in Sicherheit waren und ihn in Ruhe ließen. Was jedoch eine Seltenheit war, denn viele hatten Fragen oder wollten einfach nur einen Blick auf denjenigen werfen, der sie gerettet hatte. Er war sich fast sicher, dass keiner von ihnen ahnte wie elendig er sich eigentlich fühlte und war froh gerade deswegen. „But you have a lot to do. I can wait til lunch. It's not a big deal.“, winkte er ab, da er sicher auch noch eine Weile ohne Essen auskommen würde. Wenn Frypan und Minho sich trafen, war es womöglich sowieso die beste Idee, wenn er ihnen folgte um zu sehen was vor sich ging.
Malea
"Frypan would literally fry me if I'd let you leave without anything" schmunzelte Malea nun, was sie allerdings verriet. Denn wollte sie gerade noch verheimlichen, dass sie ganz genau wusste, wer Thomas war, plapperte sie jetzt einfach drauf los. Es war nicht einmal böse gemeint. Aber egal welche Gechichte man nun gehört hatte und davon gab es mindestens drei Versionen, die alleine die Schwarzhaarige gehört hatte, wusste man das es Thomas nicht gut ging konnte, zumindest nicht so gut, wie es normalerweise an so einem Ort sein sollte. Und da war es völlig egal ob man da nun auf seine Schusswunde anspielte oder auf all das, wovon eigentlich nur Minho, Gally und eine handvoll anderer wirklich wussten, was geschehen war. Egal welchen Grund Malea sich also aussuchte um einfühlsamer zu sein, ihr schien es immer angebracht gewesen zu sein. Deshalb wollte sie auch mit einem kleinen Witz weiter machen, der aber nichts anderes bewirkte, als sie schließlich zu verraten.
Malea seufzte über sich selbst, wobei sie sich eine verirrte Haarsträhne, die sich aus ihren geflochtenen Zöpfen gekämpft hatte, hinter ihr Ohr strich. Entschuldigend lächelte sie Thomas danach an. Aber es gab immer noch eine Möglichkeit weiteren Fettnäpfchen zu entgehen. Eine ganz einfache sogar: sie durfte einfach nur nichts ansprechen was vor der Insel passiert war. Am besten sollte sie sich auch nicht bei ihm bedanken. Es galt jetzt Thomas ganz normal zu behandeln und so würde ihr Vorhaben immer noch aufgehen. Nicht der perfekte Plan, aber besser als sich gleich zur unbeliebten Labertasche zu degradieren. "No, no" sagte sie deshalb gleich und trug die erste Schicht der Teller zu einem der anderen Tische. Das machte sie auch mit der anderen Hälfte und schon hatte sie Thomas etwas Platz geschaffen. Nicht sehr viel, aber immerhin konnte er hier in Ruhe essen. "Please sit" bat sie ihn und deutete auf den kleinen Hocker der unter den Tisch geschoben war um etwas Platz zu sparen.
Der Ton Maleas ließ nicht wirklich darauf schließen, dass sie Widerworte gelten lassen würde. Aber keines Falls klang sie bestimmend. "Breakfast is the most important meal of the day" untermauerte sie ihren Ton mit einem typischen Zitat Frypans. Danach hob sie auch gleich eine der frisch gesäuberten Pfannen aus ihrer Halterung und stellte sie auf die improvisierte Kochstelle, die eigentlich immer mit heißen Kohlen betrieben wurden und nur sehr selten richtig erloschen war. Hinein gab sie ein paar frische Pilze, welche sie neben Fisch aus dem Meer am schnellsten und einfachsten hatten auftreiben können. Eigentlich war fast jede Mahlzeit hier mehr wie ein Mittagessen, was schlicht daran lag, dass sie noch nicht genügend Zutaten hatten. Dafür gab es einfach weniger. Aber für Thomas war war sie heute mal nicht zu knauserig und bereitete eine größere Portion als gewöhnlich vor. Es würde einen Moment dauern, bis es gar war, weshalb sie sich wieder zu ihm umdrehte. "It's really no big deal, so no arguing, please" schmunzelte sie.
Thomas
Thomas musste unweigerlich grinsen. „He'd kill us both if we just took something out of his fridge.“, scherzte er, was er seit der Ankunft hier schon nicht mehr getan hatte. Alles hier erinnerte ihn aber an seine erste Zeit im Glade. Damals hatte er genauso wenig Hunger gehabt, war aber immer wieder von Chuck zum Essen geschliffen worden. Der war es auch der ihm eindringlich beigebracht hatte, sich niemals selbst in der Küche zu bedienen und seitdem er Frypan nun persönlich kannte, wusste er wie gut der Rat gewesen war. Mittlerweile waren sie enge Freunde, aber der Koch ärgerte sich doch, wenn man sich an seinen Vorräten bediente. Darum schien er von Glück sprechen zu können, dass das Mädchen sich jetzt die Küche mit ihm teilte und er doch zu einer Mahlzeit kam, ohne dabei den Kopf zu verlieren. „Okay.. I'll sit.“, gab er nach und hob abwehrend die Hände um seine Kapitulation zu signalisieren. Obwohl er keinen Hunger hatte, hatte er auf eine Diskussion noch viel weniger Lust. Die wenigen Stunden Schlaf, die er seit Nächten bekam, gaben ihm dafür kaum genug Kraft. Zu seinem Glück brauchte er aber auch nicht sonderlich viel davon in diesen Tagen. Alle war so leicht wie noch nie, was es nur noch schwerer machte es nicht als weiteren Trick anzusehen. Ob andere wohl auch immer noch so viel über WCKD nachdachten, wie er es tat?
Den kleinen Hocker, der unter dem Tisch stand, zog er hervor und ließ sich auf ihm nieder. Jetzt, da der Geruch warmen Essens ihm in die Nase stieg, spürte er tatsächlich ein leichtes Ziehen im Magen, dass Hunger signalisierte. Appetitlosigkeit hin oder her, sein Körper brauchte Kraft. Vorallem seine Wunde, damit sie schnell verheilte. Leicht kratzte er sich an dieser während er so in Gedanken war ohne es wirklich zu merken. „Thank you.. anyway.“, bedankte er sich dennoch als sie mit den gleichen Worten die Situation runterspielte, wie er es zuvor getan hatte. Kurz musterte er sie nochmal, während sie dabei war das Essen anzurichten und musste wieder feststellen, dass ihm kein Name einfallen wollte. Sie kannte ihn ganz offensichtlich, aber das hatte er auch schon gewusst bevor sie sich verplappert hatte. Etwas, dass er einfach übergangen hatte und so hoffte, sie würde nichts nachfragen. Auch wenn es ihr gutes Recht war. Jeder verdiente es die Antworten zu bekommen, nach denen sie suchten. Wie sich Ratlosigkeit anfühlte, wusste er selbst nur zu gut. Vince hatte ihm geraten eine Rede zu halten, was Thomas sofort abgelehnt hatte. Ein Redner war er nun wirklich nicht. Abgesehen davon würde er sich somit nur noch mehr in das Rampenlicht stellen, dass er gar nicht wollte. „I feel stupid to ask but what's your name? You're one of Sonya's and Harriet's friends, right?“, richtete er das Wort an sie, bevor peinliche Stille aufkommen konnte. Aus Gruppe B kannte er bis auf die beiden Mädchen und Aris nicht sehr viele. Jedoch wusste er von Rachel, die quasi seine Rolle im anderen Labyrinth gespielt hatte und dabei umgekommen war. Einige der Mädchen empfanden es als unfair, dass er es geschafft hatte und sie aber nicht, was er auf gewisse Weise nachvollziehen konnte. Wie die Köchin es empfand, würde er sicherlich gleich herausfinden, falls sie Rachel überhaupt gut genug gekannt hatte.
Malea
Amüsiert schnaubte Malea, drehte sich dabei aber wieder zu der Pfanne um, damit das Essen ja nicht anbrannte. "It's our fridge now, he had to share" erzählte sie scherzend. Der Geruch von frischem Gemüse hatte schnell die Oberhand gewonnen und man konnte kaum noch etwas anderes riechen. Nicht einmal das Meer schaffte es diese Gerüche zu unterdrücken. Und jedes Mal wenn Malea die Pfanne schwenkte stieg ein neuer Schwall in die Luft, damit der Geruch nicht nachließ. Irgendwann würden sie Kräuter haben, verschiedenstes Gemüse, Fisch und Meeresfrüchte in allen Geschmäckern und Farben. Diesen Tag sehnte sich das Mädchen jetzt schon herbei. Wenn sie erst einmal ihr volles Potential ausschöpfen konnte, würde den anderen noch das Wasser im Mund zusammenlaufen, dem war sie sich ganz sicher.
Das Thomas hinter ihr versuchte sich irgendwie ein Reim auf alles zu machen und überlegte ob er ihren Namen schon einmal gehört hatte oder nicht, bekam Malea überhaupt nicht mit. Wenn sie kochte ging es ihr gut, wenn sie kochte konnte sie für einen kleinen Augenblick alles um sich herum ausblenden. Und darum war sie froh. Nichts war besser als für einen kleinen Moment alles einfach vergessen zu können. Egal wie kurz es auch war. Das Knistern der Glut, der helle Rauch, der von der Kochstation aufstieg, die Glader, vor allem die Jüngeren, die Schlange standen um etwas von ihrem Essen zu bekommen, all das war wie eine andere, bessere Welt. Jetzt gab es aber keine Schlange und das Essen für eine Person war schnell hergerichtet. Da all ihr Geschirr irgendwie bunt zusammen gewürfelt war, damit sie einfach nur genug für alle da hatten, musste Thomas sich damit abfinden, dass sein Essen jetzt in einer kleinen Holzschale angerichtet wurde. Nicht sehr hübsch, aber es sollte ja auch nur schmecken und nicht hübsch aussehen.
Die Schale, zusammen mit einer Gabel brachte Malea ihm zum Tisch und zwei Handgriffe später hatte er auch einen Becher mit Wasser vor sich stehen. "Please don't" bat das Mädchen ihn aber gleich, wobei sie um den Tisch herum schlenderte und die Pfanne nun von den Eisen nahm. Zum abkühlen und einweichen legte sie diese noch schnell in einen weiteren großen Holztrug voll Wasser, das gleich dampfte und zischte, als das heiße Metall seine Oberfläche berührte. "Here are so many people, I'm sure none of us hardly knows most of the names" tat sie das ganze ab, damit er sich nicht noch entschuldigte oder so. "Right" sagte sie schließlich, lehnte sich etwas auf die Tischplatte, Thomas direkt gegenüber. Sie war nicht besonders groß und der Tisch eher höher, was es ihr leicht machte, sich mit den Ellenbogen auf dem Holz abzustützen, ohne das es bescheuert aussah, dass sie deshalb halb auf dem Tisch lag. "My name's Malea from group B" stellte sie sich endlich richtig vor, schenkte ihm aber ein Lächeln. Sie hatte wie alle anderen auch mitbekommen was mit Rachel passierte. Aber sie war nicht sehr lange in dem Glade gewesen und hatte selbst noch genug damit zu tun gehabt sich zurecht zu finden. Deshalb war sie auch mit niemandem so wirklich befreundet. Kannte sie zwar alle, nannte aber nur Harriet und Sonya wirkliche Freundinnen. Opfer hatte jede Seite zu tragen, manche waren größer und manche kleiner. Wer war Malea irgendwen zu verurteilen ohne die ganze Geschichte zu kennen? Sie hätte wie ein paar der anderen Mädchen gegen Thomas sein können. Oder sie sah es neutral wie der Rest, was sie für die bessere Lösung hielt und ihm deshalb nicht böse gestimmt war.
Thomas
Jetzt, da der angenehme Geruch von Essen in seine Nase stieg, lief Thomas doch das Wasser im Mund zusammen. Niemand kochte besser als die Köche aus dem Glade, fand er. Nicht, dass er sonderlich viel anderes probiert hätte in seinem Leben oder sich daran erinnern konnte, doch für ihn war das einfach Fakt. Darum begann er auch direkt zu essen, kaum dass das Essen vor ihm stand. Auf Vince zu hören war nicht die schlechteste Idee gewesen, musste er zugeben. Mit gutem Essen im Magen verschwand vielleicht auch ein bisschen seine schlechte Laune. Eine Gabel nach der nächsten schaufelte er sich rein und wirkte dabei nun fast schon etwas gierig, als ob er tagelang nichts gegessen hatte. Was, wenn man daran dachte wie lange er geschlafen hatte seitdem sie hergekommen waren, wohl auch fast stimmte. Es war kaum zu glauben das all die schrecklichen Ereignisse erst knapp eine Woche zurück lagen. Wenn man sich das Umfeld ansah, wirkte es wie ein komplett anderes Leben und genau das sollte es ja auch für alle werden.
Kauend gab Thomas etwas unverständliches von sich, was sein Name sein sollte, jedoch war sein Mund so voll mit dem guten Essen, dass Malea ihm gemacht hatte, das mehr als ein Genuschel nicht herauskam. Er beeilte sich den Happen fertig zu kauen und komplett runterzuschlucken wobei er sich leicht auf die Brust klopfte als ob es dadurch schneller klappen würde. „Thomas..“, sagte er dann endlich um sich vorzustellen. „I'm Thomas.“ Sie hatte schon zuvor verraten, dass sie wusste wer er war, aber er hätte es als unhöflich empfunden so zu tun als würde er sowieso ausgehen, dass sie Bescheid wusste. Ihm wäre es ja sowieso viel lieber, wenn die anderen zumindest ihm bezüglich nochmal einen Gedächtnisverlust erleiden würde. Vielleicht wurde er auch einfach nur paranoid, aber nicht zum ersten Mal hatte er jetzt schon den Wunsch einfach unsichtbar zu sein. Für den Gedanken sollte er sich wohl aber selbst ohrfeigen, denn Malea hatte Recht. Viele Leute waren hier. Mehr als Thomas je gedacht hätte retten zu können. Das war kein Grund den Kopf in den Sand zu stecken, auch wenn ihm danach war damit er sich in Ruhe die Augen aus dem Kopf heulen konnte, wegen allem was passiert war. Manchmal war ihm wirklich danach, aber bisher war es noch nicht soweit gekommen. Dafür war die neugewonnene Sicherheit noch zu unsicher.
„This tastes fantastic.. you're a true lifesaver.“, bedankte er sich bei ihr, hatte den Mund dabei aber schon wieder voll. Diesmal aber immerhin nicht zu viel damit sie ihn auch noch verstehen konnte. Ohne Gedächtnis war es nunmal auch schwer sich an gute Manieren zu erinnern, was jedem aus dem Glade so ging. Die gemeinsamen Essen brachen deshalb hin und wieder in kleine Schlachten aus, was aber jedem einzelnen von ihnen gut tat. Jegliche Form von Ablenkung war gut.
Malea
Malea musste zugeben, dass Thomas, jetzt wo sie direkt mit ihm sprechen konnte und ihn mal nicht nur aus der Ferne sah, ganz anders war, als sie es vermutet hatte. Das sie sich überhaupt ein Bild von ihm gemacht hatte, ohne ihn zu kennen, fand sie schon schlimm genug. Das es aber auch noch ein weniger freundliches war, machte es fast umso schlimmer. Nach allem was passiert war und was er hinter sich haben musste, vermutete sie einfach das er weniger herzlich war. Nicht weil er es nicht wirklich war, sondern mehr weil ihn die Geschehnisse verändert hatten. So wie sie jeden hier verändert hatten, sie selbst mit eingeschlossen. Je mehr sie Thomas aber dabei beobachtete wie er genüsslich das Essen in sich hinein schaufelte, veränderte sich ihr Bild von ihm. Denn wäre er tatsächlich so, wie sie geglaubt hatte, säße er nun sicher nicht hier bei ihr am Tisch. Auch Minho, mit dem sie nicht wirklich viel zu tun, aber dennoch kennen gelernt hatte, schätzte sie vorher ganz falsch ein. Es waren typische Vorurteile die durch Gerüchte und ausgeschmückte Geschichten entstanden. Bislang war Malea aber ganz froh drum, dass sie alle viel netter schienen, als zunächst vermutet.
Schließlich musste sie amüsierte schmunzeln. Bei Thomas' erstem Versuch sich vorzustellen, verstand sie kein Wort. Ein schmatzendes Genuschel war alles, was aber zumindest hieß, dass es ihm zu schmecken schien und das war ja schon einmal ein Anfang. Der zweite Versuch klappte dann aber besser. Beinahe hätte Malea geantwortet, dass sie doch schon längst wusste wer er war, bremste sich aber rechtzeitig. Sowohl Thomas als auch sie selbst versuchten das Gespräch auf einer normalen Ebene zu halten, das wäre mit so einer Antwort aber schnell wieder vorbei gewesen. "Nice to meet you, Thomas" antwortete sie deshalb und hielt es bei weitem für die besser gewählte Antwort.
Schließlich stützte sie sich mit den Händen wieder von der Tischplatte ab. Malea wollte ihn in Ruhe essen lassen. Während dessen würde sie hier noch ein wenig Ordnung in das Chaos bringen. Für so viele Leute zu kochen war sowohl für Frypan als auch für sie etwas Neues gewesen, war aber bei weitem nicht so viel Arbeit gewesen wie das Aufräumen danach. "Well, I could not let you starve, right?" schmunzelte sie, begann dabei aber die restlichen Tellertürme von dem Tisch zu dem Holztrug zu tragen, in dem noch immer die Pfanne von eben schwamm. "But I'm glad you like it" lächelte sie ihn nun direkt an, wobei sie gerade einen neuen Stapel Teller nahm, aber kurz stehen blieb. "Ehm" druckste sie herum. Malea versuchte die passenden Worte zu finden, aber egal wie oft sie die Sätze in ihrem Kopf auch umstellte, es würde immer auf das Gleiche hinauslaufen. "You're probably not up for any island gossip" fing die Dunkelhaarige erst einmal scherzend an. "In case you look for something to do later, I heard Minho wants to explore the island" ließ sie ihn wissen. "But you didn't heard that from me" fügte sie schnell hinzu und brachte endlich den Stapel Teller in ihrer Hand zu dem Rest. Jeder wusste, dass Thomas angeschossen wurde und beim Essen verteilen hatte sie ein Gespräch zwischen Vince und Minho überhört, indem es darum ging Thomas noch nichts von den Plänen rund um die Insel zu erzählen, damit er sich nicht gleich überanstrengte. Aber sie alle suchten sich hier etwas zu tun und Malea wagte es zu bezweifeln, dass es irgendetwas Produktives gab, dass man Thomas überhaupt machen lassen würde. Ablenkung brauchten sie alle. Malea fand es nicht fair Thomas von nichts zu erzählen, denn er brauchte genau so etwas zu tun wie der Rest von ihnen. Minho selbst würde wohl kaum in nächster Zeit von alleine auf ihn zukommen, da musste man eben ein wenig nachhelfen.
Thomas
„Some people would.“, antwortete Thomas eher zu sich selbst als zu Malea und so sehr ins Essen genuschelt, dass sie es sicher nicht gehört hatte. Die Menschen, die ihn nur zu gerne verhungern lassen würden, konnte er aber auch an einer Hand abzählen. Gedanklich ermahnte er sich, nicht schon wieder darüber nachzugrübeln. Obwohl er es nicht beabsichtigte, dachte er doch viel zu oft darüber nach, was die Leute nun dachten und von wem sie welches Gerücht aufgeschnappt hatten. Er kannte die Wahrheit. Die Leute, die zählten, kannten die Wahrheit. Anderes sollte ihn nicht interessieren. Dennoch erwischte er sich immer wieder dabei. Sogar über Dinge, die er schon seit der Ankunft im Labyrinth vergessen hatte, nachzudenken. Selbst hier auf der Insel kamen diese Erinnerungen aber nicht zurück. Ohne die Hilfe von WCKD würde er sich an das Leben davor, an all die Details, wohl nie wieder erinnern. Einerseits war es gut, denn sein schlechtes Gewissen quälte ihn genug, andererseits würde er sich, sowie alle anderen hier auch, immer Fragen wer seine Eltern waren.
Hellhörig wurde er sofort als Malea den Tratsch der Insel ansprach. Wirklich interessieren tat er sich für die Kleinigkeiten tatsächlich nicht, aber es lag in seiner Natur neugierig zu sein und immer Bescheid wissen zu wollen. Genau so war es auch jetzt und er musste gar nicht lange warte, bis er auf den neusten Stand gebracht wurde. „Damn shank..“, fluchte er, schob sich aber erst mal noch einen weiten Löffel des Essens in den Mund. Minho und er hatten natürlich schon darüber geredet, dass sie die Insel erkunden würden. Es lag ihnen ja im Blut und sie mussten all die Resourcen ausschöpfen, die die Insel ihnen bot. Und sich auf wilde Tiere vorbereiten. Nur weil es hier keine Griever gab, hieß es ja nicht, dass keine anderen Bedrohungen existierten. Ganz abgesehen davon mussten sie sich irgendwie wieder eine Tierzucht zulegen, so wie sie es im Glade gegeben hatte. „Wait..“, machte er plötzlich und schluckte einen viel zu großen Bissen runter, was ihn zum husten brachte. „Are you saying he wants to go without me? On his own?“, fragte er nach. „He's insane.“ Thomas schnaubte amüsiert und keineswegs verärgert. So würde er erst sein, wenn Minho tatsächlich ohne ihn aufbrach. Alleine zu gehen war gefährlich und dumm, fand er. „You don't happen to know where he and Frypan went?“ Je schneller er die beiden einholte, desto besser war es. Seine Verletzung war ja schon fast verheilt. Die Haut war zwar vernarbt, aber ohne große Einwirkung würde es wohl kaum mehr einfach aufplatzen.
Malea
Das dunkelhaarige Mädchen hatte Thomas Gemurmel tatsächlich nicht verstanden und hatte es damit abgetan, dass er vermutlich einfach mit sich selbst sprach. Und er wäre da sicher nicht der Erste der das tat. Das solche Ticks mittlerweile normal schienen, sollte eigentlich die Menschen beunruhigen, aber solange sie nur mit sich selbst redeten, war das wohl noch das Harmloseste, das sie tun konnten. Darum wollte sie sich aber gar nicht weiter kümmern. Zwar war Malea mindestens genau so neugierig wie Thomas selbst, aber viel zu höflich als das sie ihn fragen würde, was er eben gesagt hatte. Also widmete sie sich wieder den Tellern und der Pfanne, welche sie nun begann abzuspülen. Zwar hatte sie nichts gegen Gesellschaft und Thomas sollte in Ruhe essen, aber die Arbeit durfte nicht stehen bleiben. Bis zum nächsten Essen musste es hier wieder ordentlich sein, damit man auch wirklich arbeiten konnte.
"I heard him and Vince talking two days ago" sagte sie mehr beiläufig. Bei diesem Thema wurde es doch immer schwerer so zu tun, als sei die Beziehung zueinander normal und als hätten sie sich gerade erst kennen gelernt. Aber in diesem Falle würde Thomas ihr das sicher nicht übel nehmen, wenn er dafür Informationen über Minhos Pläne bekam. "They said it'd be better to give you a few more days to rest" fuhr sie fort und hängte die Pfanne an eine Halterung, damit diese abtropfen konnte. Dann folgte der erste halbe Tellerturm mit einem Gepolter in den Holztrug. Das Schöne hier dran war, dass die Glader alle samt jedes Mal komplett bis auf den letzten Krümmel aufaßen. Keiner hieß Verschwendung hier wirklich gut und das rechnete Malea allen hoch an, nicht nur, weil sie so weniger Arbeit beim Abwasch hatte.
"Somehow everyone thinks Frypan and I wouldn't care for what they're talking about. If you'd know what we have to listen to every day" scherzte Malea um die lockere Stimmung aufrecht zu halten. "Anyway -" Die Schwarzhaarige kehrte zu dem Tisch zurück an dem Thomas saß und aß. Um ihn herum wischte sie die Platte mit einem feuchten alten Lappen ab, das sehr danach aussah, als wäre es einmal in einem früheren Leben ein T-Shirt gewesen. Man musste eben mit allem arbeiten, das man kriegen konnte. "- they stopped talking when they reached us. I can't tell if Minho would go alone. But he seems fit though. You should definitely consider to talk to him before he decides to do so" sagte sie und zuckte dabei mit den Schultern. Auf keinen Fall wollte sie Thomas etwas einreden, aber es war wohl erst einmal seine einzige Möglichkeit überhaupt irgendetwas Produktives tun zu können. Und wenn er den Läufer von ganz alleine ansprechen würde, konnte der wohl schlecht nein sagen.
Dann stoppte sie jedoch in ihrer Bewegung und sah ihn an. "Sorry, that was weird" entschuldigte sie sich dafür, dass sie sich jetzt doch entgültig verraten hatte. Malea wusste eben wer Thomas war und es war wirklich schwierig jedem Thema aus dem Weg zu gehen, dass anderes vermuten ließ. "I think they wanted to meet down at the fisher's, probably to check how everything's working out. But I'm really not sure about that."
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