Eine Anleitung zur konstruktiven Kritik



Erst das Lob, dann gibt’s was mit der Keule!


Erwähnt man zunächst die positiven Aspekte eines Werkes, so verschreckt dies nicht gleich den Autor eines Dôjinshis und dieser ist gern gewillt Deine Kritiken weiter zu lesen. Anschließend kannst Du dann auch die negativen Aspekte Deiner Kritik mit einbringen.

Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus


Persönliche Beleidigungen gehören in keine Kritik. Diese sollte stets konstruktiv und aus einer objektiven Sichtweise geschildert werden. Schließlich sollte es Deine Intention sein, dem Autor eines Dôjinshis mit Deiner Kritik zu helfen und nicht ihn zu beleidigen. Je freundlicher Deine Wortwahl, desto umgänglicher der Zeichner. Auch solltest Du nicht vergessen, dass viele Autoren eines Dôjinshis teilweise sehr lange an ihren Zeichnungen gearbeitet haben um diese mit der Welt zu teilen, dies solltest Du bei Deiner Kritik niemals vergessen.

Konkrete Aussagen machen


Eine Kritik auch wenn sie noch so gut sein mag, die dem Autor nicht erklärt, was genau Dir an seiner Arbeit gefällt, erfreut ihn zwar, hilft ihm aber nicht viel sich zu verbessern. Zwar erfreuen Aussagen wie beispielsweise „Oh, die Geschichte ist wirklich schön“, das Herz eines jeden Künstlers, doch wäre es besser wenn Du Deine Aussage ein wenig konkreter gestalten könntest. Hier wäre ein „Die Farben mit denen gearbeitet wurden gefallen mir sehr gut“ oder ein, „Das Design der einzelnen Charaktere ist lediglich recht rudimentär im Strich“ gehalten viel konkreter. Der Autor wüsste nun an welcher Stelle er kommende Werke noch verbessern könnte.

Anbei ein paar Beispiele für eine konkrete Kritik:

Beispiel für eine Fanart-Kritik


„Deine Zeichnung gefällt mir sehr gut, jedoch würde die Zeichnung noch besser wirken, wenn sich das linke Ohr Deiner Figur ein wenig weiter rechts befinden würde. Außerdem würde die Fanart noch besser zur Geltung kommen, wenn der rechte Arm der Figur ein wenig länger gezeichnet wäre.“

Beispiel für eine Dôjinshi-Kritik


„Dein Strich zeugt meines Erachtens bereits von sehr viel Reife, doch würde er noch besser zur Geltung kommen, wenn Du statt des Feinliners vielleicht eine Tuschefeder zum Zeichnen benutzen würdest.“

Dies sind natürlich nur recht einfach gehaltene Beispiele und dienen Dir lediglich zur Orientierung. Falls Du noch nicht so genau weißt, was Dir an Der Zeichnung missfällt kannst Du dies ebenfalls äußern. Auch dies kann unter Umständen hilfreich für den Autor sein, sich demnächst zu verbessern und konkreter zu Zeichnen. Vielleicht kommt ihr ja gemeinsam darauf, was an dem Werk nicht besonders stimmig ist.

Du sprichst nicht für Alle


Auf keinen Fall solltest Du vergessen, dass es sich bei Deiner Kritik um Deine ganz persönliche Meinung handelt. Der Zeichner wird wahrscheinlich eher gewillt sein, sich Deine Kritik durchzulesen, wenn Du schreibst, dass zunächst einmal nur Du der Meinung bist, dass mindestens ein Teil seiner Zeichnung negative Aspekte aufweist. „Meiner Meinung nach, fehlt der Story ein wenig an Spannung“ klingt allemal besser als „Die Geschichte ist total langweilig“. Denn bei zentralen Gegenständen wie „Spannung“ und „Witz“ handelt es sich in der Regel um völlig subjektive Empfindungen und ein freundlicher Tonfall wirkt in jedem Fall.

Nicht jeder hat den gleichen Geschmack


Für viele Zeichner ist es recht frustrierend, wenn jemand Dinge an seinem Werk als negativ bewertet, die er oder sie als besonders positiv einstufen würde. Hierbei handelt es sich nicht direkt um Fehler, sondern vielmehr um eine Frage des Geschmacks und persönlichen Stil.

Während das Auge des Betrachters eine Stupsnase als apart betrachtet, empfindet dies ein andere wiederum als äußerst verkitscht. Der Zeichner hat sich im Laufe der Zeit seinen ganz individuellen Stil angeeignet und diesen gilt es in jedem Fall bei seiner Kritik zu respektieren. Gefällt Dir dies nicht, mosere nicht herum, denn schließlich bist Du ja nicht verpflichtet, sein Werk und Schaffen zu betrachten.

Vermeide Widerholungen


Haben bereits unterschiedliche Leute einen konkreten Fehler erwähnt, so musst Du dies nicht auch noch tun. Denn nichts ist anstrengender und nerviger als wenn 10 Leute sich ständig wiederholen. Hast Du jedoch noch weitere Tipps so wird der Autor sich mit Sicherheit über Dein Feedback freuen, denn alles was er an weiteren Anregungen erhält dient ihm schließlich als Hilfestellung.

Fragen stellen – aber richtig


Du kennst bestimmt den Spruch aus der Sesamstraße „Wieso?, Weshalb?, Warum – wer nicht fragt bleibt dumm …“ Dies trifft auch auf Eure Dônjishi-Kritiken zu. Stellst Du Fragen, so hast nicht nur Du etwas davon, sondern der Autor gleich mit. Denn mit einer Frage wie beispielsweise „Wieso hast Du die Science-Fiction-Figur eigentlich erst so spät in den Plot eingearbeitet?“ wird nicht nur Dir eine Antwort auf Deine Frage bringen, vielmehr zeigt es dem Autor auch, dass Dir sein Handeln und Schaffen noch nicht ganz klar ist und er vielleicht ein wenig präziser erklären muss, wieso was tut.

Aber sei gewarnt: Lies Dir in jedem Fall jegliche Kommentare unter den einzelnen Bildern durch, denn vielleicht hat ja schon jemand die gleiche Frage gestellt und es gibt bereits schon die passende Antwort auf Deine Frage.

Sei objektiv und vor allem präzise


Objektivität und Präzise Aussagen machen bereits den Hauptbestandteil einer guten Kritik aus. Zudem sollte man sich bevor man eine Kritik schreibt sich vielleicht noch einmal mit dem Werk des Künstlers befassen. Egal ob es sich dabei um eine Fanart oder um ein Dôjinshi handelt. Betrachte das Werk noch einmal aus allen Dir möglichen Blickwinkeln, vielleicht fällt Dir ja noch etwas auf, was Du beim Lesen noch nicht bemerkt hast.

Du solltest auf jeden Fall vermeiden in irgendeiner Art und Weise beleidigend zu sein. Äußerungen wie „Das sieht ja hammergeil aus“ helfen dem Autoren und der Nachwelt nicht weiter. Dies mag zwar ein Statement sein, hat aber in einer Kritik nichts verloren, da diese lediglich als Verbesserungsvorschlag dienen soll. Nun jedoch genug der Beispiele misslungener Kritik.

Beispiel für eine Dônjishi-Kritik


„Der Verlauf des Plots ist sehr spannend gehalten, leider fällt es dem Leser nur sehr schwer, auf manchen Bildern den Hintergrund zu erkennen. Ein wenig mehr Details wären bei diesem Punkt sehr hilfreich. [..]“ „[..] alles in allem Gefällt mir das Werk persönlich sehr gut.“

Trotz aller Kritik und Objektivität darfst Du natürlich auch gerne Deine persönliche Meinung zur präsentieren. Jedoch sollte diese von der konstruktiven deutlich getrennt werden.

Nicht nur Kritik geben, sondern auch welche entgegen nehmen


Mit Kritik richtig umzugehen fällt einem nicht immer leicht. Einfacher ist es natürlich Kritik zu erteilen, als selber welche zu empfangen. Dennoch, solltest Du einmal in die Situation kommen Kritik zu empfangen, nehmen sie vielleicht eher als Geschenk und nicht als negative Resonanz. Bei einem Geschenk verhält es sich ja ähnlich. Du kannst selber entscheiden, ob Du das Geschenk nutzt oder ob Du es in die Ecke stellst uns einfach vergisst.

Entschließt Du Dich nun die Kritik schlicht und einfach zu ignorieren, so tu dies auch. In diesem Fall bringt es überhaupt nichts, anzufangen sich zu rechtfertigen. Es könnte höchstens dazu führen, dass ein Streitgespräch aufkeimt. Auch wenn Du der festen Überzeugung bist, dass der Kritiker völlig ungerechtfertig gehandelt hat und Du dies in keinem Fall so im Raume stehen lassen möchtest, so gehe noch einmal tief in Dich und überlege erst einmal ob an der Kritik nicht vielleicht doch etwas richtig sei könnte.

Hat man ein Werk gerade erst fertig gestellt, so übersieht man nur allzu oft und ebenso allzu gerne hinein gearbeitete Fehler. Oft verhält es sich so, dass man erst mit dem notwendigen Abstand negative Aspekte seines Bildes oder seiner Geschichte erkennt.

Eine mögliche Hilfestellung wäre es an dieser Stelle eine neutrale Person um Rat zu fragen und diese zu bitten sich das Werk noch einmal etwas genauer mit Deinem Dôjingi auseinander zu setzen. Wichtig sollte dabei sein, dass es sich nicht um einen Deiner Freunde handelt, der Dir nur zustimmt, damit er Dich nicht verstimmt.

Sollte es dennoch einmal vorkommen, dass Du trotz aller Betrachtungswinkel nicht nachvollziehen kannst woher die Kritik rührt, frage freundlich aber bestimmt den Kritiker wie er auf seinen Standpunkt kommt und bitte ihn, diesen erneut und vielleicht ein wenig detaillierter darzulegen.

Bist Du dann immer noch der Auffassung, dass die Kritik ungerechtfertigt sei, ist dies auch in Ordnung, denn schließlich sind die Geschmäcker ja verschieden.

Alternativ gibt es für Dich immer noch die Möglichkeit, den Kritiker zu bitten Dein Dôjinshi evtl. zu verbessern. Dies ermöglicht Euch beiden ein wenig dazu zu lernen. Du erhältst unter Umständen völlig neue Inspirationen und dem Kritiker gelingt es nun vielleicht auf diesem Wege Dir mitzuteilen, was an deinem Werk verbesserungswürdig ist.

Die voran gegangenen Zeilen mögen nun nicht heißen, dass Du jegliche Kritik ignorieren solltest, wenn Du der Meinung bist, dass sie nicht greift. Vielleicht macht es Dich ja doch ein wenig stutzig wenn mehrere Leute an Deinem Werk Kritik üben. Vergiss bitte niemals, dass sie Dir in aller Regel helfen möchten, wenn sie eine Kritik verfassen. Kaum einer macht sich die Mühe eine Kritik zu schreiben, nur um den Autor und Zeichner einer Fanfic oder eines Dônjishis zu beleidigen. In jedem Falle handelt es sich bei ihm um ein Geschenk.

Beleidigungen sind in jeglicher Form tabu


Bei Beleidigungen, Mobbing und Drohungen handelt es sich niemals, aber auch ganz gar niemals um eine Kritik. Diese sind absolut unnötig und bringen weder Autor noch Kritiker weiter. In der Regel endet eine Beleidigung in einem destruktiven Streitdiskurs mit dem keinem geholfen ist.

Solltest Du einmal in die Versuchung kommen einem Autor zu drohen oder diesen zu bedrohen, so steht es den Admins von animeMANGA frei Eure Accounts zu sperren oder gar zu löschen. Kommst Du selbst einmal in die Situation, dass ein Member von animeMANGA Dich aufgrund Deiner Fanfics oder eine Deiner Geschichten beleidigt oder in irgendeiner Form ausfallend zu wird, so habe keine falsche Scheu und kontaktiere bitte die Admins von animeMANGA. Evtl. bist Du kein Einzelfall und so würdest Du nicht nur Dir einen Gefallen tun, sondern anderen Zeichnern auch, die ebenfalls mit dem Störenfried Bekanntschaft gemacht haben.